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Alles so schön bunt hier: Werbetricks im Unterricht durchschauen lernen

23.03.2015

Ideen für den Unterricht mit Jugendlichen

Wer etwas verkaufen will, muss dafür werben. In Deutschland wird das kräftig getan. Mindestens 40 Milliarden Euro werden hierzulande jedes Jahr in Werbung investiert, mehr als überall sonst in Europa. Per se schlecht ist das nicht: Werbung schafft Arbeitsplätze und macht die Finanzierung vieler Medien erst möglich. Häufig ist sie als solche aber kaum zu erkennen. Oft genug erweisen sich schmissige Slogans als heiße Luft. Das zu erkennen, fällt gerade Kindern und Jugendlichen schwer. Die folgenden Unterrichtsmaterialien aus dem Materialkompass des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) helfen ihnen, sich frühzeitig einen kritischen Blick auf Werbung und ihre Versprechen anzueignen. 

Werbung und Verkaufstricks 

Noch nie stand Jugendlichen so viel Geld zur Verfügung wie heute – und sie geben es gerne aus. Als kaufkräftige Zielgruppe stehen sie daher schon lange im Visier der Werbeindustrie. Mit welchen Strategien und Verkaufstricks die arbeitet, zeichnet dieses Unterrichtsmaterial des österreichischen Verbraucherschutzministeriums nach. Es glänzt im Materialkompass mit der Gesamtnote „sehr gut“ und richtet sich an Jugendliche der Klassen 8 und 9. Sie lernen in zwei bis vier Schul-stunden unter anderem, Werbeslogans als solche zu identifizieren und bestimmte Verkaufstricks zu durchschauen, etwa die berüchtigte „Quengelware“ an Supermarktkassen oder Mogelpackungen, die weniger Inhalt haben als ihre Größe vermuten lässt. Außerdem lernen sie, dass Werbung oft unterbewusst wirkt und ihr eigenes Konsumverhalten unbemerkt beeinflussen kann. Das Unterrichtsmaterial enthält viele Arbeitsblätter, Ideen für den Unterrichtsverlauf und lässt sich mit weiteren konsumrelevanten Materialien des Ministeriums kombinieren. Es steht kostenlos im Netz zur Verfügung.

Wünsche, Bedürfnisse und Werbung 

Zur kritischen Auseinandersetzung mit Werbestrategien eignet sich auch dieses für den Unterricht in der Oberstufe entwickelte Heft von Cashless München, einem Präventionsprojekt zum Thema Jugendschulden. Das im Materialkompass eben-falls mit der Gesamtnote „sehr gut“ ausgezeichnete Material hilft Schülerinnen und Schülern dabei, einen kritischen Blick auf ihre Konsumgewohnheiten zu werfen, regt sie zur Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen an und bringt ihnen Ursachen von Überschuldung näher. Zwei Übungen beschäftigen sich explizit mit Werbeversprechen und deren Bewertung: Sie führen den Jugendlichen die ständige Präsenz von Werbung im Alltag vor Augen, helfen ihnen, deren Ziele zu durchschauen und ein Bewusstsein für deren Wirkung zu entwickeln. Die komplette Unterrichtseinheit lässt sich in drei bis vier Schulstunden behandeln. Sie steht zusammen mit kopierbaren Arbeitsblättern und Verlaufsvorschlägen zum kostenlosen Download aus dem Netz zur Verfügung. 

„Ich kauf mir was“

Bewusste Kaufentscheidungen treffen und Werbeversprechen durchschauen lernen hat sich auch dieses ebenfalls aus Österreich stammende Unterrichtsmaterial des Zentrum polis auf die Fahnen geschrieben. Die für die Grundschule entwickelten Unterrichtsideen gliedern sich in sechs Module, darunter eines zum persönlichen Kaufverhalten und eines zum Thema Werbung. Bei Letzterem nehmen die Kinder sich in einer Schulstunde eine ausgewählte Werbung vor und analysieren diese – im Hinblick auf die gemachten Versprechen oder die Eigenschaften, die beworben werden. Anschließend unterziehen sie das Produkt einem Realitätscheck, bei Lebensmitteln kann das etwa der tatsächliche Nährwertgehalt sein, und basteln auf dieser Grundlage einen eignen Slogan. Außerdem schärfen die Kinder ihren Blick auf mögliche Einkaufsfallen im Supermarkt und überlegen, welche Gründe es dafür gibt, dass bestimmte Waren dort platziert wurden, wo sie stehen. Das im Materialkompass mit der Gesamtnote „sehr gut“ bewerte Material steht zum kostenlosen Download bereit.

 

Materialkompass

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