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Digitale Technologien in der Bildung: Deutsche haben gemischte Gefühle

20.10.2016

„ZukunftsMonitor“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

86 Prozent aller Deutschen wollen mehr digitale Bildung in der Schule. Und rund zwei Drittel verbinden mit digitalen Technologien im Bildungswesen eher Chancen als Risiken. Ein großer Teil fürchtet allerdings auch, dass die Wirtschaft künftig quasi über die digitale Hintertür zu viel Einfluss auf Schule und Bildung nehmen könnte.

Das sind drei Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt hat. Dem BMBF-„ZukunftsMonitor“ zufolge stimmen 68 der Befragten der Aussage zu, dass digitale Technologien in der Bildung der Wirtschaft erlauben könnte, „in Zukunft zu viel Einfluss auf Lerninhalte und -prozesse“ zu nehmen. 23 Prozent glauben dies nicht.

Insgesamt zeichnet die Umfrage ein durchmischtes Stimmungsbild. So halten zwar 79 Prozent der Befragten den Einsatz digitaler Technologien in der Bildung für „unabdingbar“, um für künftige Herausforderungen gewappnet zu sein. 72 Prozent denken, dass die Gesellschaft durch sie insgesamt innovationsfähiger wird. Und von den befragten 14- bis 19-Jährigen gaben sogar 82 Prozent an, durch Computer, Tablets und Co. mehr Lust am Lernen neuer Dinge zu verspüren. Von den über 70-Jährigen gab dies nur ein knappes Viertel an.

Skeptisch blicken viele Deutsche dagegen auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen. Immerhin 62 Prozent meinen, dass sich digitale Technologien im Bildungswesen hier eher negativ auswirken. Dass die Gesellschaft durch sie gerechter wird, glauben nur 31 Prozent. 71 Prozent stimmen zudem der Aussage zu, dass die Bildung in eine zu große Abhängigkeit von Technologien gerät. Dass das, was wir heute unter Bildung verstehen, künftig etwas grundsätzlich anderes sein könnte, meinen fast ebenso viele.

Wohl auch vor dem Hintergrund dieser Befürchtungen plädiert ein Großteil für eine stärkere Vermittlung von digitalen Kompetenzen in Schule und Ausbildung. 86 Prozent stimmen dieser Forderung zu. 83 Prozent meinen außerdem, dass das Finden und Einordnen von Informationen in Zukunft zu einer der wichtigsten Kompetenzen wird. 

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sagte anlässlich der Vorstellung der Umfrageergebnisse, dass digitale Technologien „nicht nur unseren Alltag verändern, sondern enormes Potenzial für die Bildung bergen“. Die Ergebnisse zeigten jedoch auch die Skepsis vieler Bürgerinnen und Bürger. Darüber wolle sie mit ihnen ins Gespräch kommen. Zwei Tage zuvor hatte die Ministerin eine „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ vorgestellt. In deren Zuge sollen bis zum Jahr 2021 fünf Milliarden Euro in die technische Ausstattung von Schulen fließen.

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