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Engagement gegen Lebensmittelverschwendung: Ideen gesucht

Kampf gegen Lebensmittelverschwendung: Bundespreis "Zu gut für die Tonne" (c) Jarmoluk - pixabay - CC0 Public Domain

Kampf gegen Lebensmittelverschwendung (c) Jarmoluk - pixabay - CC0 Public Domain

09.10.2017

Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ und Ideenwettbewerb „Esskultur und Nachhaltigkeit“

Wir sind eine Wegwerfgesellschaft. Im Schnitt werfen alle Haushalte in Deutschland pro Jahr 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Pro Person sind das jährlich 82 Kilogramm Lebensmittel im Wert von circa 235 Euro. Der Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ will den Fokus auf dieses Problem lenken – und Projekte auszeichnen, die dagegen vorgehen. 

Das, was man achtet, wird nicht achtlos weggeworfen. Deswegen setzt sich die Informationskampagne mit dem Titel „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für die Wertschätzung von Lebensmitteln ein. Dazu beitragen soll auch der „Zu gut für die Tonne"-Bundespreis, der in diesem Jahr zum dritten Mal ausgeschrieben wird. Verliehen wird der Preis im Frühjahr 2018. Teilnehmen können Unternehmen, Privatpersonen, NGOs, soziale Einrichtungen, Verbände und auch Schulklassen.

„Ich glaube, dass der Bundespreis ein ganz wichtiges Signal ist. Er macht Lust und schafft Motivation für den bewussteren Umgang mit Lebensmitteln“, so Jurymitglied Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel-und Gaststättenverbandes zur vergangenen Preisverleihung 2017. Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt auch dieses Jahr wieder nach fünf Kriterien: Zunächst geht es um thematische Passgenauigkeit, also die Frage, ob es das eingereichte Projekt schafft, Lebensmittelabfälle zu reduzieren – entweder direkt oder indem es die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Problematik lenkt und sie anregt, das eigene Verhalten zu ändern. Die weiteren Kriterien sind Kreativität und Innovation, Engagement, Erfolg (die Idee muss nachweislich funktionieren) und Vorbildcharakter.

Die „Zu gut für die Tonne"-Möhre in der Kategorie „Gesellschaft und Bildung" gewann dieses Jahr „Lecker tafeln". Das Projekt fördert die Ernährungs- und Lebensmittelkompetenz von Tafelgästen. Zugleich soll dadurch die Wertschätzung für Lebensmittel der Tafeln unterstützt und der Verschwendung von Lebensmitteln entgegengewirkt werden.

Das höhere Ziel: Lebensmittelverschwendung halbieren

„Mein Ziel und unser Ziel sollte es sein, dass wir mindestens bis zum Jahr 2030 von den Tonnen, die wir in Deutschland wegwerfen, die Hälfte nicht in die Tonne, sondern auf den Tisch und auf den Teller bringen“, so Bundesminister für Ernährung Christian Schmidt. Sein Tipp: Bewusster einkaufen und Reste verwerten. Die Initiative „Zu gut für die Tonne“ hat neben dem Preis auch eine Rezepte-App ins Leben gerufen mit Kochideen für eine kreative Resteküche. Auf der Suchseite der „Zu gut für die Tonne“-App lassen sich bis zu drei Zutaten kombinieren, die App präsentiert dann eine Auswahl aus mehr als 450 Reste-Rezepten.

Ideenwettbewerb „Esskultur und Nachhaltigkeit“

Auch der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ruft zur Teilnahme an einem Ideenwettbewerb rund um das Thema „Esskultur und Nachhaltigkeit“ auf. Angesprochen sind alle Akteure einer nachhaltigen Esskultur: Köchinnen und Köche, Kitas und Schulen, Großküchen-Einkäufer, Regionalvermarkter, aber auch Künstler, Kreative und Kulturschaffende. Gesucht sind Projekte mit Multiplikatorenwirkung, die einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele leisten.  Noch bis zum 18.10.2017 können sich interessierte Gruppen bewerben.

Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, betont die Verantwortung, die Deutschland als führendes Industrieland bei der weltweiten Entwicklung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster hat: „Wenn wir uns weiter ernähren wie bisher, dann essen wir unseren Planeten buchstäblich auf.“