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Verbraucherbildung neu gedacht: Auf YouTube und Instagram

Verbrauchertipps für Geflüchtete auf dem YouTube-Channel des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). (c) vzbv

Verbrauchertipps für Geflüchtete auf dem YouTube-Channel des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). (c) vzbv

30.08.2017

Tipps für den Unterricht

Kinder dort erreichen, wo sie sich freiwillig einen Großteil des Tages aufhalten – im Netz. Viele Portale und Institutionen greifen inzwischen Verbraucherthemen bei YouTube und Instagram auf. Das kann auch für den Schulunterricht spannend sein.

„Verbrauchertipps für Geflüchtete“ bietet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) beispielsweise auf seinem YouTube-Channel an. Die Fernsehmoderatorin Hadnet Tesfai und der syrische Schauspieler und YouTuber Firas Alshater beantworten Fragen aus dem Verbraucheralltag: Worauf muss ich bei einem Bankkonto achten? Welche versteckten Kosten gibt es bei einem Handyvertrag? Was ist im Internet legal und was eine Urheberrechtsverletzung? Spannende Fragen – auch für deutsche Schüler. Jedes Video gibt es natürlich auch mit Untertiteln. Gefördert wird dieses Projekt vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

Erklärvideos aus seriösen Quellen

Das 2016 gestartete Verbraucherportal „Wissen wappnet“ vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat gibt ebenfalls speziell aufgearbeitete Informationen zum Verbraucherschutz in Form von Erklärvideos. Anhand anschaulicher Beispiele sollen laut Ministerium alltagsnahe Tipps zu verschiedenen Verbraucherfragen gegeben werden. Im Video „Sicherer Umgang mit Apps“ beginnt die Geschichte mit Tarek, der ein neues Handy zum Geburtstag geschenkt bekommt und verschiedene Apps installieren möchte. In dem Video wird die Frage nach dem Datenschutz gestellt, wie man bedenkliche Apps erkennt und warum in vielen Spiele-Apps Kostenfallen stecken.

Während sich das Portal „Wissen wappnet“ an alle Altersgruppen richtet, bietet die Verbraucherbildung Bayern Erklärvideos unter dem Titel „Die Rechte (nicht nur) junger Verbraucher im Social Web“ an. In sechs Webvideos kommen Schülerinnen und Schüler selbst zu Wort. Es werden Fragen behandelt wie „Facebook ändert AGB – Einverständnis durch Einloggen?“ oder „Was passiert mit Nutzerdaten auf Instagram?“. Neben den Schülern kommen auch Experten wie die Juristin Tatjana Halm zu Wort, die beispielsweise erklärt, wie Programmierer eigentlich an kostenlosen Apps verdienen.

Auch das Jugendportal Handysektor stellt Erklärvideos zur Verfügung, die sich ganz allgemein Medien- und Internet-Themen wie der Cloud, Kostenfallen in Apps, Selfies oder Bewegungsprofilen widmen.

Instagram-Story zum Thema Internetfallen

Die Seite Handy-Sektor hat sich außerdem an eine innovative Erzählform gewagt. Mit der Serie „Mitten im Netz“   startet das Portal die erste medienpädagogische "Soap" in Deutschland. Insgesamt zehn Folgen gibt es bei YouTube, angefangen von „Folge 1: Das peinliche Bild“ bis zu „Folge 10: Pipis Fashion Palace“. Weitere Themen sind Cybermobbing, Sexting und Abzockerfallen. In jeder Episode durchleben die Protagonisten Tom, Lisa und Tina Herausforderungen der digitalen Welt. Reaktionsmöglichkeiten gibt es viele, doch welche ist die passendste? Das Format regt zusätzlich zur interaktiven Teilnahme an. Neu an dem Format ist vor allem, dass Handysektor die Folgen zunächst als Instagram-Story veröffentlicht und sie erst später zum Nachschauen auf YouTube hochgeladen hat. Die kurzen Folgen eignen sich laut den Machern gut für den Einstieg in Themen der schulischen Medienerziehung.

Einen ähnlichen Weg ist die das Medienmagazin „Scroller“ gegangen. Seit Ende Juni werden in der Webserie „Schon gewusst?“ die Comicfiguren Tom und Trixi auch bei YouTube zum Leben erweckt, um Kindern die digitale Welt zu erklären. Im ersten Video „Das steckt in deinem Handy“ fragt sich der Fernsehmoderator Tim Schreder, aus welchen Einzelteilen ein Smartphone besteht. Die Antworten geben die animierten Figuren Tom und Trixi. Der Einsatz der Videos wird empfohlen im Unterricht für 9- bis 12-jährige Schüler.