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Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung: Erfolg mit Abstrichen

04.11.2014

„Bonner Erklärung“ verabschiedet

Die von den Vereinten Nationen ausgerufene Weltdekade für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist offiziell beendet. In Deutschland ziehen Bildungsexperten eine tendenziell positive Bilanz. Ein Hauptziel wurde jedoch nur in Ansätzen erreicht.

Die Vereinten Nationen hatten die Weltdekade für die Jahre 2004 bis 2014 ausgerufen, um die Bildungssysteme überall auf dem Globus stärker an den Erfordernissen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Ein Ziel war, Menschen in jedem Alter zum nachhaltigen Denken und Handeln zu befähigen und ihnen die dafür nötigen Gestaltungskompetenzen an die Hand zu geben.

In Deutschland wurde die Bildungsdekade federführend durch die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) und ein von ihr berufenes Nationalkomitee betreut. DUK-Präsident Walter Hirche zog zum Abschluss der Dekade eine gemischte Bilanz: Einerseits habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass nachhaltiges Denken von frühester Kindheit an erlernt werden sollte. Knapp 2.000 umgesetzte BNE-Bildungsprojekte zeugten vom Erfolg der Dekade. „Wir sind auf einem guten Weg“, so Hirche.  

Andererseits sei BNE in Schulen, Hochschulen oder in der beruflichen Aus- und Weiterbildung immer noch „wenig verankert“. Hirche verweist unter anderem auf eine Greenpeace-Studie, laut der nur 40 Prozent der befragten Jugendlichen angaben, dass sie in der Schule mit dem Thema Nachhaltigkeit in Berührung gekommen seien. „Wird in Schulen und Hochschulen keine Gestaltungskompetenz vermittelt, ist ein Wandel zur nachhaltigen Entwicklung nicht möglich“, so der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission.

Ähnlich fällt die Bilanz von rund 500 Bildungsexperten aus der ganzen Republik aus, die Ende September zur offiziellen deutschen BNE-Abschlusskonferenz in Bonn zusammengekommen waren. In einer von ihnen gemeinsam erarbeiteten „Bonner Erklärung“ unterstreichen sie, dass die UN-Dekade in Deutschland „viel bewegt“ habe und ein Erfolg war. So sei unter anderem das gesellschaftliche Bewusstsein für die Bedeutung von BNE „erheblich vorangebracht“ worden.

Gleichzeitig blieben aber eine ganze Reihe von Herausforderungen bestehen – von der verstärkten Forschung zum Thema bis zur durchgängigen Verankerung von BNE in den Lehrplänen sowie in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Dies, die „BNE-relevante Qualifizierung von pädagogischen Fach- und Lehrkräften im Elementarbereich, an Schulen und an Hochschulen“, erfordere „besondere Aufmerksamkeit“, heißt es in dem Papier.  

Die Deutsche UNESCO-Kommission will sich auch nach Abschluss der Weltdekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmen. Geschehen soll dies unter anderem im Zuge eines Weltaktionsprogramms, das die Vereinten Nationen für die Jahre ab 2015 ausgerufen haben. Impulse für die Ausgestaltung dieses Programms werden von der zweiten UNESCO-Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung erwartet, die vom 10. bis 12. November 2014 in Japan stattfindet.

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