Title

Bilder im Netz

Das vorliegende Modul „Bilder im Netz“ behandelt in einer kurzen, vierstündig konzipierten Unterrichtseinheit die kritische Auseinandersetzung mit der Verwendung von Bildmaterialien in Onlineangeboten. Anknüpfend an eigene Erfahrungen und die Thematisierung von Persönlichkeitsrechten erlangt die Zielgruppe der Grundschulkinder Einblick in rechtliche Aspekte. Exemplarisch aufgezeigt werden der Missbrauch von Fotos durch Dritte - insbesondere in Sozialen Netzwerken - und dessen Konsequenzen für die Beteiligten. Anhand eigener Fotos ergründen die Schülerinnen und Schüler Empfehlungen, Risiken und Verbote beim Einstellen privater Bilder ins Internet.

Das Unterrichtsmodul „Bilder im Netz“ bindet ein aktuelles Thema aus der medialen Kindheit in den Unterricht ein. Da Kinder bereits als Grundschüler mit visuellen Onlinemedien konfrontiert sind bzw. aktiv mit diesen umgehen, ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand bereits für diese junge Zielgruppe von hoher Bedeutsamkeit. In der ersten Hälfte der vierstündig angelegten Unterrichtsreihe knüpfen die Kinder an eigene Vorerfahrungen an, arbeiten Fakten zum Persönlichkeitsrecht und dem Recht am eigenen Bild heraus und thematisieren den Missbrauch von Fotos durch Fotomontagen und die daraus resultierende Gefahr des Identitätsdiebstahls (insbesondere in Sozialen Netzwerken). Im zweiten Teil der Reihe bilden die Schüler und Schülerinnen Kategorien für erlaubte und unerlaubte Bilder in Onlineangeboten und übertragen die erarbeiteten Kriterien auf eigene Fotobeispiele.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Befriedigend
Methodik-Didaktik:
Befriedigend
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Ein verantwortungsbewusster Umgang mit visuellen Medien, insbesondere mit dem eigenen Bild, gewinnt im Medienzeitalter an enormer Bedeutung. Digitalisiert sind Distributionsmöglichkeiten von Bildmaterialien nahezu unbegrenzt gegeben. Bereits Grundschulkinder für Chancen und Risiken digitaler Bilderwelten zu sensibilisieren ist die Zielsetzung des Unterrichtsmoduls „Bilder im Netz“. Aufgrund des hohen Lebensweltbezugs ist das Thema bedeutsam und motivierend. Die Kinder bringen Vorerfahrungen ein, knüpfen an diese an und können neue Lerninhalte in ihren schulischen und außerschulischen Alltag übertragen und anwenden. Leider ist das Potential des Unterrichtthemas nicht vollständig ausgeschöpft. Insbesondere in fachlicher Hinsicht fehlen notwendige Hintergrundinformationen für die Lehrkraft. Rechtliche Rahmenbedingungen bei der Onlinenutzung von Bildmaterialien finden keine Erläuterung. Technische Hinweise zum Einstellen, Bearbeiten oder Löschen von Bildern in Onlineangeboten fehlen. Fachliche Erklärungen zur Fotomontage sowie Erläuterungen zu gesellschaftlichen und individuellen Konsequenzen von Foto-Missbrauch oder Identitätsdiebstahl sind nicht gegeben. Trotz des inhaltlich hohen Grads an Motivation bleibt die didaktisch-methodische Umsetzung hinter den Möglichkeiten des Themas zurück. Die Verlaufsplanung zur Unterrichtsreihe ist ausreichend, aber nur skizzenhaft. Einige Elemente wie der zielgerichtete Einsatz von Arbeitsaufträgen erschließen sich nur bei intensiver Überlegung und eigener Ausgestaltung durch die Lehrkraft. Handlungsorientierte Verfahren finden nur geringen Einlass in die Reihe. Hier wären mehr Möglichkeiten zum Einbringen schülerindividueller Lernwege und anschließendem Informationsaustausch und kritischer Diskussion zum Thema im Plenum gegeben. Die formale Gestaltung ist schlicht und funktional. Grafiken (insbesondere Screenshots) würden das Material nicht nur ansprechender wirken lassen, sondern auch die inhaltlichen Aussagen sinnvoll unterstützen können. Zu berücksichtigen ist, dass das Unterrichtsmodul mit einem geringen Zeitumfang von nur vier Unterrichtsstunden als kurzer Exkurs zum Medienthema „Bilder im Netz“ konzipiert ist. Als Anregung und ergänzendes Material ist es durchaus geeignet und erfüllt somit einen befriedigenden Gesamteindruck. Um dem bedeutsamen Themenfeld jedoch umfassend gerecht zu werden sind weiterführende fachliche Informationen sowie eine stimmige didaktisch-methodische Weiterführung der vorhandenen Ideen notwendig.