Title

Computerspiele und Gewalt

Unterrichtsideen zum Jugendschutz

Die Unterrichtseinheit "Computerspiele und Gewalt - Unterrichtsideen zum Jugendschutz" enthält zunächst kurze Angaben über die anzustrebenden Lernziele, eine Kurzbeschreibung der Unterrichtseinheit sowie den erforderlichen Materialbedarf. Die Sachanalyse formuliert grundlegende Aspekte des Themas. Methodische Hinweise liefern die beiden Verlaufsskizzen für die Klassenstufen 8 und 12. Neben den vier einzusetzenden Arbeitsblättern umfasst das vorliegende Material die Link- Hinweise zu Spielen, die im Unterricht eingesetzt werden sollen. Abgerundet wird es durch ergänzende Tipps zur technischen und didaktischen Umsetzung der Unterrichtseinheit sowie weiterführende Links zum Thema.

Im Unterrichtsmaterial "Computerspiele und Gewalt - Unterrichtsideen zum Jugendschutz" geht es vorrangig darum, den SuS das Jugendschutzgesetz und die Arbeit der Prüfinstanzen näher zu bringen. Das Materialangebot umfasst zwei Vorschläge für die Durchführung zweier Unterrichtsblöcke für die Klassen 8 und 12. Es liefert überwiegende konkrete Eckdaten, die der Lehrperson bei der unterrichtlichen Umsetzung eine Hilfestellung bieten und den Arbeitswand minimieren. Allerdings sind weitere Recherchen über die Prüfinstanzen neben der vorliegenden Sachanalyse zur Unterrichtsdurchführung erforderlich. Insgesamt ist das Unterrichtsmaterial als empfehlenswert einzustufen, da es in der Umsetzung einen hohen Aufforderungscharakter für Jugendliche hat und einen Beitrag dazu leisten möchte, die Heranwachsenden in ihrer Medienkompetenz zu stärken und sie somit für einen kritischen und bewussten Umgang mit Computerspielen zu sensibilisieren.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Gut
Methodik-Didaktik:
Gut
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Gut
Ausführliche Bewertung
Im Unterrichtsmaterial "Computerspiele und Gewalt - Unterrichtsideen zum Jugendschutz" geht es vorrangig darum, den SuS das Jugendschutzgesetz und die Arbeit der Prüfinstanzen näher zu bringen. Einführend werden kurz die allgemeinen Lernziele bzw. die anzustrebenden Kompetenzerweiterungen genannt, bevor dann überwiegend klar die beiden Unterrichtsblöcke umschrieben werden. Die Sachanalyse liefert fundiertes Hintergrundwissen zu diesem Thema, das für die unterrichtliche Durchführung nötig und hilfreich ist. Die Unterrichtsstunden werden in einer tabellarischen Verlaufsplanung aufgeführt und geben der Lehrperson eine konkrete zeitliche und inhaltliche Vorgabe zur Durchführung, die durch methodische Hinweise (Verlaufsskizze) in sinnvoller Weise ergänzt werden. Hier ist allerdings die Bezeichnung der Spalte "Thema" unpassend gewählt. Es geht an dieser Stelle um die Unterrichtsphasen bzw. die Unterrichtsschritte. Die praktische Umsetzung der Unterrichtseinheit soll für die Klassenstufe 8 in der ersten Unterrichtsstunde zunächst über das Erfassen der bisherigen Erfahrungen und Beobachtungen der Lernenden bezüglich verschiedener Aktionsformen von Gewalt in Computerspielen erfolgen. Bei der begrifflichen Sammlung dieser Gewaltformen wäre es für die Lehrperson hilfreich, wenn hier einige mögliche (zu erwartende) Beispiele aufgeführt wären. Zudem möchte man hier auf persönlichen Eindrücke der Lernenden aufgreifen und geht davon aus, alle bereits in irgendeiner Form mit Computerspielen in Kontakt getreten sind. Hier sollten Vorkenntnisse in angemessener Form bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden. Erst am Ende der ersten Stunde erfragt die Lehrkraft in der Klasse den Umfang des Umgangs mit Computerspielen. Der Austausch innerhalb einer Kleingruppe soll zu einer vertiefenden Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen der Gewaltdarstellung führen und fordert die Lernenden anschließend im Plenum auf, sich auf ein Gewaltraster zu verständigen, in das man die gesammelten Begriffe einordnet. Die nachfolgenden Informationen sind verwirrend formuliert und machen eine kreative Gedankenführung der Lehrperson erforderlich, um die in der ausführlichen Verlaufsskizze erläuterte methodische Vorgehensweise nachvollziehen und umsetzen zu können. Die zweite Unterrichtsstunde beschäftigt sich mit der unmittelbaren Durchführung von Computerspielen und deren Bewertung mithilfe eines Bewertungsrasters. Das Bewertungsraster würde durch eine tabellarische und mit Linien versehene Ausarbeitung schülergerechter sein. Der Vermerk in der tabellarischen Verlaufsplanung, das Spiel nach 15 Minuten für das Ausfüllen des Rasters zu unterbrechen, bleibt hier unerklärt. Die dritte Unterrichtsstunde beinhaltet die Fortsetzung der Computerspiele und die Präsentation der Ergebnisse der Teams im Plenum. Hilfreich wäre ein Hinweis darüber, ob gleiche Spiele von mehreren Teams überprüft werden, damit das Einordnen in das Gewaltraster und Ermittlung der Alterfreigabe in einem Austausch stattfinden kann. Der Hinweis auf die Sinnhaftigkeit von Altereinstufungen und die kontroverse Auseinandersetzung damit kann alternativ auch von der Lerngruppe kommen. Hier könnte die Lehrperson als Moderator tätig sein. Für die Klassenstufe 12 soll die praktische Umsetzung der Unterrichtseinheit in zwei Stunden erfolgen. Die Hinweise zur Durchführung sind kurz, aber hilfreich. Hier ist die Rolle der Lehrkraft nicht erwähnt. Ergänzende und wichtige Tipps zur technischen und didaktischen Umsetzung sowie eine ausführlichen Linkliste zu Spielen runden das vorliegende Material ab. Inhaltlich handelt es sich hier um ein aktuelles und wichtiges Themenfeld, welches die Lebenswelt der Jugendlichen bzw. Heranwachsenden konkret betrifft. Sie sind Konsumenten und wollen den Markt der Computerspiele entdecken und konsumieren. Allerdings ist ein bewusster und kritischer Umgang mit den dargebotenen Formen von Gewalt in Computerspielen nötig. Hierzu liefert das vorliegende Material einen Beitrag und ist als empfehlenswert einzustufen.
Erscheinungsjahr
2008
Autor/in
Jens Wiemken
Reihe
Preis
0.00 €
ISBN
Materialformat
Schlagworte