Title

Der Deutsche Werberat - eine Erfolgsstory für die Ethik in der Werbung?

Möglichkeiten und Grenzen der ethischen Selbstregulierung am Beispiel der Werbewirtschaft

Das Material ist zur Zeit nicht verfügbar. Hinweis des Herausgebers: "Das ethos-Projekt ist abgeschlossen. Wir haben die vorläufigen Erprobungsversionen der ethos-Bausteine überarbeitet und auf den aktuellen Stand gebracht. Sie erscheinen voraussichtlich im Sommer 2014 in gedruckter Form."

Zunächst werden von den Herausgebern die Zielfragen dieses Bausteins genannt, u.a. welche ethischen Standards in der Werbung überhaupt beachtet werden sollen, was der Deutschen Werberat bewirken kann und wie hier der Staat agiert.

Die folgenden Texte bieten die Fach- und Hintergrundinformationen u.a. bezüglich psychologischer Wirkungen von Werbung, die unterschwellig eine Gesellschaft und deren ethische Werte lenken kann - es geht um die "Erosion ethischer Standards in der Werbung" und deren Auswirkung auf die Branchen.

Anschließend gibt es eine Hinführung zum Schutz ethischer Standards mittels Selbstregulierung und Partizipation des Bürgers, der z.B. mithilfe des Werberats, die ethischen Standards der Werbung beeinflussen kann.
Erläuterung der Unterrichtsidee mit Intension, Planung, Durchführung, Festigung und detaillierte Beschreibung des Unterrichtsverlaufs runden das Material ab. Es folgen Literaturhinweise und neun didaktisch aufbereitete Materialien.

Das Material wurde mit „sehr gut“ bewertet, da es sowohl speziell für die Lehrkraft als auch für die Schüler konkrete Informationen zur Entstehung und Tätigkeit des Weberates enthält. Interessant werden der historische Verlauf des Werbungsgeschehens und dessen Beschränkung durch staatliche Gesetze und Verordnungen erläutert.

Um auch ethischen Standards Gewicht zu verleihen, wurde der Deutsche Werberat etabliert. Sehr motivierend ist freilich die Idee, diesen real bezüglich aktueller Regelverstöße und Sanktionen anzufragen. Reizvoll folgt die Aufgabe, mehrere Werbungsbeispiele aus Sicht des Werberates selbst beurteilen zu dürfen. Ein Konferenzspiel erleichtert es spielerisch, die Facetten und die Einflussnahmen der einzelnen Mitglieder zu verstehen.

Insgesamt ist die Umsetzung recht anspruchsvoll, wird aber für die Lehrkraft mit konkreten Durchführungsangaben praxistauglich vorbereitet. Ein schönes Unterrichtswerk, das leider in der grafischen Präsentation augenscheinlich zu textlastig und im Layout viel zu dicht ist.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Sehr gut
Methodik-Didaktik:
Sehr gut
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Sehr gut
Ausführliche Bewertung
Dieses Material wurde im Rahmen der sog. Ethos Reihe publiziert, die die Wirtschafts- und Unternehmensethik in der politischen Bildung für den Unterricht mit unterschiedlichen Bausteinen bearbeitet. Der vorliegende Baustein versucht den „Deutschen Werberat“ und dessen Einflussmöglichkeiten zu beleuchten. Durchaus realisierbar ist das Ziel, mit dieser Unterrichtseinheit die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Werbung inhaltlich zu hinterfragen und sich mit den dort vermittelten Werten kritisch auseinanderzusetzen. Im Rahmen einer Analyse wird sehr schön voran gestellt, dass die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler bezüglich dieses Themenspektrums groß ist und jeder für sich schon einen Umgang mit der Werbung gefunden hat  - dies darf  sein und wird den Lernerfolg nicht behindern, eine neue Sichtweise zu erlernen und eine gesamtgesellschaftliche Perspektive einzunehmen. In der Einführung erhält die Lehrkraft konkrete Informationen und Erklärungen, um die Entstehung des Weberates nachvollziehen zu können. Interessant wird zunächst der historische Verlauf des Werbungsgeschehens und dessen Beschränkung beschrieben, dann die staatlichen Gesetze und Verordnungen erläutert. Die Überforderung des Staates hierbei, auch ethische Standards einzuhalten, führt zur Legitimation eines Werberats, der diese Lücke schließen soll. Beachtenswert wird hierbei die potentielle Befangenheit  der Mitglieder diskutiert, die ja ausschließlich aus der Wirtschaft kommen und den Spagat zwischen eigenen Interessen und den ethischen Auflagen üben. Gerade Schülerinnen und Schüler der Oberstufe motiviert es, Spannungsfelder der Meinungsvertretung und Intrigen aufzudecken. Spannend die Frage, ob der Deutsche Werberat folglich überhaupt im Sinne des Verbrauchers erfolgreich sein kann. Diese Fachinformationen werden auch den Schülern erläutert, in Form von Interviews eines fiktiven Journalisten mit der Werbung, dem staatlichen Recht und dem Werberat - diese Texte sind etwas lang und könnten ggf. gekürzt besser bearbeitet werden. Sehr motivierend ist freilich die Idee, den Deutschen Werberat real bezüglich aktueller Regelverstöße und Sanktionen anzufragen  - Kontaktadressen werden angegeben. Reizvoll und sicher diskussionsfreudig folgt die Aufgabe, reale Werbungsbeispiele aus Sicht des Werberates beurteilen zu dürfen. Hierbei geht es u.a. um Frauendiskriminierung, Gewaltverharmlosung und Verletzung religiöser Gefühle - Themen, die die Schüler interessieren. Ein Konferenzspiel (es soll entschieden werden, ob eine Werbung beanstandet wird) erleichtert nun spielerisch, die Facetten und die Einflussnahmen der einzelnen Mitglieder zu verstehen. Eine zu erstellende Grafik verdeutlicht die Kooperation und Einflussname durch die Partizipation des Bürgers, der Mitglieder und dem Staat. Insgesamt ist die Umsetzung im Unterricht recht anspruchsvoll, wird aber für die Lehrkraft mit konkreten Durchführungsangaben (Einstieg, Erarbeitung,  Anwendung und  Sicherung) gut und praxistauglich vorbereitet. Ein schönes Unterrichtswerk, das  - obwohl die grafische Präsentation augenscheinlich zu textlastig und das Layout viel zu dicht ist – ohne Zweifel rhetorisch und didaktisch als „sehr gut“ beurteilt werden kann.
Erscheinungsjahr
2009
Autor/in
Markus Niederastroth
Reihe
Preis
0.00 €
ISBN
Materialformat
Schlagworte