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Ethik macht klick

Das Material von klicksafe ist in die großen und zur Zeit aktuellen Themenbereiche ethischer Fragestellungen gegliedert: Nach einem kurzen Übersichtskapitel zu Ethik im Allgemeinen und Medienethik im Speziellen behandelt das Material die Themenkomplexe «Privatsphäre und Big Data», «Verletzendes Online-Verhalten» sowie «mediale Frauen- und Männerbilder». Hierbei ist jedes Kapitel gleich aufgeteilt und gibt erst im Rahmen einer Roadmap einen Überblick über das Teilthema, liefert dann Sachinformationen und Reflexionshinweise. Abgerundet wird jedes Themenfeld mit Praxisprojektvorschlägen, die im Unterricht eingesetzt werden können. Das dazugehörige Material wird mitgeliefert.

Medienethische Fragestellungen als Teil von Medienkompetenz sind virulenter denn je: Mit der Durchdringung des Alltags von digitalen Medien und sich daraus verändernden Handlungspraktiken kommen neue Herausforderungen auf Lehrer*innen und Schüler*innen zu: Fragestellungen nach Möglichkeiten und Grenzen von Datensammlung und -generierung, zu aktuellen Phänomenen wie Hate Speech und (Rechts-)Populismus machen deutlich, dass virulente Fragestellungen für Schule und Hochschule nicht (mehr) in der Mediennutzung per se liegen, sondern darin, zu entscheiden, was gesellschaftlich relevante Perspektiven sind und welche Handlungsoptionen sich daraus für Subjekte ergeben. Technisch ist vieles möglich und wird gemacht. Gleichzeitig ist der Bereich der Medienethik nicht immer einfach zu durchschauen und Material dazu nicht häufig zu finden.
Hier liefert das vorliegende Material von klicksafe die Möglichkeit, sich zum einen selbst mit den Themen (Medien-)Ethik, Privatsphäre und Big Data, verletzendem Online-Verhalten sowie medialen Frauen- und Männerbildern auseinanderzusetzen, zum anderen aber auch zu diesen hochaktuellen und relevanten Themenfeldern interessante Unterrichtssequenzen und Weiterbildungssitzungen zu gestalten. Das Material ist fachlich-inhaltlich sehr gut aufbereitet und auf den Punkt gebracht. Die Projekte, die zu jedem der Themen vorgestellt werden, zeichnen sich durch eine kreative Breite aus, so dass man hier als Lehrer*in/Dozent*in viele Anregungen bekommt, diese Facette von Medienkompetenz zu adressieren.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Sehr gut
Methodik-Didaktik:
Sehr gut
Formale Gestaltung:
Sehr gut
Gesamtbewertung:
Sehr gut
Ausführliche Bewertung
"Ethik macht klick, der Werte-Navi fürs digitale Leben" ist ein PDF-Heft im Umfang von knapp 150 Seiten, das sich in drei Bausteinen mit aktuellen Facetten von Medienethik beschäftigt. Dabei wurden mit Privatsphäre und Big Data, verletzendem Online-Verhalten sowie medialen Frauen- und Männerbildern diejenigen Themen adressiert, die gerade auch für Jugendliche relevant sind. Eingeleitet wird das Material mit Hintergrundinformationen zu Ethik und spezieller Medienethik. Das Material ist so gestaltet, dass es sowohl zum Selbststudium bzw. der individuellen Auseinandersetzung mit den Themenbereichen genutzt werden kann wie auch als Ideengrube für Unterrichtssequenzen und Projekten zum Bereich Medienkompetenzförderung. Die Eignung des Materials zur eigenen Beschäftigung/Selbststudium wird dadurch erleichtert, dass das Material didaktisch sehr gut aufbereitet ist: Jedes Kapitel folgt zum einen einer festen Struktur, weiterhin leisten Elemente wie Übersichtsgrafiken, Fortschrittsberichte und Kästen hier einen guten Dienst. Wenn man es für Unterrichts- oder Projektphasen einsetzen möchte, ist das mit dem PDF vielfältig möglich: Es ist breit in vielen Schulstufen einsetzbar und nicht unbedingt an ein eigenes Fach gebunden, darüber hinaus sind die Praxisprojekte breit aufgestellt. Diese Breite der Projektideen liefert dabei die Möglichkeiten, sich entweder konkrete auszusuchen oder die vorhandenen kreativ auszubauen. Ebenso tragen die verschiedenen Elemente wie Fachtexte, Informationsboxen, Interviewauszüge, Screenshots, Cartoons und Grafiken dazu bei, dass man sich auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Material auseinandersetzt und zu reflektieren beginnt. Ebenso wird darauf geachtet, dass auch der sprachliche Ausdruck der Netzgemeinde genutzt wird. Die Gefahr in der Erstellung von Lehr-Lernmaterialien zu Sozialen Medien und Netz-Jugendphänomenen liegt darin, zum einen oberlehrerhaft zu belehren oder die Phänomene nicht in seiner Breite zu erfassen. Beides ist in diesem Heft gelungen. Hier sieht man sehr gut, dass die Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen und Experten (hier Medienethiker vom Institut für Digitale Ethik und Medienpädagogen klicksafe) sehr fruchtbar ist.Einzig die Einbindung digitaler Medien in das Material selber hätte noch weiter ausgebaut werden können, beispielsweise durch begleitendes Material im Netz oder durch die direkte Verlinkung. Hier ist ein wenig Potenzial verschenkt worden. Trotzdem liegt mit dem PDF ein sehr gut gestaltetes und sehr hilfreiches Material sowohl für Lehrer*innen zum Einsatz in der Schule als auch für Hochschullehrende zum Einsatz zur medienpädagogischen Qualifizierung von Lehrenden vor.
Herausgeber
Erscheinungsjahr
2015
Autor/in
Prof. Dr. Petra Grimm, Karla Neef, Michael Waltinger, Birgit Kimmel, Stefanie Rack
Reihe
Preis
ISBN
Materialformat