Title

Gesund essen: Dickmacher im Griff

Energiebilanz XXL

Das Material besteht aus verschiedenen Texten und Arbeitsmaterialien zum Herunterladen sowie Verweisen auf weiterführende Medien:
- Auf die Energiebilanz achten (didaktisch-methodischer Kommentar)
- Alarmstufe XXL (Hintergrundinformationen für die Lehrkraft)
- Ernährung: Dickmacher im Griff (Lehrmaterialien für die Schülerhand als gesamte zip-Datei oder als einzelne pdf-Dateien):
4 Arbeitsblätter, 1 Lösungsblatt und 1 Foliensatz "Dickmachern auf der Spur" (12 Folien)
- Mediensammlung mit Links zu weiterführenden Medien: z. B. kurze Filme oder Broschüren, Online-Jugendmagazine oder ein Kalorienrechner

Das Arbeitsmaterial der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) "Lernen und Gesundheit - Gesund essen: Dickmacher im Griff" soll Berufsschüler und -schülerinnen zur Beschäftigung mit einem wichtigen Thema, nämlich der Überernährung, anregen. Es ist auf der dguv-Seite auch unter den Stichworten "Energiebilanz XXL" und "Alarmstufe XXL" für die Lehrkraft zu finden, wodurch schon eine verwirrende Vielfalt an verschiedenen Überschriften deutlich wird. Zunächst zeigt eine Übersichtsseite kurze Informationen und Links zu Kompetenzen, didaktisch-methodischem Kommentar, Hintergrundinformationen für die Lehrkraft sowie Links zu den vier Arbeitsblättern mit einem Lösungsblatt und einer Mediensammlung mit 12 Medien unterschiedlicher Art. Die Mediensammlung ist noch das Beste an diesem Material, ansonsten ist es eher unstrukturiert (schon auf der Titelseite für die einzelnen Kapitel unterschiedliche Titel). Die vier Arbeitsblätter wirken sehr sachlich-schmucklos und regen nicht unbedingt zur kritischen Reflexion des eigenen Essverhaltens an (Kalorienberechnung und Berechnung des Energieumsatzes - besser: Grund- und Leistungsumsatz). Bei den elf Folien wird zu wenig auf klare Fachsprache und wissenschaftlich korrekte Darstellung geachtet, auch wenn die Tipps auf Folie 11 zum geregelten Umgang mit "Burger, Muffin und Co" hilfreich sein können. Der Lehrerkommentar ist etwas besser; hier werden vielfältige Anregungen zur inhaltlichen und methodischen Auseinandersetzung mit dem Thema gegeben. Insgesamt lässt sich das Meterial nur als Ideenbaustelle für eigene Unterrichtskonzepte benutzen.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Ausreichend
Methodik-Didaktik:
Ausreichend
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Ausreichend
Ausführliche Bewertung
Das Material gibt an "ohne erhobenen Zeigefinger Essgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen und das kritische Auseinandersetzen mit Lebensmitteln und Mahlzeiten der heutigen Zeit zu fördern". Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Die gesamte Konzeption des Materials enthält als Grundvoraussetzung eine mehr oder weniger explizite Annahme, dass die Lernenden sich falsch, weil zu energiereich ernähren. Zielsetzung ist demgegenüber eine gesundheitsförderliche Ernährung mit weniger Fast Food und verarbeiteten Lebensmitteln insgesamt. Dafür sollen der Grundumsatz und der Aktivitätslevel berechnet, Kalorien von vermeintlich beliebten, aber energiereichen Lebensmitteln und Speisen recherchiert werden. Anschließend soll bearbeitet werden, welches "Aha-Erlebnis" mit den Daten verbunden war und was sich nun ändern soll. Eine echte und an den Interessen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler orientierte Auseinandersetzung mit der Thematik kann dadurch aber nicht erfolgen. Die Abarbeitung von Arbeitsblättern, ergänzt durch eine Präsentation als Lehrervortrag führt nicht zur Entwicklung von neuen Handlungsoptionen. Das Material greift lediglich physiologische Fragestellungen auf, kulturelle, soziale und sensorische Aspekte, die in der Ernährungsbildung eine große Rolle spielen, werden nicht integriert. Damit ist die fachliche Perspektive verengt und am ende steht dann doch nur die "Zeigefingerpädagogik". Die Arbeitsblätter wirken sehr sachlich-schmucklos und regen nicht unbedingt zur kritischen Reflexion des eigenen Essverhaltens an. Sie beschäftigen sich mit der Einschätzung des eigenen Kalorien- (nicht Joule!) Energieumsatzes (üblicherweise als Grund- und Leistungsumsatz bezeichnet). Anschließend werden beispielhafte kalorienreiche Menüs berechnet, die aber nicht unbedingt den tatsächlichen Ernährungsweisen der Schülerinnen und Schüler entsprechen müssen. Grundsätzlich ist die Thematisierung des Energiegehaltes verschiedener kalorienreicher Snacks hinsichtlich des Körpergewichtes wichtig, aber die Ausrichtung allein auf den Kaloriengehalt der Nahrung ist eine starke Verkürzung. Es sollten weitere Nährstoffe im Zusammenhang mit der Gesunderhaltung des Körpers thematisiert werden: essentielle Stoffe wie Vitamine und Mineralstoffe, Aminosäuren und Fettsäuren, aber auch, v. a. im Zusammenhang mit der Sättigung, Ballaststoffe (siehe Folie 8). Bei den Folien wird zu wenig auf klare Fachsprache und wissenschaftlich korrekte Darstellung geachtet. Der Lehrerkommentar ist etwas besser; hier werden vielfältige Anregungen zur inhaltlichen und methodischen Auseinandersetzung mit dem Thema gegeben. Insgesamt lässt sich das Material jedoch - wenn überhaupt - nur als Ideenbaustelle für eigene Unterrichtskonzepte benutzen.
Erscheinungsjahr
2012
Autor/in
Redaktion: Andreas Baader, Gabriele Albert
Reihe
DGUV Lernen und Gesundheit
Preis
ISBN
Materialformat