Title

Handyfasten

Vorderansicht des Unterrichtsmaterials "Handyfasten" - handysektor.de

(c) handysektor

Das Unterrichtsmaterial "Handyfasten" fordert die Zielgruppe der Jugendlichen zum zeitweisen Verzicht auf den Alltagsgegenstand Handy auf und regt dazu an, bewusst die eigene individuelle sowie auch gesellschaftliche Handynutzung zu reflektieren.

Das Projekt umfasst eine einführende Unterrichtssequenz zur Ermittlung und Bewusstmachung der Handynutzung mit Fokus auf Stressfaktoren. Es folgt das Anlegen eines Medientagebuchs über den projektartig angelegten Zeitraum des Handyverzichts. In einer nachbereitenden Sequenz tauschen sich die Lernenden über Erfahrungen und Schlussfolgerungen des Selbstversuchs aus und tragen in einem „Handyknigge“ Tipps für eine sinnvolle Handynutzung zusammen.    

Neben Sachinformationen liefert das Material eine Auflistung der benötigten Materialien, kurze didaktische Hinweise sowie Schülerarbeitsblätter zu den 5 Aufgaben der Unterrichtseinheit, Lösungsanregungen, die Vorlage für einen Elternbrief zum Thema und weiterführende Links.  

Die Unterrichtsmaterial „Handyfasten“ bietet einen ungewöhnlichen Ansatz, um das eigene Nutzerverhalten mit dem Handy kritisch zu hinterfragen. Die Zielgruppe der jugendlichen Schülerinnen und Schüler ist aufgefordert, für einen zuvor festgelegten Zeitraum und unter festgelegten Bedingungen, auf das eigene Handy zu verzichten. Der Selbstversuch wird durch das Führen eines Projekttagebuchs sinnvoll begleitet. Durch diese Selbsterfahrung können die Lernenden individuelles sowie auch gesellschaftliches Medienverhalten aus einer neuen Perspektive heraus betrachten und bewerten. Die genaue Ausgestaltung der Unterrichtseinheit liegt in Schülerhand, der Lehrer findet im Material nützliche Sachinformationen sowie kurze Hinweise zur didaktisch-methodischen Umsetzung.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Gut
Methodik-Didaktik:
Gut
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Gut
Ausführliche Bewertung
Das Material „Handfasten“ ist ein Angebot der werbefreien Internetseite www.handysektor.de, die Jugendliche im kompetenten Umgang mit mobilen Medien stärken möchte. Die von den Projektverantwortlichen angestrebte Alltagsrealität wird in der vorliegenden Unterrichtseinheit sehr gut umgesetzt. Jugendliches Nutzerverhalten im Umgang mit Handy bzw. Smartphone bildet den Ausgangspunkt der unterrichtlichen Überlegungen. Dabei ist zu keinem Zeitpunkt Wertung in Form des `pädagogischen Zeigefingers´ gegeben, vielmehr wird zum betont wertfreien Zusammentragen von Fakten, Gedanken und Verhaltensweisen angeregt. Im Fokus der Einheit steht die Selbsterfahrung bei einem bewussten Verzicht auf das Mobiltelefon. Die Schülerinnen und Schüler legen Rahmenbedingungen selber fest, führen ein Projekttagebuch und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus. Die jugendliche Zielgruppe erhält somit eine anregende und kreative Gelegenheit, die eigene Medienkompetenz zu stärken. Sie erkennen Medieneinflüsse, arbeiten diese auf und bilden ihre Urteils- und Handlungsfähigkeit im Umgang mit Medien aus. Im Anschluss an die Projekterfahrung können die Jugendlichen aufgrund eigener Erkenntnisse Regeln zum individuellen Verhalten im Umgang mit dem Handy in Form eines Handy-Knigge aufstellen und diese um eine gesellschaftliche Dimension erweitern. Mit einem geringen Umfang von 10 Seiten fällt das Material kurz aus, erweist sich aber als ausreichend für einen interdisziplinär angelegten Exkurs in die Medienpädagogik an den weiterführenden Schulen. Die Fachinformationen sind knapp gehalten, aber aussagekräftig und Hinweise auf vertiefende Recherchemöglichkeiten sind gegeben, Lernziele werden formuliert und die Strukturierung der Inhalte ist schlüssig. In fachlich-methodischer Hinsicht sind die eigentlichen Ideen zum Unterrichtsgeschehen überzeugend. Die didaktischen Hinweise jedoch könnten ausführlicher sein und der Lehrkraft eine noch bessere Orientierung innerhalb der geplanten Sequenzen geben. Gestalterisch wirkt das Material ansprechend und leserfreundlich. Die Arbeitsblätter für die Schülerhand weisen jedoch noch Optimierungsmöglichkeiten auf: In Layout und inhaltlicher Auftragsformulierung für die Schülerinnen und Schüler könnten diese zielgruppenorientierter ausfallen. Wünschenswert wäre auch die Möglichkeit zur Anpassung bzw. Abwandlung der Arbeitsblätter durch die Lehrkraft. Insgesamt bietet das Material „Handyfasten“ einen interessanten und lohnenswerten Ansatz für ein medienpädagogisches Projekt für eine jugendliche Zielgruppe, das ohne großen technischen oder organisatorischen Aufwand umsetzbar ist, das wenig Unterrichtszeit einfordert und das einen Zuwachs an Medienbewusstsein und Medienkritik ermöglicht.