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Im falschen Film?!

Eine Unterrichts-DVD zu Fragen des Urheberrechts und zum Schutz des geistigen Eigentums

Bei dem Material "Im falschen Film?!" handelt es sich um eine DVD auf der in sieben Modulen die Produktion, Vermarktung und Rezeption von Filmen sowie der Themenbereich Piraterie Schüler/-innen näher gebracht werden soll. Für den ersten Themenbereich berichten ein Vorstandsmitglied von Constantin-Film und der Managing Director von Sony Pictures, der Schauspieler Florian David Fitz, die Szenenbildnerin Silke Buhr u.a. von ihrem Arbeitsalltag und veranschaulichen so, wie Filme entworfen, produziert, vermarktet und verkauft werden. Mit den Informationen der Filmschaffenden werden die Schüler/-innen angeleitet, über das Zusammenwirken dieser Menschen bei der Produktion von Filmen, über die Budgetgrößen, über Filmplakate etc. zu reflektieren.
Der Themenbereich Urheberrechte in Verbindung mit Piraterie, Raubkopien bzw. illegalen Downloads wird anhand von alltagsnahen Fallbeispielen besprochen. Zusätzlich werden Zeitungs- und Redebeiträge sowie Filmspots zum Urheberrecht aus der Journalisten- und Kulturszene genutzt, um die Kontroversen zum Thema aufzuarbeiten.
Die Arbeitsaufträge reichen von der Recherche im Internet, über das Ausfüllen von Fragenkatalogen, dem Erstellen von Kalkulationsplänen bis hin zu Podiumsdiskussionen oder dem Entwerfen von Filmplakaten.
Die Module können einzelnen oder kombiniert eingesetzt werden. Sie umfassen mindestens eine bis maximal sechs Unterrichtsstunde(n) pro Modul.

Das Material „Im falschen Film?!“ ist mit seinen sieben Modulen sehr umfangreich und es bedarf einiger Geduld, um sich einen Überblick über die einzelnen Module zu verschaffen. Die Module enthalten einerseits viele anregende Spots, Informationen oder Interviewausschnitte, haben andererseits aber auch ihre Längen und enthalten aus Schüler/-innenperspektive sehr anspruchsvolle Redebeiträge. Die ergänzenden Arbeitsblätter beinhalten auf der einen Seite kreative Unterrichtsideen, wie zum Beispiel eine angeleitete Podiumsdiskussion zum Thema Urheberrechte oder Rechenaufgaben zu Budgetaufstellungen. Auf der anderen Seite sind auch sehr langweilige Aufgaben enthalten. Die Durchführung im Unterricht muss noch detaillierter geplant und optimiert werden. Außerdem müssen für die Durchführung der meisten Aufgaben mehrere Computer zur Verfügung stehen. Das Material kann auszugsweise eingesetzt werden, sodass passende Passagen und Aufgaben je nach Ausstattung, Thema und Unterrichtszeit ausgewählt werden können. Größtes Manko des Materials ist die übermäßige Präsenz großer Filmunternehmen, sodass kritische Blickwinkel insbesondere auf die Vermarktung von Filmen etc. nur unzureichend Platz finden.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Befriedigend
Methodik-Didaktik:
Befriedigend
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Das Material „Im falschen Film?!“ ist mit seinen sieben Modulen sehr umfangreich und bietet ein Fundus an Spots, Interviewpassagen und Filmszenen zu den Themen Urheberrechte sowie zur Produktion, Vermarktung und Rezeption von Filmen. Somit wird das Thema „Film“aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehr detailliert beschrieben. Auf der DVD sind vorrangig Redebeiträge von Schauspielern, Vertretern der Filmindustrie, Szenenbilderinnen u.a. gesammelt. Dadurch hat das Material für Schüler/-innen ein gewisses Anziehungspotential. Ergänzt werden die Redebeiträge durch Zeitungsausschnitte oder Antipiraterie-Spots, was einen vielfältigen Zugang sichert. Auch die Arbeitsaufträge sind sehr heterogen und bieten nicht nur Ideen für den Ethik- und Sozialkundeunterricht, sondern auch für den Kunst- wie für den Matheunterricht. Im Material enthalten sind zusätzlich verschiedene Links zu weiterführenden, größtenteils empfehlenswerten Quellen wie Filmlexika oder Wissensportalen zum Thema Film. Nun zu den Kritikpunkten: Leider sind einige der Arbeitsaufträge langweilig und mit sehr engen Vorgaben gespickt, sodass die Eigenleistung der Schüler/-innen manchmal zu kurz kommt. Auch die Filmszenen haben ihre Längen und die Redebeiträge sind teils redundant. Wünschenswert wären mehr Eindrücke, Bilder und Szenen z.B. vom Filmdreh etc., die das Gesagte untermalen. Am kritischsten muss die starke Präsenz der Filmunternehmen betrachtet werden, die ein sehr positives Bild ihres Genres beschreiben. Der kritische Blick auf die Vermarktungsindustrie o.ä. sollte im Unterricht von der Lehrkraft gesichert werden. Da sowohl mehr als auch weniger empfehlenswerte Elemente in dem Material enthalten sind, kann es nur mit befriedigend bewertet werden.
Erscheinungsjahr
2012
Autor/in
Burkhard Wetekam
Reihe
Preis
ISBN
Materialformat