Title

Körperpflegemittel

Chemie. Biologie. basiswissen, arbeitsmaterial

Das Material besteht aus 112 Seiten - es gliedert sich in vier Teile
Teil A: Die Haut
Anatomie und Funktion der Haut; Zusammensetzung von Badepräparaten; Hautpflegepräparaten, Sonnenschutzmittel, Deodorantien, Haarentfernung und Rasur, dekorative Kosmetik, Parfüms; altersbedingte Veränderung der Haut und deren Pflege; INCI Kennzeichnung

Teil B: Die Haare
Anatomie und Funktonen der Haare/Wurzeln; Inhaltsstoffe von: Shampoos, Pflegeprodukte, Festiger, Haarfärbemittel, Dauerwellprodukten,
Gesetzliche Regelung kosmetischer Mittel

Teil C: Die Zähne
Anatomie der Zähne; Erkrankungen der Zähne und des Zahnapparates; Inhaltsstoffe von Zahncremes und Mundpflegemittel
Mechanische Hilfen; Tierversuche und Kosmetik; Literaturliste für Körperpflegemittel

Teil D: Arbeitsblätter
6 kopierfähige Textseiten zum Ausfüllen; 15 Anleitungen zur Herstellung von Pflege- und dekorativer Produkte (übernommen von einem Angebot einer Firma mit Hinweis der Bezugsadresse für die Zutaten und Aufbewahrungsgefäße)

Leider wurde dieses Material wenig dazu genutzt, didaktisch gerecht den Schülerinnen und Schülern das Thema Körperpflegemittel in spannender Art und vor allem kritisch näher zu bringen. Die Hintergrundtexte sind extrem anspruchsvoll und mit vielen chemischen Begriffen belastet. Statt auf problematische Zusatzstoffe hinzuweisen, werden die Inhaltsstoffe mithilfe der Angaben der Hersteller als scheinbar verbindlich angegeben. Fast schon werbeträchtig wirken Ermahnungen, wie wichtig die Pflege mit Produkten für die Haut ist (s.ausführliche Bewertung). Die Arbeitsblätter sind im Gegensatz zu den vorangegangenen Sachtexten zu einfach gestaltet. Die Herstellung der Pflegeprodukte ist zwar spannend für den praktischen Teil, die 15-fache Wiederholung nicht sehr phantasievoll. Insgesamt ein eher inhomogenes Unterrichtswerk, das in Teilen durchaus im Unterricht eingesetzt werden kann, als didaktisch aufbereitetes Material aber leider keine bessere Bewertung erhalten kann.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Ausreichend
Methodik-Didaktik:
Ausreichend
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Ausreichend
Ausführliche Bewertung
Eher einem Sachbuch entsprechend sind die umfangreichen Hintergrundtexte sehr anspruchsvoll und eher für höhere Klassen oder Erwachsenenbildung interessant. Die Einführung jedes Kapitels beinhaltet erwartungsgemäß die Darstellung der Anatomie von Haaren, Haut etc.; es folgen jeweils die Pflegepräparate mit Rezepturbeispielen. Hier werden die Inhaltsstoffe nach Angaben der Hersteller explizit aufgelistet (jeder Inhaltsstoff wie Antioxidants oder Komplexierungsmittel, Deowirkstoff und alle Arten Tenside mit chemischen Strukturen und Reaktionsmuster). Wichtig wäre hier, auf die bedenklichen Zusatzstoffe hinzuweisen und die Wechselwirkung in der Haut zu erklären. So werden problematische Stoffe als obligatorisch angegeben (Beispielzitat beim Gesichtsmake up: Durch den Einsatz von flüchtigen Silikonen oder Isoparaffinen und geeigneten Filmbildnern wird eine sehr gute Haltbarkeit erreicht; S. 39). Es fehlen die Literaturhinweise auf kritische Ratgeber, die die Inhaltsstoffe von Pflegemittel hinterfragen und auf deren potentiell schädliche Wirkung hinweisen. Fast schon werbeträchtig wirken Ermahnungen, wie wichtig die Pflege mit Produkten für die Haut ist (Zitat: Bei reifere Haut müssen auf jeden Fall für den Tag und für die Nacht verschiedenen Produkte angewandt werden. Gesichtsmasken (...) sollten einmal pro Woche verwendet werden, aber auf jeden Fall dann, wenn man besonders schön sein will (S. 25). Auf jeden Fall können mit Rouge (…) wenig ideale Gesichtsform korrigiert werden). Die Betonung, mithilfe von Pflegeprodukten das eigene Aussehen zu perfektionieren, ist für die genannte Zielgruppe problematisch. Besser wäre, Pflegeprodukte zur Reinigung und Pflege voran zu stellen, um die Identifikation und Akzeptanz des eigenen Körpers – mit allen Eigenheiten - zu unterstützen. Die Arbeitsblätter sind im Gegensatz zu den vorangegangenen Sachtexten zu einfach gestaltet. Das Ausfüllen von Lückentexten und die schlichte Rekapitulierung der Inhalte mit gezielten Fragen birgt keine Flexibilität im Denkmuster der Schülerinnen und Schüler. Die eigene Herstellung der Pflegeprodukte ist zwar spannend für den praktischen Teil, die 15-fache Wiederholung nicht sehr phantasievoll. Problemtisch auch die Erzeugung eines Sonnenschutzmittels mit 4-Methoxyzimtsäure-2-ethylhexylester, da eine minimale Falschdosierung für die Haut problematisch werden kann und die Lichtschutzwirkung gefährlich falsch eingeschätzt wird. Der Hinweis auf die Bezugsquelle der Experimentiersets ist unter werbewirksamen Gesichtspunkten heikel einzustufen. Insgesamt ein eher inhomogenes Unterrichtswerk, das in Teilen durchaus im Unterricht eingesetzt werden kann, als didaktisches aufbereitetes Material aber leider keine bessere Bewertung erhalten kann.