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Medien und Gewalt

Das Unterrichtsmaterial „Medien und Gewalt – Herausforderungen für die Schule“ bietet Lehrkräften grundlegende Informationen zum Thema Gewalt und Mediengewalt, die um praxisrelevante gesetzliche Bestimmungen ergänzt werden. Auf dieser Basis wird konkret auf den Kontext Schule eingegangen und es werden Möglichkeiten zur Prävention sowie Hilfestellungen im „Akutfall“ aufgezeigt. Der anschließende Übungsteil gibt Lehrenden Anregungen zur konkreten Planung und Gestaltung ihres Unterrichts.

Das Handbuch „Medien und Gewalt – Herausforderungen für die Schule“ von Saferinternet.at stellt einen gelungenen Beitrag zur Prävention von Mediengewalt an Schulen dar. Lehrkräfte erhalten grundlegende Informationen fundiert und anschaulich aufbereitet. Vielfältige Anregungen zur Integration des Themas Medien und Gewalt in den Unterricht können Lehrende der Übungssammlung entnehmen. Das Material überzeugt sowohl in fachlich-inhaltlicher als auch in formal-gestalterischer und methodisch-didaktischer Hinsicht.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Sehr gut
Methodik-Didaktik:
Sehr gut
Formale Gestaltung:
Sehr gut
Gesamtbewertung:
Sehr gut
Ausführliche Bewertung
Das vorliegende Handbuch bietet Lehrkräften grundlegende und klar strukturierte Informationen rund um das Thema Mediengewalt und Prävention. Es beinhaltet vielfältige, anschauliche Anregungen und Materialien, um das Thema Medien und Gewalt in den Unterricht zu integrieren und um die Medienbildung von Jugendlichen zu fördern. Im ersten Teil gelingt den Autoren eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Gewaltbegriff sowie mit dem Thema Mediengewalt. Eine Einigung auf einen gemeinsamen Gewaltbegriff – zunächst unabhängig von der Medienthematik – wird als notwendige Basis beschrieben, um in Schule gewaltpräventiv tätig sein zu können, auch wenn in dem Unterrichtsmaterial verletzende Gewaltformen, wie sie in Medien dargestellt oder über Medien ausgeübt werden, im Vordergrund stehen. Das Fazit der Autoren, das als Basis für die weitere Auseinandersetzung dient, wird anschaulich und farblich hervorgehoben zusammenfassend dargestellt (S. 10). Die anschließende Übersicht über verschiedene Arten von Gewaltinhalten in digitalen Medien einerseits (Kap. 1.2.1) sowie über die verschiedenen Arten, wie Jugendliche einander und sich selbst mit Hilfe von digitalen Medien Gewalt antun andererseits (Kap. 1.2.2), geben einen guten Einblick in die Medienwelt von Jugendlichen. Darauf aufbauend wird konkret auf Konsequenzen für die Schule eingegangen. Hierbei ist eine Fokussierung auf die Erweiterung des Handlungsspielraumes von Lehrkräften als besonders positiv hervorzuheben. Dies gelingt z.B. mit den Hinweisen zur Gestaltung von Vereinbarungen in Bezug auf die Mediennutzung in der Schule (Kap. 3.3) sowie mittels der Zusammenstellung von sinnvollen Reaktionen in einigen beispielhaften Situationen von Mediengewalt (Kap. 3.4). Der Übungsteil (Kap. 6) bietet Lehrkräften Anregungen und Hilfestellungen zur konkreten Unterrichtsgestaltung zum Thema Medien und Gewalt. Die Übungen sind klar und einheitlich strukturiert. Die Orientierung für die Lehrkraft wird erleichtert durch a) die Unterteilung der Übungen in Kategorien je nach Tätigkeitsschwerpunkt der Schüler/innen, b) durch einen Lehrplanbezug, c) eine Benennung der Ziele und d) eine Beschreibung des Ablaufs. Wo nötig sind Hinweise zur Vorbereitung, Arbeitsblätter, Beispiele und Lösungsinformationen beigefügt. Eine umfangreichere und systematische Beschreibung der notwendigen Rahmenbedingungen fehlt hier leider. So bleiben Hinweise zu Jahrgangsstufen bzw. Altersgruppen, für die die jeweilige Übung besonders geeignet ist, aus. Gleiches gilt für konsequente Hinweise zu einer idealen Gruppengröße sowie zu räumlichen und zeitlichen Anforderungen. Bei der Nutzung des Materials gilt es zu berücksichtigen, dass dieses für den Unterricht an österreichischen Schulen erarbeitet wurde. An einigen Stellen müssen daher Hintergrundinformationen, Referenzen und weiterführende Links (wie zum Jugendschutzgesetz der einzelnen Bundesländer in Übung 5) für den Unterricht an deutschen Schulen entsprechend adaptiert werden. Besonders positiv hervorzuheben sind die umfassenden und konkreten Hinweise auf ergänzende und weiterführende Materialien an verschiedenen Stellen im gesamten Text. So dient Kapitel 5 beispielsweise ausschließlich der Nennung von weiterführenden Links und Materialien. Und im einführenden Teil zur Übersicht über praxisrelevante gesetzliche Bestimmungen zum Thema (Medien-)Gewalt (Kap. 2) werden die Verweise auf weitere Arbeitsmaterialien sogar um konkrete Angaben zu Seitenzahlen und Kapiteln ergänzt. Die Hervorhebung von besonders wichtigen Aspekten ist optisch ansprechend gestaltet. Der Fließtext wird durch farbige Kästen unterbrochen, welche z.B. Literaturtipps, Begriffserklärungen oder hilfreiche Fragestellungen für Lehrende für die Unterrichtsgestaltung enthalten. Mit Hilfe von Fallbeispielen und Exkursen werden einzelne Aspekte veranschaulicht und vertieft.
Herausgeber
Erscheinungsjahr
2015
Autor/in
Barbara Amann-Hechenberger, Dr. Karl Brousek, Barbara Buchegger, Christoph Kaindel, Elke Prochazka, Sonja Schwarz
Reihe
Preis
ISBN