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Mein Fernsehheld - Identifikationsfiguren aus dem Fernsehen erkennen und hinterfragen

Ein Modul aus dem Medienführerschein Bayern

Das Unterrichtsmaterial "Mein Fernsehheld. Identifikationsfiguren aus dem Fernsehen erkennen und hinterfragen" ist Teil des Medienführerscheins in Bayern. Es richtet sich an Schüler/innen der Klasse 3 und 4 und kann in einer Doppelstunde erarbeitet werden. Ziel ist es mit den Schüler/innen über ihre Fernsehgewohnheiten und insbesondere über ihre Identifikationsfiguren in einen Austausch zu kommen. Die Schüler/innen setzen sich mit dem Unterschied zwischen Realität und Fiktion auseinander, hinterfragen ihre Lieblingsfigur kritisch und lernen die Bedeutung des Merchandising kennen. Im Hinblick auf die Methodik gibt es Aufgaben in Einzelarbeit, Diskussionen in der Klasse sowie Arbeitsblätter, die in Partnerarbeit ausgefüllt werden. Zudem sollen die Schüler/innen ein Poster erstellen.
In dem Material finden sich Hintergrundinformationen für Lehrkräfte sowie viele Hinweise, wie das Unterrichtsthema über die Doppelstunde hinaus bearbeitet werden kann. Es umfasst 26 Seiten. Zusätzlich werden in einem Elternbrief die Eltern in die Bearbeitung des Themas „Fernsehen“ miteinbezogen.

Das Unterrichtsmaterial zum Thema Fernsehhelden ist so aufgebaut, dass sowohl die Chancen bei der Identifikation mit Fernsehfiguren als auch die Risiken bearbeitet werden. Die Qualität des Materials kommt unter anderem durch die akzeptierende Haltung gegenüber dem Medienkonsum zustande, denn diese erlaubt es den Schüler/innen, sich mit ihren Identifikationsfiguren einmal intensiver auseinanderzusetzen und sie auch kritisch zu hinterfragen. Das Thema Merchandising schließt sich hier sinnvoll an. Gleich zu Beginn der Unterrichtsstunde wird die Kreativität der Kinder geweckt, sie sollen ein Poster zu ihrer Lieblingsfigur erstellen. Im restlichen Verlauf stehen die Bearbeitung von Arbeitsblättern und die Diskussion mit der Klasse im Vordergrund. Der methodische und didaktische Aufbau ist schlüssig. Das Material ist mit seinen Hintergrundinformationen für Lehrkräfte und seinen Verweisen auf weitere Materialien ohne große Hürden im Unterricht einzusetzen. Zu kritisieren bleibt, dass die Anleitung zur Reflektion über das Konsumverhalten im Bezug auf das zeitliche Ausmaß der Fernsehnutzung und das Merchandising teils noch weitreichender sein könnte. Aus diesen Gründen wird das Material als gut bewertet.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Gut
Methodik-Didaktik:
Gut
Formale Gestaltung:
Sehr gut
Gesamtbewertung:
Gut
Ausführliche Bewertung
Das Unterrichtsmaterial zum Thema „Fernsehhelden als Identifikationsfiguren“ ist ansprechend gestaltet und das Konzept verständlich beschrieben. Das Material kann ohne große Vorbereitungen im Unterricht eingesetzt werden und gibt zusätzlich hilfreiche Anregungen, wie das Thema über die Doppelstunde hinaus behandelt werden kann und verweist auf empfehlenswerte Quellen. Durch das methodische Konzept wird sicher gestellt, dass die Motivation der Schüler/innen hoch ist. Dies gelingt insbesondere, weil ihre eigenen Erfahrungen und Lieblingsfiguren im Zentrum der Unterrichtseinheit stehen. Das Erstellen eines Posters über die eigene Lieblingsfigur im Fernsehen stellt einen kreativen Einstieg in das Thema dar. Anhand der Auseinandersetzung mit ihren eigenen Lieblingsfiguren lernen die Schüler/innen zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Dies kann gelingen, da die Lehrkräfte durch die Hintergrundinformationen für die Bedeutung der Figuren in der Lebenswelt der Schüler/innen sensibilisiert werden. Ziel ist es außerdem ein kritisches Bewusstsein für die Merchandisingware zu entwickeln. Bei der Bearbeitung dieses Themas gelingt es zwar, ein kritisches Bewusstsein für Merchandisingprodukte bei den Schüler/innen zu wecken, handlungsorientierte Ratschläge werden aber nicht gemeinsam erarbeitet. Dies sollte beim Einsatz des Materials nachgeholt werden. Einleitend wird als Ziel auch die Auseinandersetzung mit dem Ausmaß des Fernsehkonsums genannt. Die Ausarbeitung dieses Themas erfolgt im Material jedoch nicht ausreichend. Die Schüler/innen beschreiben in Einzelarbeit ihren Konsum, reflektieren ihn aber nicht gemeinsam. Über zeit- oder inhaltsbezogene Regeln bei der Fernsehnutzung wird im Ablauf des Unterrichts nicht mehr gesprochen. Positiv ist der Elternbrief zu erwähnen. In diesem wir aber leider auch nicht auf die Bedeutung von medienerzieherischen Regeln oder inhaltlichen Begrenzungen Bezug genommen. Trotz dieser Einschränkung kann das Material mit "gut" bewertet werden.
Erscheinungsjahr
2010
Autor/in
Marc Doerfert; Anja Monz; Stefanie Reger
Reihe
Ein Modul aus dem Medienführerschein Bayern
Preis
ISBN
Materialformat