Title

SCHUFA macht Schule - Das Kleingedruckte

Unterrichtsidee zu Verträgen und Krediten

Das "Impulsgeber-Heft" mit dem Titel "Das Kleingedruckte - Unterrichtsidee zu Verträgen und Krediten" thematisiert zunächst verschiedene Mobilfunk-Vertragsvarianten, die teilweise mit unterschiedlichen Ratenkaufverträgen kombiniert sind. Dabei wird unterschieden bzw. analysiert, wie das Gerät angeschafft wurde, welcher Mobilfunktarif genutzt wird (verschiedene Flatrates, Prepaid-Karten, Bezahlung nach Verbrauch), welche Mindestvertragslaufzeit festgelegt ist, wie und wann abgerechnet wird und welche Gesamtkosten entstehen. Nutzertypen werden im Rahmen einer sogenannten "Infografik", die für die Vorbereitung der Lehrkräfte vorgesehen ist, skizziert.
Darüber hinaus sollen die Lernenden nach Beispielen für verschiedene Produkte suchen, die sie hinsichtlich ihrer vertraglich geregelten Finanzierungsformen unterscheiden (Barkauf, Ratenkauf, Guthabenkarte (Prepaid), Mietvertrag) und mit Blick auf weitere Details des Kaufvertrags prüfen (Mindestalter, Vertragsform, Laufzeit, Kündigung u.a.).

Das Materialheft „Das Kleingedruckte - Unterrichtsidee zu Verträgen und Krediten“ aus der Reihe „SCHUFA macht Schule“ beinhaltet „Impulsgeber“-Materialien und Aufgabenideen, die für einen ca. neunzigminütigen Unterricht zusammengestellt wurden. Zielgruppe sind im Wesentlichen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit verschiedenen Mobilfunk-Vertragsvarianten - ergänzt durch Aufgaben, die ein breiteres Spektrum von Kaufverträgen und Finanzierungsformen in den Blick rücken. Angeknüpft an die Erfahrungen der Lernenden wird durch einen Einstieg, bei dem die in der Lerngruppe vorhandenen Mobilfunkverträge zunächst systematisiert werden. Die eigentliche Erarbeitungsphase wird durch das Ausfüllen eines kurzen Fragebogens zum jeweils individuellen Mobilfunkvertrag - einschließlich der Ermittlung der Gesamtkosten für zwei Jahre - gestaltet. Lebensweltbezug und Relevanz des Gegenstandes sind zwar evident, dennoch fehlen in den Materialien konkrete Situationen bzw. Szenarien, die die Lernenden in Entscheidungs- und Handlungsprozesse involvieren, so dass diese ökonomische Handlungs- und Urteilskompetenzen ausbilden können. Die vorgeschlagenen Aufgaben stützen sich im Wesentlichen auf das Vorwissen der Lernenden - liefern aber nur sehr wenig bis gar keinen Input hinsichtlich authentischer Erscheinungsformen und Kontexte vertraglicher Konstrukte (Vertragstexte, „Vertragsfallen“ - Stichwort: Das Kleingedruckte, Werbung, Verkaufssituationen, Wettbewerb u.a.). Ansätze zur Aufschlüsselung von Vertragsstrukturen werden zwar geliefert, die in den Zielformulierungen der Herausgeber erwarteten „Konsequenzen und Schlüsse“ können jedoch durch die vage formulierten Aufforderungen zur allgemeinen „Stellungnahme“ kaum angebahnt werden. Eine kritische Prüfung der Vertragsbedingungen wird nicht gefördert, sondern recht einseitig auf die „Verantwortung, die ein Käufer trägt“ (S. 6) fokussiert. Dennoch enthält das Heft anregende Materialteile, die ergänzend bzw. zur Vorbereitung der Lehrkraft vorgesehen sind (v.a. eine Doppelseite mit Personenprofilen und Mobilfunkvertragsmodellen). Diese könnten Fachlehrkräfte mit didaktischer Phantasie etwa zu Fällen ausbauen und um Entscheidungsszenarien ergänzen.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Ausreichend
Methodik-Didaktik:
Ausreichend
Formale Gestaltung:
Sehr gut
Gesamtbewertung:
Ausreichend
Ausführliche Bewertung
Das Materialheft „Das Kleingedruckte - Unterrichtsidee zu Verträgen und Krediten“ aus der Reihe „SCHUFA macht Schule“ beinhaltet „Impulsgeber“-Materialien und Aufgabenideen, die für einen ca. neunzigminütigen Unterricht zusammengestellt wurden. Zielgruppe sind im Wesentlichen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit verschiedenen Mobilfunk-Vertragsvarianten - ergänzt durch Aufgaben, die ein breiteres Spektrum von Kaufverträgen und Finanzierungsformen in den Blick rücken. Lebensweltbezug und Relevanz des Gegenstandes sind zwar evident, dennoch fehlen in den Materialien konkrete Situationen bzw. Szenarien, die die Lernenden in Entscheidungs- und Handlungsprozesse involvieren, so dass diese ökonomische Handlungs- und Urteilskompetenzen ausbilden können. Die vorgeschlagenen Aufgaben stützen sich im Wesentlichen auf das Vorwissen der Lernenden - liefern aber nur sehr wenig bis gar keinen Input hinsichtlich authentischer Erscheinungsformen und Kontexte vertraglicher Konstrukte (Vertragstexte, „Vertragsfallen“ - Stichwort: Das Kleingedruckte, Werbung, Verkaufssituationen, Wettbewerb u.a.). Angeknüpft an die Erfahrungen der Lernenden wird durch einen Einstieg, bei dem die in der Lerngruppe vorhandenen Mobiltelefone und Mobilfunkverträge zunächst systematisiert werden. Methodisch wird diese Phase in Form einer „Erhebung durch Meldung“ und anschließender Zusammenführung im Lehrer-Schülergespräch zu einem Baumdiagramm bzw. einer Conceptmap an der Tafel (Mindmap genannt) strukturiert. Eine leitende Fragestellung oder Problemstellung wird dabei nicht aufgebaut, sondern unmittelbar zur eigentlichen Erarbeitungsphase übergeleitet. Diese ist im Wesentlichen durch das Ausfüllen eines kurzen Fragebogens zum jeweils individuellen Mobilfunkvertrag - einschließlich der Ermittlung der Gesamtkosten für zwei Jahre - gestaltet. Vorausgesetzt, dass die Lernenden alle Daten abrufbar haben, ergibt sich grundsätzlich ein individueller Ausgangspunkt für eine Problematisierung der Passgenauigkeit von Nutzungsverhalten und Vertragsform. Dieses wird jedoch nicht systematisch angeleitet. Die erforderlichen Präzisierungen der Nutzerprofile fehlen genauso wie die handlungsorientierten Vorgehensweisen (z.B. Simulation eines Beratungsgesprächs). In der sogenannten Vertiefungsphase sind die Lernenden dazu aufgefordert, „weitere Formen des Kaufs und damit verbundene Verträge und Kredite unter die Lupe zu nehmen“ (S.8). Das zugehörige Arbeitsblatt bietet eine grobe Struktur in Form einer Matrix, die Koordinaten wie „Mindestalter“, „Beleg“, „Ratenkauf“ und „Mietvertrag“ enthält. Unklar bleibt zum einen, welche Ergebnisse und welche Art von Verträgen hier erwartet werden, zum anderen erschließt sich die Konzeption der Matrix kaum (und sie wird auch nicht erläutert). Da diese Aufgabe als Vertiefung im Rahmen einer Doppelstunde gedacht ist, erscheint es auch sehr zweifelhaft, dass es in der vorgesehenen Zeit zu verwertbaren Ansätzen kommen kann - zumal es keinen weiteren Input gibt, sondern die Lernenden auf eigenes Wissen und eigene Recherchen verwiesen sind. Die angebotenen Hilfsmittel, eine Art Wortkarte („Wortliste“ genannt) und ein Fachbegriffe-Glossar, sind nicht klar funktional eingebunden. Die Aktivität mündet weder in eine zielgerichtete Auswertungsphase noch fördert sie die Entscheidungs- und Urteilskompetenz, u.a. weil wiederum Anwendungssituationen fehlen. Insgesamt werden zwar vor allem zu den Mobilfunkverträgen Ansätze zur Aufschlüsselung von Vertragsstrukturen geliefert, die in den Zielformulierungen der Herausgeber erwarteten „Konsequenzen und Schlüsse“ können jedoch durch die vage formulierten Aufforderungen zur allgemeinen „Stellungnahme“ kaum angebahnt werden. Bei der Auswertung der „Vertiefungsphase“ wird vollständig auf „Nachfragen“ und „Stellungnahmen“ gesetzt. Eine kritische Prüfung der Vertragsbedingungen wird kaum gefördert, sondern recht einseitig auf die „Verantwortung, die ein Käufer trägt“ (S. 6) fokussiert. Dennoch enthält das Heft anregende Materialteile, die ergänzend bzw. zur Vorbereitung der Lehrkraft vorgesehen sind (v.a. eine Doppelseite mit Personenprofilen und Mobilfunkvertragsmodellen). Diese könnten Fachlehrkräfte mit didaktischer Phantasie etwa zu Fällen ausbauen und um Entscheidungsszenarien ergänzen. Das Themenheft wird (wie alle anderen der Reihe) durch einen „Evaluationsteil“ abgeschlossen, der die Funktionen „Dokumentation“, „Projektanalyse“, „Ergebnisanalyse“ und „Feedback“ (der Lernenden) mit jeweils einem Arbeitsblatt zu erfassen versucht. Generell sind die Erhebung der Lernausgangslage, die Reflexion des Lernweges und die Kompetenzüberprüfung mit Hilfe metakommunikativer Methoden ein wichtiges Element kompetenzorientierten Unterrichtens. Die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel sind jedoch allenfalls als Impulsgeber tauglich. Weder ermöglichen sie eine Diagnose der Lernausgangslage, noch wird an konkreten Kompetenzen der Lernzuwachs erkennbar gemacht. Stattdessen sollen die Lehrenden beispielsweise Fotos einkleben oder selbst die „wichtigsten Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler“ formulieren. Das Lernendenfeedback zielt eher grob auf „Gefallen“ bzw. „Nichtgefallen“, wiederum ohne Kompetenzbezug. Die insgesamt durchaus ansprechende Form, die Übersichten für den Stundenablauf sowie die vom Ansatz her sinnvollen Strukturvorgaben der Arbeitsblätter können den fehlenden Input und die didaktischen Ungereimtheiten bzw. Leerstellen jedoch nicht kompensieren. Entgegen den im Einführungstext (S.5) behaupteten Eigenschaften des Materials mangelt es vor allem an konkreten Szenarien und Kontexten, die erst ein ergebnis- und entscheidungsorientiertes Handeln erlauben würden sowie an weiterem Input, der eine fachlich angemessene Analyse der Handlungsoptionen bei Vertragsabschlüssen ermöglicht. Einzelne „Impulse“ (z.B. die Personenprofile kombiniert mit Mobilfunkvertragsmodellen) ließen sich aber gewinnbringend im Rahmen eines selbst konzipierten Unterrichtsvorhabens mit geschärfter Problemorientierung und Zielsetzung nutzen.
Erscheinungsjahr
2013
Autor/in
nicht benannt; verantwortlich: SCHUFA Holding AG; Konzeption und Umsetzung: Helliwood media & education
Reihe
SCHUFA macht Schule
Preis
ISBN
Materialformat