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SCHUFA macht Schule - Meine Daten und ich

Das "Impulsgeber-Heft" "Meine Daten und ich" thematisiert anhand sogenannter "Musterpersonen" zunächst die Ursprungsorte und Interaktionen, die eine personenbezogene Datenspeicherung implizieren. Diese werden anschließend Kategorien (z.B. Konsum, Beruf, Behörden...) zugeordnet. Einzelne fiktive Personen werden daraufhin hinsichtlich ihrer "Datenverbreitungs-Biografie" betrachtet. Abschließend werden Aspekte der "Verantwortlichkeit" bezüglich des Umgangs mit Personen bezogenen Daten thematisiert. Hierzu werden kurze Passagen aus dem Bundesdatenschutzgesetz sowie der Internetpräsenzen der BITKOM ("Web-Nutzer erkennen Eigenverantwortung beim Datenschutz") und der SCHUFA ("Kunden möchten schnell und bequem Geschäfte machen") den Lernenden zur Kommentierung und eigenen Beurteilung vorgelegt.

Mit dem Heft „Meine Daten und ich“ aus der Reihe „SCHUFA macht Schule“ ist beabsichtigt, Schülerinnen und Schülern praxisbezogen aufzuzeigen, wo überall Daten gespeichert werden und mit ihnen darüber zu reflektieren, welche Verantwortung der Einzelne und die Unternehmen beim Umgang mit Personen bezogenen Daten tragen. Dieser Zielsetzung kann mit Hilfe des „Impulsgebers“ auch weitgehend entsprochen werden. Ausgangspunkt des für 90 Minuten konzipierten Unterrichts sind fingierte Personen, die durch ihre gesellschaftliche Teilhabe bzw. ihre Konsumhandlungen Personen bezogene Daten an verschiedenen Stellen (Standesamt, Schule, Bank, App Store...) hinterlassen und deren „Datenspuren“ von den Lernenden mit Hilfe einer Mindmap geordnet und wahrgenommen werden sollen. Der generell lebensweltbezogene Ansatz ist vor allem für die SchülerInnen geeignet und das Material weitgehend schlüssig aufgebaut, wobei einem Dreischritt "Sensibilisierung - Erarbeitung - Auswertung/ Diskussion" gefolgt wird. Es ließe sich aber wesentlich herausfordernder und ergiebiger hinsichtlich der Erkenntnisprozesse gestalten. Die „Bestandsaufnahme“ lässt wenig Rückschlüsse auf Motive und Methoden der Datenverwendung zu, problemorientierte Szenarien finden sich ebenso wenig wie Anwendungssituationen (das Kennzeichen eines handlungs- und kompetenzorientierten Unterrichts). Die Urteils- und Handlungsfähigkeit der Lernenden wird durch die Analyse der Musterpersonen sowie durch Kommentierung von „Statements“ nur sehr begrenzt aufgebaut, weil die abstrakte Steuerungsfrage nach der „Verantwortung“ für den (bewussten und sensiblen) Umgang mit den personenbezogenen Daten weder dazu geeignet ist Interessenbezüge aufzuzeigen noch konkrete Entscheidungshilfen bereitzustellen.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Befriedigend
Methodik-Didaktik:
Befriedigend
Formale Gestaltung:
Sehr gut
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Mit dem Heft „Meine Daten und ich“ aus der Reihe „SCHUFA macht Schule“ ist beabsichtigt, Schülerinnen und Schülern praxisbezogen aufzuzeigen, wo überall Daten gespeichert werden und mit ihnen darüber zu reflektieren, welche Verantwortung der Einzelne und die Unternehmen beim Umgang mit Personen bezogenen Daten tragen. Dieser Zielsetzung kann mit Hilfe des „Impulsgebers“ auch weitgehend entsprochen werden. Der generell lebensweltbezogene Ansatz ist vor allem für die SchülerInnen geeignet und das Material weitgehend schlüssig aufgebaut, wobei einem Dreischritt "Sensibilisierung - Erarbeitung - Auswertung/ Diskussion" gefolgt wird. Ausgangspunkt des für 90 Minuten konzipierten Unterrichts sind fingierte Personen, die durch ihre gesellschaftliche Teilhabe bzw. ihre Konsumhandlungen Personen bezogene Daten an verschiedenen Stellen (Standesamt, Schule, Bank, App Store...) hinterlassen und deren „Datenspuren“ von den Lernenden mit Hilfe einer vom Lehrer an der Tafel entworfenen Mindmap geordnet und wahrgenommen werden sollen. Im Anschluss sollen die Schülerinnen und Schüler für jeweils eine Musterperson mit Hilfe eines Arbeitsblattes ein „Profil“ erstellen, das die jeweiligen Grunddaten und Lebenssituation, den spezifischen Umgang mit Daten und eine „Aussage“ über den Umgang mit Daten und das Kaufverhalten enthält. In einem dritten Schritt werden den Lernenden in Gruppen nacheinander drei „Statements“ zur Kommentierung und Auswertung hinsichtlich der Frage nach der „Verantwortlichkeit“ für den sensiblen Umgang mit Personen bezogenen Daten im Placemat-Verfahren vorgelegt. Bei der Realisierung aller Schritte lassen sich jedoch Schwachstellen aufzeigen und ein Lernvorhaben zum Thema „Umgang mit Personen bezogenen Daten ließe sich wesentlich herausfordernder und ergiebiger hinsichtlich der Erkenntnisprozesse gestalten. Obwohl es grundsätzlich plausibel ist, dass die Lernenden zunächst induktiv die Datenverbreitungswege nachvollziehen, wäre es für den Lernprozess förderlicher, wenn auch an ihre eigenen Erfahrungen und ihr Vorwissen explizit angeknüpft würde. Die Auseinandersetzung mit den „Musterpersonen“ wäre zudem ergiebiger, wenn nicht nur die „Orte“ der Datenabgabe festgestellt würden, sondern auch die konkreten Wege und Situationen der Datenerhebung, ihre Vernetzung, Motive der Datenerheber sowie eine Unterscheidung zwischen eher vermeidbaren und kaum vermeidbaren Datenpreisgaben bearbeitet würden. So könnte eine über die „Sensibilisierung“ hinaus gehende Lernprogression entstehen, die auch zur Entscheidungskompetenz der Schülerinnen und Schüler beitragen könnte. Um dies leisten zu können, müssten jedoch Sachinformationen und Anwendungssituationen hinzugefügt werden. Aber auch bereits die vorliegenden Materialien könnten ergiebiger genutzt werden. Beispielsweise wird eine gut ausgearbeitete Zusammenstellung über die „Datenaktionen“ von 9 fingierten Personen gar nicht für den vorgeschlagenen Unterrichtsgang genutzt. Durch entsprechende Aufgaben, beispielsweise konzipiert als Beratungssituationen, Vergleiche mit der eigenen Person, Rechercheaufträge zum Umgang mit den Daten bei den genannten Stellen u.v.m. , könnte ein wesentlich stärker handlungsorientiertes Unterrichtsarrangement entstehen. Auch könnten die dargestellten Profile, die sich zum Teil mit den Informationen über die „Musterpersonen“, die die Schülerinnen und Schüler erhalten, überschneiden, die geforderte Profilerstellungen unterstützen. Die über die Informationskarten vorgesehenen Informationen sind hingegen nicht sehr umfangreich, um daraus aussagekräftige Profile zu erstellen. Auch das erwartete Lernergebnis nach der Präsentation der Profile verdeutlicht nochmals die geringe Lernprogression: „Halten Sie fest, dass man auch ohne Kenntnis einer Person, eine Menge über sie erfahren kann.“ (S.8). Im dritten und letzten Schritt wird die Urteils- und Handlungsfähigkeit der Lernenden durch die Kommentierung von drei „Statements“ nur sehr begrenzt aufgebaut, weil die abstrakte Steuerungsfrage nach der „Verantwortung“ für den (bewussten und sensiblen) Umgang mit den Personen bezogenen Daten weder dazu geeignet ist Interessenbezüge aufzuzeigen noch konkrete Entscheidungshilfen bereitzustellen. Zudem sind die ausgewählten Statements auch kaum dazu geeignet, Multiperspektivität über die Frage der Verantwortlichkeit zu erzeugen, weil sie die Lernenden dahin lenken, zum einen die Verantwortlichkeit bei den Verbrauchern zu sehen, zum anderen das „Sicherheitsinteresse“ und die an die Datenübergabe gebundene „Serviceleistung“ der Unternehmen bei Kaufhandlungen zu fokussieren. Leider wurde auch ein „Statement“ direkt einer SCHUFA-Quelle entnommen und „Kunden möchten schnell und bequem Geschäfte machen“ überschrieben, ohne dass eine tatsächliche Gegenposition angeboten würde. Eine kritische Auswertung der jeweiligen Interessen und Verwertungsmotive wird so nicht angestoßen. Hier stößt das Material an die Grenze zur Einflussnahme. Durch didaktische Anpassungen einer kompetenten Lehrkraft (Einstieg am Vorwissen der Lernenden orientieren, detailliertere Analyse der Datenverbreitungsvorgänge einschließlich Klärung technischer und rechtlicher Fragen, ggf. Hinzufügung problemorientierter Szenarien der Datenverwendung sowie entlang der Kategorie des Interesses reflektierte Bewertungen der Handlungsmöglichkeiten), ließen sich vertiefende Lernprozesse unter Einbeziehung der Materialien und Arbeitsanregungen initiieren. Das Themenheft wird (wie alle anderen der Reihe) durch einen „Evaluationsteil“ abgeschlossen, der die Funktionen „Dokumentation“, „Projektanalyse“, „Ergebnisanalyse“ und „Feedback“ (der Lernenden) mit jeweils einem Arbeitsblatt zu erfassen versucht. Generell sind die Erhebung der Lernausgangslage, die Reflexion des Lernweges und die Kompetenzüberprüfung mit Hilfe metakommunikativer Methoden ein wichtiges Element kompetenzorientierten Unterrichtens. Die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel sind jedoch allenfalls als Impulsgeber tauglich. Weder ermöglichen sie eine Diagnose der Lernausgangslage, noch wird an konkreten Kompetenzen der Lernzuwachs erkennbar gemacht. Stattdessen sollen die Lehrenden beispielsweise Fotos einkleben oder selbst die „wichtigsten Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler“ formulieren. Das Lernendenfeedback zielt eher grob auf „Gefallen“ bzw. „Nichtgefallen“, wiederum ohne Kompetenzbezug. Die äußere Form der Arbeits- und Begleitmaterialien ist recht gelungen und ermöglicht einen auch nur teilweisen Einsatz. Die vorgelegten Strukturelemente inspirieren zu einem eigenständigen Um- und Weiterarbeiten - und sind damit ganz im Sinne des Titels „Impulsmaterial“.
Erscheinungsjahr
2013
Autor/in
nicht benannt; verantwortlich: SCHUFA Holding AG; Konzeption und Umsetzung: Helliwood media & education
Reihe
SCHUFA macht Schule
Preis
ISBN
Materialformat