Title

SCHUFA macht Schule - Smart Home

Das Themenheft "Smart Home" befasst sich mit Entscheidungen und Planungsschritten, die im Kontext einer Haushaltsgründung und teilweise auch Haushaltsführung relevant sind. Dabei wird im Wesentlichen die Situation junger Erwachsener, die sich zum Auszug aus dem Elternhaus entscheiden, zu Grunde gelegt. Das dreigeteilte Themenheft beginnt mit einer Einheit zu den möglichen Auszugs- und Gründungsentscheidungen, welche vor allem auf die Feststellung und Abstimmung von Wohnbedürfnissen, Zielen der Wohn- und Lebensgestaltung, des voraussichtlichen Budgets sowie unterschiedlicher Wohnformen bezogen ist. Der zweite Teil thematisiert Wohnungssuche und Umzugsplanung, d.h. im Einzelnen die verschiedenen Möglichkeiten der Wohnungssuche, Kriterien der Wohnungsbewertung und des Angebotsvergleichs, rechtliche Aspekte und Hinweise für die Kontaktaufnahme mit dem Vermieter und das Mietvertragsverhältnis sowie Möglichkeiten den Umzug zu gestalten. Der letzte Teil fokussiert das "Haushaltsmanagement" und integriert dabei eine Vielfalt an Aspekten wie die "Arbeitsbereiche des Haushalts", die Aufgabenverteilung, verschiedene "Haushaltsführungsstile", Überlegungen zu den "vollen Kosten" bzw. Opportunitätskosten haushaltsbezogener Produktion, alternative Versorgungsmöglichkeiten, die Gestaltung eines Haushaltsbuches, Anschaffungen und Finanzierungen, Versichern, Vermögensbildung und Sparen, Einsparpotenziale im Haushalt sowie der Umgang mit Konflikten (v.a. mit Nachbarn).

Das Themenheft „Smart Home“ bietet vielfältige Materialien, Arbeitsanregungen und Hintergrundinformationen zu den Anforderungsbereichen „Haushaltsgründung“ und „Haushaltsmanagement“. Dabei kann es durchaus einen Beitrag zum selbst gesteckten Ziel, nämlich der Erstellung eines „praxisorientierten Fahrplans für den Bezug der ersten eigenen Wohnung“, liefern. Begleitmaterialien und Arbeitsblätter zeugen von einem grundsätzlich tragfähigen alltagsbezogenen Ansatz. Dabei wird weitgehend der Ablauflogik einer Haushaltsgründung gefolgt und mittels Planungsmatrizen sowie „Checklisten“ von der Vergewisserung über die Vor- und Nachteile von Wohnformen bis hin zum Umgang mit Konflikten im nachbarschaftlichen Umfeld eine große Aspektvielfalt angerissen. Für eine vertiefende Auseinandersetzung bietet das Material jedoch keine hinreichend ausgearbeitete Grundlage. Wesentliche Sachinformationen, die als Wissensbasis des Kompetenzerwerbs erforderlich wären, müssen entweder durch die Lernenden selbst (ohne gezielte Hilfen) recherchiert oder durch die Lehrkraft zusammengestellt und aufbereitet werden. Hier bietet der recht umfangreiche didaktische Begleittext in einigen Bereichen eine nutzbare Ausgangsbasis. Ein handelnder Umgang mit den Materialien mit dem Ziel des Kompetenzerwerbs wird vor allem dadurch erschwert, dass so gut wie keine konkreten Anwendungssituationen zu Grunde gelegt werden, die Entscheidungs- und Problemlöseprozesse initiieren könnten. Beispielsweise soll ein (Blanko-) Mustermietvertrag auf seine Elemente hin überprüft werden, obwohl erst die Prüfung eines - oder besser mehrerer - spezifischer Mietverträge die Fragen nach rechtlicher Konformität, Problemstellen und Kommunikationsanforderungen in einen Sinn- und Anwendungszusammenhang bringen würde. Arbeitsvorschläge und Methodenbeschreibungen bleiben häufig rudimentär bzw. erscheinen teilweise assoziativ, so dass nur eine kompetente Fachlehrkraft die nötigen Leerstelle schließen und mit viel Eigenarbeit im besten Fall die teilweise guten Anregungen in eine Simulation bzw. ein Planspiel einarbeiten könnte.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Befriedigend
Methodik-Didaktik:
Ausreichend
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Das Themenheft „Smart Home“, als Teil eines umfangreicheren Unterrichtsmaterialangebots der SCHUFA, bietet vielfältige Materialien, Arbeitsanregungen und Hintergrundinformationen zu den Anforderungsbereichen „Haushaltsgründung“ und „Haushaltsmanagement“. Es enthält neben einem ausführlichen didaktischen Begleittext mit integrierten Aufgabenanregungen im Anhang auch fertig ausgearbeitete Arbeitsblätter. Damit kann es durchaus einen Beitrag zum selbst gesteckten Ziel, nämlich der Erstellung eines „praxisorientierten Fahrplans für den Bezug der ersten eigenen Wohnung“, liefern. Begleitmaterialien und Arbeitsblätter zeugen von einem grundsätzlich tragfähigen alltagsbezogenen Ansatz. Es wird weitgehend der Ablauflogik einer Haushaltsgründung gefolgt und mittels Planungsmatrizen sowie „Checklisten“ von der Vergewisserung über die Vor- und Nachteile von Wohnformen bis hin zum Umgang mit Konflikten im nachbarschaftlichen Umfeld eine große Aspektvielfalt angerissen. Viele der Materialien und Arbeitsvorschläge fügen sich hier ablauflogisch ein, ohne dass jedoch eine z.B. Fall orientierte didaktische Inszenierung sinnstiftende Verknüpfungen erzeugt. In einigen Fällen erscheinen die Arbeitsvorschläge auch assoziativ und nicht konsequent an der Haushaltsgründung orientiert (z.B. Motive von Schülerjobs oder Finanzierung eines Smartphones). Für eine vertiefende Auseinandersetzung bietet das Material jedoch keine hinreichend ausgearbeitete Grundlage. Wesentliche Sachinformationen, die als Wissensbasis des Kompetenzerwerbs erforderlich wären, müssen entweder durch die Lernenden selbst (ohne gezielte Hilfen) recherchiert oder durch die Lehrkraft zusammengestellt und aufbereitet werden. Hier bietet der recht umfangreiche didaktische Begleittext in einigen Bereichen eine nutzbare Ausgangsbasis. Leider werden viele der darin enthaltenen (fachlichen) Konzepte nicht konsequent in die Aufgabenstellungen überführt. „Opportunitätskosten“ etwa werden zwar im Begleittext recht ausführlich dargelegt, jedoch nur in einer Aufgabenanregung im Rahmen einer „Vollkostenrechnung“ „ausgewählter“ (d.h. noch zu konkretisierender!) Aktivitäten implizit berücksichtigt. Reflexionsaufgaben bzw. Vertiefungen zum Konzept finden sich nicht. Auch die für die Lehrkraft benannten mietrechtlichen Regelungen finden kaum einen Niederschlag in den wenig anwendungsbezogenen Aufgaben. Die ausgearbeiteten Arbeitsblätter im Anhang enthalten neben geschlossenen Formaten auch Möglichkeiten der eigenständigen Konkretisierung (z.B. Einrichtungsplan erstellen), Schlussfolgerungen und Beurteilungen der Arbeitsergebnisse sind jedoch nur punktuell angelegt, häufig auf die nicht weiter operationalisierte Formel „diskutiert in der Klasse“ reduziert. Ein handelnder Umgang mit den Materialien mit dem Ziel des Kompetenzerwerbs wird vor allem dadurch erschwert, dass so gut wie keine konkreten Anwendungssituationen zu Grunde gelegt werden, die Entscheidungs- und Problemlöseprozesse initiieren könnten. Beispielsweise soll ein (Blanko-) Mustermietvertrag auf seine Elemente hin überprüft werden, obwohl erst die Prüfung eines - oder besser mehrerer - spezifischer Mietverträge die Fragen nach rechtlicher Konformität, Problemstellen und Kommunikationsanforderungen in einen Sinn- und Anwendungszusammenhang bringen würde. An wenigen Stellen liegen Ansätze kompetenzorientierter Aufgaben vor, wenn z.B. eine Entscheidung für eine Wohnform getroffen werden soll und als Entscheidungsgrundlage eine „Nutzwertanalyse“ angeboten wird, die als übertragbares Instrumentarium den Entscheidungsprozess steuert. Fachmethoden werden zwar angesprochen, jedoch häufig gar nicht als Modell zur Verfügung gestellt, so dass die Lernenden in vielen Fällen dazu aufgefordert sind, ein Modell nach eigenen Vorstellungen zu entwickeln (z.B. „Gestaltung eines Haushaltsbuches in Kleingruppen nach der Methode Galerie“.) In einem anderen Fall sollen durch Interview („kleine empirische Erhebung“) Informationen (Daten) zur Ausgabensituation verschiedener Haushaltstypen gewonnen werden, ohne dass ein Leitfaden zur Fragebogenerstellung oder Datenaufbereitung und -auswertung vorliegt. Hinweise zur Konstruktion eines methodischen Instrumentariums liefert teilweise der didaktische Begleittext; eine Anwendungssituation für einen konkreten Fall (Haushalt) bzw. eine differenzierte Fragestellung fehlt jedoch durchgängig. Die Arbeitsblätter und Aufgabenvorschläge werden mit einem „Methodenglossar“ verknüpft und auf diese Weise die unterrichtliche Umsetzung auch im Hinblick auf einen Wechsel der Sozial- und Kommunikationsformen unterstützt. Allerdings wird in dem Methodenglossar nicht zwischen Fachmethoden und Unterrichtsmethoden unterschieden (d.h. „Kosten-Nutzen-Analyse“ steht beispielsweise neben „Galerie“) und die Methoden (beider Art) werden nicht immer präzise geklärt, so dass auch hier Präzisierungen, Interpretationen und konkrete Ausgestaltungen (Rollen, Situationen, Fälle u.a.) erforderlich sind. Die Aufgabenformulierung der ausgearbeiteten Arbeitsblätter gibt fast durchgängig Einzelarbeit vor, so dass auch hier eine Verknüpfung mit den kooperativen Arbeitsformen des Methodenglossars Anpassungen erforderlich macht. Das Themenheft wird durch einen „Evaluationsteil“ abgeschlossen, der die Funktionen „Dokumentation“, „Projektanalyse“, „Ergebnisanalyse“ und „Feedback“ (der Lernenden) mit jeweils einem Arbeitsblatt zu erfassen versucht. Generell sind die Erhebung der Lernausgangslage, die Reflexion des Lernweges und die Kompetenzüberprüfung mit Hilfe metakommunikativer Methoden ein wichtiges Element kompetenzorientierten Unterrichtens. Die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel sind jedoch allenfalls als Impulsgeber tauglich. Weder ermöglichen sie eine Diagnose der Lernausgangslage, noch wird an konkreten Kompetenzen der Lernzuwachs erkennbar gemacht. Stattdessen sollen die Lehrenden beispielsweise Fotos einkleben oder selbst die „wichtigsten Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler“ formulieren. Das Lernendenfeedback zielt eher grob auf „Gefallen“ bzw. „Nichtgefallen“, wiederum ohne Kompetenzbezug. Insgesamt erscheint das Material durch einen praxistauglichen Ansatz geprägt, der besonders im Begleittext Anregungspotenzial bietet. Trotz der Orientierung am Planungsverlauf einer Wohnungsgründung fehlen jedoch verklammernde didaktische Elemente und Überblick stiftende Darstellungen, die einen Zusammenhang von Inhalten, Zielen und Planungsentscheidungen herstellen könnten. Stattdessen bleiben die Aufgaben häufig rudimentär bzw. erscheinen assoziativ, so dass nur eine kompetente Fachlehrkraft die nötigen Leerstellen schließen und mit viel Eigenarbeit im besten Fall die Anregungen in eine Simulation bzw. ein Planspiel einarbeiten könnte.
Erscheinungsjahr
2013
Autor/in
Prof. Dr. Michael-Burkhard Piorkowsky
Reihe
SCHUFA macht Schule
Preis
ISBN
Materialformat