Title

Umgang mit Geld II

Geldanlage - Kredit

Das Materialheft "Umgang mit Geld II" umfasst neun kurze und eine etwas umfangreichere thematische Einheiten zu den Inhaltsbereichen "Sparen/ Geldanlage" sowie "Kredit/ Schulden". Die ersten vier kurzen, in der Regel eine Doppelseite füllenden Einheiten, thematisieren "Gründe für das Sparen" (Zwecksparen, Allgemeine Vorsorge und Altersvorsorge); Einnahmen und Ausgaben (Budget-Planung) - auch vor dem Hintergrund konkreter Zukunftswünsche; eine Darstellung der "konkurrierenden Ziele" der Vermögensanlage (Rentabilität, Sicherheit, Liquidität) sowie Zinsen und Zinseszinsen einschließlich ihrer Berechnungsformeln. Hieran schließt sich eine siebenseitige Einheit mit dem Titel "Anlageformen im Überblick" an.
Unterschieden wird dabei zwischen "kursneutralen Anlagen" und "Anlagen mit Wertschwankungen", die in ihren jeweiligen Formen beschrieben und erläutert sowie hinsichtlich der Merkmale "Liquidität", "Sicherheit" und "Rentabilität" verglichen und eingeordnet werden. Unter "kursneutralen Anlagen" werden Sparkonten, Sparbriefe, Tagesgeld und Festgeld subsumiert, unter "Anlageformen mit Wertschwankungen" Aktien, Anleihen und Investmentfonds. Der Inhaltsbereich "Sparen/Geldanlage" endet mit einer Doppelseite, die Informationen zur Einlagensicherung in Deutschland enthält.
Es schließen sich vier kurze Einheiten zum Inhaltsbereich "Kredit/Schulden"an. Zunächst werden die Modalitäten des Dispositionskredits und des Anschaffungsdarlehens dargestellt gefolgt von Informationen zum Immobilienkredit (Darlehensarten, Hypothek und Grundschuld).
Den Abschluss bilden jeweils eine Seite zur "Überschuldung junger Menschen" (kurze Informationen über Schuldnerzahl, Schuldenhöhe nach Lebensalter, Hauptauslöser einer Überschuldung) sowie zu unterschiedlichen Sparquoten und Sparmotiven in verschiedenen europäischen Ländern.

"Umgang mit Geld II" ist ein kompaktes Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I (ab Jg. 8), durch das Grundinformationen zu den Bereichen "Sparen/ Geldanlage" und "Kredit/ Schulden" vermittelt werden können. Es ist in kurze Kapitel gegliedert, die jeweils Sachinformationen präsentieren und zugehörige Arbeitsaufträge enthalten. Die Zugriffe sind insgesamt sehr durch die Perspektive der Finanzdienstleister geprägt. Kritische Sichtweisen, Entscheidungsfolgen und Kontexte aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler bzw. Verbraucher werden nur ansatzweise beleuchtet. Die überwiegend abstrakten Inhalte (Anlageformen, Zinsberechnungen, Einlagensicherung u.a.) werden vielfach durch wenig authentische Beispiele jugendlicher Konsumenten und Sparer illustriert, die mit zum Teil recht hohem "disponiblen Einkommen" in ihrer Rolle als (potentielle) Bankkunden präsentiert werden ("Finn möchte sich gerne ein Auto kaufen. Dafür hat ihm seine Oma 5.000 € geschenkt"). Material und Aufgaben sind grundsätzlich vielgestaltig. Vereinzelt können Schülerinnen und Schüler durch Bearbeitung von Fallbeispielen Lerninhalte anwenden, etwa im Rahmen von Budget-Prüfungen ("Haben die Personen in den Fallbeispielen ihre Finanzen im Griff?"). Einige Arbeitsaufträge fordern zu einer eigenständigen Recherche und vertiefenden Auseinandersetzung auf, werden jedoch wenig methodisch gestützt ("Unternehmt eine Medienanalyse...Setzt euch kritisch mit den Informationen auseinander"). Die Aufgaben sind insgesamt kaum dazu geeignet Urteilskompetenz etwa hinsichtlich der Folgenabschätzung bei der Inanspruchnahme von "Finanzdienstleistungen" zu entwickeln oder weiterreichende Handlungskompetenz im Bereich des "persönlichen Finanzmanagements" aufzubauen, weil dem Aufgaben-Materialverbund zumeist der Situationsbezug fehlt und zu wenig Entscheidungs- und Reflexionsanlässe geliefert werden. Das Material ist für den Unterricht im Fachbereich Sozialwissenschaften/Wirtschaft im Rahmen eigener Unterrichtskonzeptionen auszugsweise verwertbar, um die Vermittlung fachbezogener Sachverhalte zu stützen. Zur Förderung der Handlungs- Urteils, und Methodenkompetenz im Bereich "Finanzgrundbildung" und Verbraucherbildung ist das Material in der vorgelegten Form wenig geeignet.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Ausreichend
Methodik-Didaktik:
Ausreichend
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Ausreichend
Ausführliche Bewertung
"Umgang mit Geld II" ist ein kompaktes Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I (ab Jg. 8), durch das Grundinformationen zu den Bereichen "Sparen/ Geldanlage" und "Kredit/ Schulden" vermittelt werden können. Dabei nehmen die Banken bezogenen Angebote wie Anlageformen und Kreditmöglichkeiten eine zentrale Stellung ein; thematische Zugriffe, die eher dazu geeignet sind, Handlungsperspektiven und Problemsituationen der Schülerinnen und Schüler zu fokussieren (Budgetplanung, Überschuldung) sind nur in geringem Umfang integriert. Die Broschüre ist in kurze Kapitel gegliedert, die jeweils Sachinformationen präsentieren und zugehörige Arbeitsaufträge enthalten. Die recht abstrakten Inhalte (Anlageformen, Zinsberechnungen, Einlagensicherung u.a.) sind stark fachsprachlich geprägt, werden aber vielfach durch hinzugefügte Beispiele junger Konsumenten und Sparer illustriert, die mit zum Teil recht hohem "disponiblen Einkommen" in ihrer Rolle als (potentielle) Bankkunden präsentiert werden ("Finn möchte sich gerne ein Auto kaufen. Dafür hat ihm seine Oma 5.000 € geschenkt"; "Lenny ist der Kauf von Aktien zu riskant ... Er investiert in einen Investmentfonds und lässt sein Vermögen verwalten"). Weder über die „Fälle“ noch über die Informationsmedien werden konkrete und authentische Situationen ausgestaltet, innerhalb derer jugendliche Protagonisten Aufgaben bewältigen oder Entscheidungen treffen müssen, so dass den thematischen Zugängen eine situations- und problemorientierte Perspektive fehlt. Die Darstellung ist insgesamt stark durch die Perspektive der "Finanzdienstleister" geprägt. Kritische Sichtweisen, Entscheidungsfolgen und Kontexte aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler bzw. der Verbraucher werden nur ansatzweise beleuchtet. In den quantitativ stärksten Kapiteln zur "Geldanlage" etwa, wird als zentrales Analyseinstrument das so genannte "magische Dreieck" vermittelt, innerhalb dessen die Risiken und Konsequenzen finanzieller Entscheidungen abstrakt bleiben. Zudem wird die Positionierung innerhalb der Kriterien "Sicherheit", "Rentabilität" und "Liquidität" mit einer "persönlichen Risikoneigung" verknüpft und die "Risikofreudigkeit" über die Fallbeispiele positiv konnotiert ("Lennart...leitet seit fünf Jahren eine erfolgreiche Modelagentur, genießt ein Leben in Luxus und setzt gern alles auf eine Karte. Probleme ... definiert er als Herausforderung"). Zinsen durch Geldanlagen werden konkret anhand von Übungsaufgaben zum Umgang mit der Zins- und Zinseszinsformel greifbar gemacht, Kreditzinsen hingegen bleiben im Aufgaben-Materialverbund abstrakt. Etwas mehr Schülerorientierung bieten die kurzen Kapitel "Haben statt Soll: die eigenen Ausgaben im Griff" sowie " Überschuldung von jungen Menschen". Hier wird die Zielgruppe bereits im Informationsteil etwa in ihrem Ausgabenverhalten oder mit einem beispielhaften Budget-Plan in den Blick gerückt; die Sachinformationen bleiben jedoch ausschnitthaft, so dass beispielsweise eine tiefer gehende Ursachenanalyse über die Verschuldungssituation Jugendlicher nicht ermöglicht wird. Die Arbeitsaufträge werden teilweise durch Verknüpfungen mit Internetangeboten wie „deutschland-im-plus-de“ erweitert, so dass hier eine Anreicherung durch Fallbeispiele und Praxisinstrumentarien (z.B. Budget-Planer für das Handy) vorgenommen werden kann. Viele Kapitel tragen zwar eine grundsätzlich aussagekräftige Überschrift, weisen jedoch keine explizite Fragestellung aus, so dass ein analytischer Zugriff nur geringfügig ausgeprägt ist. Die Kohärenz von Sachinformationen und zugehörigen Aufgaben variiert zudem stark. Die letzte Einheit „Sparen in Europa“ etwa verknüpft sehr allgemeine Informationen zum Sparverhalten in verschiedenen europäischen Ländern mit Arbeitsaufträgen, die die Schülerinnen und Schüler nach Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge in Deutschland recherchieren lässt. Material und Aufgaben sind grundsätzlich vielgestaltig. Vereinzelt können Schülerinnen und Schüler durch Bearbeitung von Fallbeispielen Lerninhalte anwenden, etwa im Rahmen von Budget-Prüfungen ("Haben die Personen in den Fallbeispielen ihre Finanzen im Griff?"). Einige Arbeitsaufträge fordern zu einer eigenständigen Recherche und vertiefenden Auseinandersetzung auf, werden jedoch wenig methodisch gestützt ("Unternehmt eine Medienanalyse...Setzt euch kritisch mit den Informationen auseinander"). Die Aufgaben sind insgesamt kaum dazu geeignet Urteilskompetenz etwa hinsichtlich der Folgenabschätzung bei der Inanspruchnahme von "Finanzdienstleistungen" zu entwickeln oder weiterreichende Handlungskompetenz im Bereich des "persönlichen Finanzmanagements" aufzubauen, weil dem Aufgaben-Materialverbund zumeist der Situationsbezug fehlt und zu wenig Entscheidungs- und Reflexionsanlässe geliefert werden. Das Material ist für den Unterricht im Fachbereich Sozialwissenschaften/Wirtschaft im Rahmen eigener Unterrichtskonzeptionen auszugsweise verwertbar, um die Vermittlung fachbezogener Sachverhalte zu stützen. Zur Förderung der Handlungs-, Urteils, und Methodenkompetenz im Bereich einer "Finanzgrundbildung" und Verbraucherbildung ist das Material in der vorgelegten Form wenig geeignet.
Erscheinungsjahr
2012
Autor/in
Dr. Peter Kührt (Schülerheft), Dorothea Hoffmann (Lehrerheft)
Reihe
Materialien zur Finanzbildung
Preis
ISBN
Materialformat