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Wirtschaft und Schule: Beratungsgespräche zur Altersvorsorge

Thema dieser Unterrichtseinheit ist das Beratungsgespräch zur Altervorsorge. Es steht damit in einer Reihe von Einheiten zum Thema Altervorsorge, die im Internetportal "Wirtschaft und Schule“ der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) angeboten werden.
Gemäß der Zielformulierung sollen Schülerinnen und Schüler mittels eines Rollenspiels die Risiken und Gründe einer Falschberatung kennen lernen sowie lernen, als mündige Verbraucher in Beratungsgesprächen  aufzutreten. Dazu bietet bietet das Material auf 6 Seiten Hinweise und Informationen für die Lehrperson zur Durchführung der Stunde sowie Kopiervorlagen für die Rollenkarten an.

Im Mittelpunkt dieser Unterrichtseinheit steht das Beratungsgespräch zur Altersvorsorge. Aufbauend auf einem Vorwissen über Altervorsorgeprodukte, welches die SchülerInnen in vorangegangenen Einheiten erworben haben sollten, sollen Schülerinnen und Schüler Risiken und Gründe einer Falschberatung kennen lernen. Sie sollen außerdem lernen, in Beratungsgesprächen als mündige Verbraucher aufzutreten. Dies kann jedoch nur teilweise gelingen, da sich in der didaktisch-methodischen Umsetzung deutliche Schwächen zeigen. Das Rollenspiel an sich ist eine gute Methode, z. B. Meinungen anzunehmen und zu vertreten oder auch Sozialkompetenzen der Teilnehmenden herauszufinden. Für ein Beratungsgespräch mit der oben genannten Zielstellung sind die Rollenvorgaben jedoch zu offen, weder sind für die Berater Produktinformationen vorhanden, noch haben Kunden Entscheidungskriterien  zur Hand, noch ist eine Vorlage für ein Beratungsprotokoll vorhanden, welches geführt werden soll.  Für die Konzeption der Stunde gibt es für die Lehrenden Unterstützung in Form der Rollenkarten; Vorschläge für die Gesprächsvorbereitung sowie die Ergebnisssicherung werden nicht gemacht und könnten zielführender ausgearbeitet werden.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Gut
Methodik-Didaktik:
Mangelhaft
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Thema dieser Unterrichtseinheit ist das Beratungsgespräch zur Altervorsorge, welches in einer Reihe von Einheiten zum Thema Altervorsorge steht, die im Internetportal "Wirtschaft und Schule“ der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) angeboten werden. Gemäß der Zielformulierung sollen Schülerinnen und Schüler mittels eines Rollenspiels die Risiken und Gründe einer Falschberatung erkennen sowie lernen, als mündige Verbraucher in Beratungsgesprächen  aufzutreten. So umfassend die Zielstellung ist, so wenig kann das vorliegende Material deren Erreichen auch vollständig gewährleisten. Insbesondere in der didaktisch-methodischen Umsetzung zeigen sich deutliche Schwächen. Die Idee, ein Beratungsgespräch in Form eines Rollenspiels zu simulieren, ist grundsätzlich gut und bringt Abwechslung in den Unterricht. Alle Beteiligten können über die verschiedenen Rollen (Berater, Kunde, Beobachter) einen Eindruck über die unterschiedlichen Interessenlagen und Vorgehensweisen von Beratern bekommen - der eine Berater soll ein zum Kunden passendes Produkt empfehlen während der andere eher die eigene Provision im Blick hat. Somit kann die  Zielstellung, für die Interessen des Beraters zu sensibilisieren, auch erreicht werden. Was jedoch nicht gelingt, ist der zweite Teil der Zielformulierung. Das Rollenspiel in der dargebotenen Form kann nicht dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler am Ende der Unterrichtseinheit als mündige Verbraucher auftreten und ökonomisch begründete Entscheidungen treffen können. Dazu sind die Vorgaben in den Rollenkarten bei Beratern und Kunden zu offen gehalten. Weder sind für die Berater Produktinformationen und Informationen zu konkreten Provosionszahlungen vorhanden, noch haben Kunden explizite Entscheidungsalternativen in Verbindung mit Entscheidungskriterien (und ggf. Auszahlungsergebnissen) zur Hand. Ferner fehlt eine Vorlage für ein Beratungsprotokoll, welches (warum denn?) geführt werden soll. Die Beratung bzw. das Gespräch und die Entscheidung für ein Produkt basiert alleine auf dem Wissen der Berater und Kunden, also der Schülerinnen und Schüler, die jeweils vielleicht unterschiedliche Vorkenntnisse vorweisen. Insofern entsteht die im Material angesprochene mögliche "Gefahr der Falschberatung" (S. 3) nicht nur aufgrund der Interessen des Beraters sondern ggf. auch aufgrund eines fehlenden Überblicks der Schülerinnen und Schüler über die Produktvielfalt. Was die Unterstützung der Lehrenden für den Unterricht betrifft, bietet das Material zwar Hinweise zu Ausgangslage, Ziel, Kompetenzformulierung sowie Unterrichtsverlauf, was insgesamt jedoch knapp gehalten ist. Informationen zu den Vorsorgeprodukten muss sich die durchführende Lehrkraft zusätzlich besorgen. Für eine Einführung in das Thema und die Darlegung der Notwendigkeit der unterrichtlichen Behandlung sind Allgemeinplätze zur "Altersarmut" und "aktuellen Situation in Deutschland" nicht ausreichend. Grafiken,  Zeitungsartikel und Nennung wichtiger Informationsquellen können Lehrenden als auch Lernenden mit fundierten Informationen zum Thema versorgen und den Einstieg in das Thema erleichtern. Was völlig fehlt, sind Hinweise zur Gestaltung der Vorbereitung des Rollenspiels. Auch die Ergebnissicherung mit Hinblick auf die Zielstellung bleibt offen und eine Auswertung des Beratungsprotokolls wird ebenfalls nicht durchgeführt. Insgesamt kann festgehalten werden, dass das vorliegende Material das Thema Altersvorsorge aufgreift, welches im Lebenskontext heranwachsener Menschen eine immer wichtigere Rolle spielt bzw. spielen sollte. Die unterrichtliche Behandlung des Beratungsgesprächs kann den Blick auf die Interessen der Berater schärfen und liefert je nach Motivation und Vorwissen der Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Erkenntnisse. Mit Bezug auf die dargelegten Schwächen und der für die Unterrichtseinheit eingeplanten Zeit von nur einer Schulstunde können andere Ziele nicht erreicht werden.
Erscheinungsjahr
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Reihe
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