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Unterrichtseinheit "Finanzielle Allgemeinbildung"

Finanzielle Allgemeinbildung
Finanzielle AllgemeinbildungBildquelle: Handelsblatt
Unterrichstsmaterial von Handelsblatt macht Schule
Herausgeber: Handelsblatt macht Schule, 2011
Gesamtbewertung:D
Gesamturteil:

Ausreichend

Tabs

Expertenbewertung
Indikatoren Einzelbewertungen
Fachlicher Inhalt: 
D

Ausreichend

Methodik-Didaktik: 
E

Mangelhaft

Formale Gestaltung: 
B

Gut

Gesamtbewertung: 
D

Ausreichend

Ausführliche Bewertung: 

Insbesondere dort, wo hohe Provisionen oder Ausgabeaufschläge fällig werden (Versicherungen, Bausparverträge, Investmentfonds) sind die Informationen oberflächlich und einseitig. Den Schülern werden die notwendigen Kriterien für die eigenständige Bewertung von Finanzprodukten nicht gegeben. Und das obwohl eine der genannten Kompetenzen, die mit diesem Material ausdrücklich erworben werden sollen, eben die Bewertung ist (S. 17).Im letzten Komplex ist dann der Besuch eines sogenannten Praxiskontaktpartners vorgesehen. Alleiniger Praxiskontaktpartner ist die DVAG, Deutsche Vermögensberatung. Eine Selbstdarstellung der DVAG findet sich bereits in den letzten 3 Arbeitsblättern. Dort heißt es unter anderem: "Deutsche Vermögensberatung -Vermögensaufbau für jeden". Dies lässt vermuten, dass die hinter dem Material stehenden Interessen zum einen der Verkauf von FDL-Produkten zum anderen die Anwerbung von zukünftigen Vermögensberatern sind.

Fachinformationen sind zum Teil sehr oberflächlich. Hierzu ein paar Beispiele: Die Lernenden werden darüber informiert, dass Versicherungsnehmer Rechte und Pflichten haben. Eine Vertiefung, etwa an einem Beispiel, findet jedoch nicht statt. Zudem fehlt es an Hinweisen für Lehrkräfte für die Lösung einzelner Aufgaben. So wird im Bereich Versicherungen nicht erläutert, worauf beim Abschluss von Policen geachtet werden muss (günstige Versicherungsbedingungen, Leistungsumfang, Kosten...).

Der Bausparvertrag wird oberflächlich, kritiklos und einseitig dargestellt. Es heißt in einem Arbeitsblatt (M29) "Die Bausparer haben einen Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen." Nicht erwähnt wird, dass der Ansparzins häufig auch relativ gering ist und, dass die Frage ob ein Darlehenszins günstig ist, erst zum Zeitpunkt der Aufnahme des Darlehens unter Berücksichtigung des dann gültigen Zinssatzes beantwortet werden kann. Auch weitere wichtige Bedingungen für die Darlehensvergabe, wie Mindestansparsumme und Vertragslaufzeit bleiben unerwähnt.

Ein weiteres Beispiel sind die Informationen für Schüler zu Investmentfonds. Dazu heißt es auf Arbeitsblatt M 31 "... . Anleger genießen hierdurch den besonderen Vorteil, ihren vergleichsweise geringen Geldbetrag breit über die verschiedenen Finanzmärkte streuen zu können und so die Risiken, die gewöhnlich mit dem Kauf einzelner Wertpapiere einhergehen, auf ein Minimum zu reduzieren." Auf unterschiedliche Risiken je nach Ausrichtung des Fonds wird nicht hingewiesen. In der sehr klein gedruckten Übersicht in der Lehrerhandreichung heißt es zur Sicherheit von Investmentfonds lediglich: "abhängig von den Wertpapiermärkten; strenge Aufsicht durch das Bundesamt für Kreditwesen". Auch hier wird also Sicherheit suggeriert.

Kapitalbildende Lebensversicherungen (M 32) werden ebenfalls nicht vollständig dargestellt. So wird nicht hinreichend deutlich gemacht, dass der Abschluss eines solchen Vertrages mit einer langfristigen Bindung einhergeht. Es wird nicht in Frage gestellt, ob es gerade für junge Menschen, deren Lebensplanung noch nicht abgeschlossen ist, sinnvoll ist, einen solchen Vertrag abzuschließen. Die finanziellen Konsequenzen (Verluste) bei vorzeitiger Vertragsbeendigung, etwa weil die Beiträge anderweitig gebraucht werden (Finanzierung einer Immobilie, Wegfall von Einkommen z.B. in der Erziehungszeit...), werden nicht angesprochen.

Die Materialien sind modular aufgebaut. Eigene Lernwege und Anpassungen werden nicht unterstützt. In den Informationen zu den Materialien heißt es: "Ein allein materialien-gesteuerter Unterricht ist von den Autoren nicht beabsichtigt; vielmehr soll der "Materialien-pool" flexibel aufgaben- und zielbezogen gehandhabt werden und nicht zuletzt den Einsatz komplexer, aktiver Lehr- und Lernverfahren des Ökonomieunterrichts unterstützen.

Bewertungsdatum: 
23.09.2011
Hinweise zum Bewertungsraster

Seit Januar 2013 werden alle neu aufgenommenen Materialien nach einer evaluierten Fassung des Bewertungsrasters beurteilt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Bewertungskriterien des VZBV.

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