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12.03.2013

Mehr Verbraucherbildung in die Schule!

Eine praxisorientierte Bedarfsanalyse zur schulischen Verbraucherbildung
Klassenzimmer leer
Klassenzimmer leerBildquelle: (c) - Stefan Merkle - fotolia.de

Damit Kinder und Jugendliche sich sicher in der Konsumwelt bewegen können, müssen Sie lernen, was beim Abschluss von Handy-Verträgen zu beachten ist, was die vielen Informationen auf Lebensmittelverpackungen eigentlich bedeuten oder wie sie sich legal mit ihrer Lieblingsmusik versorgen können.

Dass die Schule zum Erlernen dieser Kompetenzen ein geeigneter Ort ist, belegt die Studie des  Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft e.V. an der Leibniz Universität Hannover (imug, März 2013), die im Auftrag der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz (DSV) erstellt wurde. Damit Verbraucherbildung auch wirklich gelingt, empfehlen die Wissenschaftler/-innen eine Reihe von Maßnahmen. Angefangen von einer systematischen Verankerung der Verbraucherbildung in den Curricula über eine bessere Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte bis zu Unterstützungsangeboten von Verbraucherorganisationen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.

Im Rahmen der Studie wurden 30 „Experten“ und 52 „Praktiker“ aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik sowie 971 Lehrerinnen und Lehrer befragt, welchen Bedarf diese in der Verbesserung der Verbraucherbildung sehen.

Insgesamt wurde die derzeitige Lage an Schulen als „eher schlecht“ eingestuft. Besonders in den Handlungsfeldern finanzielle Bildung, nachhaltiger Konsum und Medienkompetenzen wurden deutliche Defizite erkannt. Die Mehrheit der Befragten sah die Schule hier in der Pflicht. Die Themen wurden durchweg als relevant und auch für Schüler/-innen und Eltern interessant gewertet.

Eine Verankerung der Themen in den Curricula wurde von allen befragten Gruppen überwiegend begrüßt, um einerseits die Lehrkräfte zu unterstützen und ihnen Sicherheit in den Themen zu geben und andererseits sicher zu stellen, dass auch alle Schüler/-innen die Grundlagen lernen. Die Integration von Verbraucherbildung in die Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte bildet das zweite Standbein, um mittelfristig Erfolge zu erzielen. Insgesamt ist eine systematische Stärkung dringend notwendig, da einzelne Schulprojekte nur punktuell durchgeführt werden und oft keine nachhaltige Wirkung zeigen.