Allgemeiner Artikel: Verbraucherbildung Unsere Ziele

Allgemeiner Artikel: Verbraucherbildung Unsere Ziele

Fürs Leben lernen: Verbraucherbildung ist Zukunft

Der Verbraucherzentrale Bundesverband mit seinen Mitgliedsorganisationen fordert Politik und gesellschaftliche Akteure auf, sich nachhaltig für die Förderung von Konsum- und Alltagskompetenzen im schulischen Bereich einzusetzen. Junge Menschen haben ein Recht auf Verbraucherbildung, wie es die Vereinten Nationen seit 1999 fordern.

Zahlreiche Untersuchungen machen deutlich, dass das Bildungssystem in Deutschland nicht ausreichend in der Lage ist, solche Kompetenzen zeitgemäß und nachhaltig in den vier Konsumfeldern

  • Finanzkompetenz und Verbraucherrecht
  • Ernährung und Gesundheit
  • Medien
  • Nachhaltiger Konsum

zu vermitteln.

Gesellschaftliche Folgekosten

Aktuelle Jugendstudien kommen zu dem Ergebnis, dass in den genannten Konsumfeldern einerseits Kompetenzdefizite vorliegen, andererseits aufgrund der hohen Komplexität der sich weltweit rasant entwickelnden Märkte und der besonderen Unternehmensstrategien Verbraucher benachteiligt werden.

Aufgrund der fehlenden beziehungsweise unzureichenden Kompetenzen kommt es zu gesamtgesellschaftlichen Folgekosten: Wenn in den privaten Haushalten jährlich Lebensmittel im Wert von 25 Milliarden Euro in den Müll geworfen werden, ist das nicht nur ein Schaden für den einzelnen Haushalt, sondern eine volkswirtschaftliche Verschwendung.

In ähnlicher Weise führt mangelnde Kompetenz im Finanzbereich dazu, dass zum Beispiel junge Konsumenten überdurchschnittlich von Überschuldung betroffen sind.

Mehr Verbraucherbildung in die Bildungspläne

Daraus folgert der Verbraucherzentrale Bundesverband, dass Konsum- und Alltagskompetenzen stärker und verlässlich in allen Schultypen vermittelt werden müssen. Es bedarf der Verankerung dieser Bildungsziele in den schulischen Bildungsplänen.

Um dies zu erreichen, stellt der Verbraucherzentrale Bundesverband konkrete Forderungen an die Bildungspolitik der Länder und des Bundes:

  • Verbraucherbildung an allen Schulen: Verbraucherbildung muss als eigener, prüfungsrelevanter Bestandteil bundesweit in den Lehr- und Bildungsplänen aller Schulformen verankert sein – als separates Schulfach, mit Ankerfach oder fachübergreifend. Jeder Ansatz hat seine Berechtigung.
  • Gut geschulte, motivierte Lehrkräfte: Eine hochwertige Verbraucherbildung braucht verbindliche Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte, die die Erfahrung von Verbraucherschutzexperten wie den Verbraucherzentralen aufgreift.
  • Unterrichtsmaterialien nach klaren Regeln prüfen: Der Materialkompass des vzbv, ist laut VSMK-Beschluss ein geeignetes Instrument, um die Qualität von Unterrichtsmaterialien zu überprüfen. Die Datenbank mit Materialien, die von unabhängigen Experten begutachtet wurden, muss für alle Themen der Verbraucherbildung verstetigt werden.
  • Kooperationsverbot aufheben: Als präventiver Verbraucherschutz ist Verbraucherbildung von bundesweiter Bedeutung. Der Bund muss in die Lage versetzt werden, die Länder bei ihren Bildungsaufgaben zeitlich unbegrenzt zu unterstützen und zu fördern.
  • Verbraucherbildung braucht Evidenzen: Verbraucherkompetenzen von Kindern und Jugendlichen müssen regelmäßig erhoben und evaluiert werden. So lässt sich Verbraucherbildung erfolgreich verbessern.

Materialkompass

VERBRAUCHERBILDUNG
Unser Expertenteam prüft und bewertet Lehrmaterialien – finden Sie heraus, welches Material zu Ihrem Unterricht passt!

Gefördert durch:

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages