Die Kosten für Energie explodieren. Mit den folgenden Informationen zeigen wir Ihnen, wieso das so ist, dass es aber nicht so sein muss, wie Verbraucher ihren Geldbeutel und die Umwelt schonen können und in welchen Feldern die Politik gefordert ist. Zugleich stellen wir umfassende Beratungsmöglichkeiten und konkrete Energiespartipps vor.
Kaum ein anderer Bereich der Lebenshaltung hat ähnlich starke Preisschwankungen aufzuweisen wie die Warengruppe „Energie“, wie das Statistische Bundesamt in seinem Datenreport 2006 feststellt. Die Entwicklung kennt dabei über einen längeren Zeitraum nur eine Richtung – steil nach oben.
So ist der Durchschnittswert je eingeführter Tonne
Rohöl von 31 Euro im Jahre 1970 auf durchschnittlich 307 Euro je Tonne im Jahr 2005 gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um fast 1000 Prozent. Der Gaspreis zur Wärmeerzeugung ist in den letzten zehn Jahren um 70 Prozent gestiegen. Allein die Preiserhöhung zum Jahreswechsel 2005/2006 betrug bis zu 15 Prozent. Eine vierköpfige Familie wird dadurch mit etwa 140 bis 210 Euro im Jahr belastet.
vzbv schätzt Kaufkraftentzug auf zehn bis zwölf Milliarden Euro
Nach Schätzungen des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. (vzbv) zahlen allein die deutschen Verbraucher jährlich zwischen zehn und zwölf Milliarden Euro zu viel für Strom und Gas. Insgesamt, so der Bund der Energieverbraucher, stellen die Stromversorger jährlich 26 Milliarden Euro zu viel in Rechnung. Nach einer Berechnung dieses vzbv-Mitgliedsverbandes sind die Stromkosten in Deutschland über alle Verbrauchergruppen betrachtet um etwa 5,2 Cent pro Kilowattstunde zu hoch.
Ein Teil der Preissteigerungen der letzten Jahre ist noch auf so genannte externe Faktoren zurückzuführen, etwa auf die Nahostkrise oder den Energiehunger aufstrebender Volkswirtschaften wie China und Indien. Dies gilt insbesondere für die Öl- und Gaspreise. Diese externen Kosten müssten sich theoretisch aber auch in anderen Ländern niederschlagen. Das ist aber nicht so.
Verbraucher zahlen hierzulande europaweit mit die höchsten Preise für Strom. Deutschland liegt im innereuropäischen Vergleich an dritter Stelle. Gleiches gilt für die Gaspreise. Der Haushaltskunde in Deutschland zahlte vor Steuern im Juli 2005 etwa 15 Prozent mehr als der europäische Durchschnittskunde und sogar 45 Prozent mehr als der Haushaltskunde in Großbritannien.
Quasi-Monopole bestimmen den Markt
Diese Preisentwicklung stellt eine zunehmende wirtschaftliche Belastung für die Verbraucher dar. Zugleich fahren die Energiekonzerne immer neue Rekordgewinne ein. Zum Großteil hängt die Entwicklung damit zusammen, dass die Preise Monopolpreise sind. Denn trotz der liberalisierten Märkte für Strom und Gas konnte sich bisher kein echter Wettbewerb etablieren.
Auf beiden Märkten haben sich Quasi-Monopole gebildet. Den deutschen Strommarkt haben die vier großen Konzerne E.on, EnBW, RWE und Vattenfall regional unter sich aufgeteilt. Sie beherrschen etwa 80 Prozent des Marktes. Kleinere Anbieter sind von den großen Vier abhängig, da sie für die Nutzung der Stromnetze zahlen müssen. Auch durch den kürzlich auf den Markt getretenen Anbieter NUON ist noch kein wirklicher Preiswettbewerb in Gang gekommen.
Ähnlich die Situation auf dem Gasmarkt. Der Wettbewerb ist bei den Haushaltskunden noch nicht angekommen. Die Beschaffung von Erdgas liegt nach wie vor in der Hand weniger Oligopolisten. Ein praktikabler Zugang neuer Anbieter zu den Durchleitungsnetzen und den wichtigen Gasspeichern fehlt größtenteils. Dem Verbraucher bleibt so weiterhin keine echte Wahlmöglichkeit.
Trotzdem sind Verbraucher nicht machtlos. Nachfolgend zeigen wir Ihnen, welche Mittel in der Macht der Verbraucher stehen und in welchen Bereichen die Unterstützung der Politik gefordert ist.
Weiterführende Seiten
- Was kann der Verbraucher tun?
- Förderung der Energieeffizienz – Aufgabe der Politik
- Energieeffizienz durch Verbraucherinformation und -beratung
- Energiespartipps – schnell umgesetzt
- Weiterführende Informationen
Stand: November 2006