Verbraucher, die sich bereits heute klimabewusster ernähren möchten, haben zwar noch mit einer Reihe von Herausforderungen zu ringen. „Trotzdem können Verbraucher durch eine bewusste Ernährung ihre persönliche Klimabilanz verbessern“, erklärt Dr. Ulrike Eberle vom Öko-Institut, Sprecherin während des verbraucherpolitischen Forums des vzbv. Im Wesentlichen raten sowohl Umwelt- als auch Verbraucherverbände dabei zu folgenden Strategien:
- Mehr pflanzliche, weniger tierische Lebensmittel konsumieren
Die Produktion tierischer Lebensmittel ist mit deutlich höheren Emissionen verbunden als die pflanzlicher Lebensmittel. Eine bewusste Ernährung dient daher nicht nur dem Klima, sondern auch der eigenen Gesundheit. Erreichen kann man das mit reduziertem Fleischkonsum, einem hohen Obst- und Gemüse-Anteil, viel Kartoffeln und Teigwaren und nicht zu vielen sehr fetten Milchprodukten wie Butter, Sahne und fetten Käsesorten.
- Bio-Produkte kaufen
Beim Anbau von Bio-Produkten fallen weniger Emissionen an, da auf energieintensive, mineralische Stickstoffdünger verzichtet wird. Allerdings dürfte der Bio-Vorteil weniger groß sein als wohl von vielen Verbrauchern vermutet: Bei Butter werden lediglich sieben Prozent weniger Treibhausgase je Kilogramm emittiert, bei Rindfleisch 15 Prozent. Die Klimabilanz lässt sich also mit Bio-Lebensmitteln verbessern – einen wesentlich größeren Beitrag leistet aber, wer weniger Fleisch- und Milchprodukte verzehrt und auf frische Zutaten setzt. Verschwinden kann der Bio-Vorteil, wenn die Erzeugnisse einen weiten Transportweg hinter sich haben.
- Regionale und saisonale Produkte bevorzugen
Regionale und saisonale Produkte sind deshalb mindestens ebenso wichtig wie die Anbauart. Wer Lebensmittel aus der Region kauft, ernährt sich meist mit saisonalen Produkten – vorausgesetzt, der Produzent verzichtet auf Treibhäuser. Die Saisonware hat nicht nur einen kürzeren Transportweg und emittiert so weniger Klimagase. Saisonale Produkte haben oft auch mehr Geschmack und Nährstoffe, da sie reifer geerntet werden.
- Frische und gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugen
Durch die Verarbeitung der Lebensmittel und durch das Verpacken, Kühlen und Lagern wird Energie verbraucht, was wiederum zu höheren Treibhausgasemissionen führt. Die Verwendung möglichst frischer Lebensmittel vom Bauernhof oder Markt vermeiden daher viele Klimagase. Außerdem enthalten frische Lebensmittel oft mehr Vitamine und Mineralstoffe als unreif geerntete, lang gelagerte oder stark verarbeitete Produkte.
- Energieeffiziente Haushaltsgeräte
Da die Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln fast die Hälfte der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen verursacht, trägt auch der Ersatz alter Haushaltsgeräte durch neue und energieeffiziente Geräte zum Klimaschutz bei. Ersetzt man beispielsweise einen 13 Jahre alten Gefrierschrank durch einen neuen Gefrierschrank mit der Energieeffizienzklasse A++, spart man jährlich 115 Kilogramm CO2 und 30 Euro Stromkosten.
Prinzipiell kann man sagen: Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, auf die Qualität der Lebensmittel achtet, schont in der Regel auch das Klima. „Weniger Fleisch, mehr Obst und Gemüse, mehr saisonale, regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel. Das ist nicht nur gesünder, sondern schützt auch das Klima“, fasst vzbv-Vorstand Billen den Weg zu einer klimabewussteren Ernährung zusammen.
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