Der Anteil des Einzelnen an der Erderwärmung
Betrachtet man den Klimawandel aus der nationalen oder sogar globalen Perspektive, erscheint der Wust an Daten und Fakten schnell als abstrakte Größe. Wie viel jeder Einzelne mit seinem Lebens- und Konsumstil zur beschleunigten Erderwärmung beiträgt, wird deutlich, wenn man die im alltäglichen Leben anfallenden Emissionen betrachtet.
Jeder Deutsche produziert im Durchschnitt rund elf Tonnen CO2 pro Jahr. Schlüsselt man diese Menge nach einzelnen Konsumbereichen auf, ergibt sich laut Bayerischem Landesamt für Umweltschutz folgendes Bild:
- Pro Person und Jahr werden in Deutschland durchschnittlich 2,5 Tonnen CO2 durch Heizen und Warmwasser verursacht.
- Das Betreiben von Elektrogeräten schlägt mit ungefähr einer Tonne pro Kopf und Jahr zu Buche.
- Durch den Verkehr gelangen rund 1,8 Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre. Der Anteil der Privatfahrzeuge liegt bei rund 1,4 Tonnen, öffentliche Verkehrsmittel tragen mit 0,23 Tonnen bei, Flugreisen mit durchschnittlich 0,17 Tonnen.
- Der Bereich Ernährung trägt mit rund 1,5 Tonnen CO2 pro Jahr und Person zum Klimawandel bei. Zwei Drittel davon entfallen auf den Fleischkonsum. Insbesondere durch die Rinderhaltung und den Reisanbau werden erhebliche Mengen des Klimagases Methan freigesetzt.
- Sonstige Konsumbereiche schlagen mit 3,7 Tonnen CO2 zu Buche.
Das sind nur Durchschnittswerte. Andere Lebens- und Konsumgewohnheiten können zu deutlich höheren Emissionen führen:
- Die Emissionen einer einzigen Person auf einem einfachen Flug von Berlin nach Melbourne entsprechen der Klimawirkung von etwa sechs Tonnen CO2. Durch einen Hin- und Rückflug schädigt ein einzelner Passagier das Klima stärker als durch den gesamten (übrigen) jährlichen Konsum eines durchschnittlichen Bundesbürgers.
- Ein Wagen der Oberklasse mit einem Treibstoffverbrauch von elf bis 13 Litern erzeugt bei einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern über vier Tonnen Kohlendioxid. Ein Mittelklassewagen mit vergleichbarer Fahrleistung bläst etwa zwei Tonnen CO2 in die Atmosphäre.
Zum Vergleich:
- Die Chinesen stoßen heute noch durchschnittlich 4,5 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf und Jahr aus, in Tansania sind es nur 0,1 Tonnen. Eine Bewohnerin oder ein Bewohner der USA bringt es im Schnitt jährlich auf etwa 20 Tonnen Kohlendioxid – vier Mal mehr als der weltweite Durchschnitt.
- Weltweit ist eine „Netto-Null“ bei den menschlich verursachten Emissionen erreichbar, wenn im Mittel pro Person jährlich etwa 2,5 Tonnen CO2 emittiert werden. Dann kompensiert sich der Neuausstoß mit dem natürlichen Abbau bzw. den Einlagerungsmöglichkeiten der Natur.
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