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Klimawandel: die Fakten

Letzte Zweifel an der sich aufheizenden Atmosphäre hat der Anfang Februar 2007 veröffentlichte 4. Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ausgeräumt. Die Erderwärmung sei „eindeutig“ und schreite beschleunigt voran, heißt es in dem Bericht des Weltklimarates. Und weiter: Die Rolle des Menschen als Verursacher der Klimaerwärmung sei deutlich gesicherter als je zuvor.

Für ein zwischenstaatliches Gremium wie das IPCC sind das sehr deutliche Aussagen. Die Fakten, über Jahre von Hunderten von Wissenschaftler zusammengetragen, sind eindeutig. Allein in den vergangenen hundert Jahren hat sich die Erde dem Bericht zufolge im Mittel um 0,74 Grad Celsius erwärmt. Der Temperaturanstieg der letzten 50 Jahre sei „sehr wahrscheinlich“ höher als jemals zuvor in den vergangenen 1.300 Jahren, die derzeitige Erderwärmung damit „beispiellos“, so das Gremium.

Der Klimawandel findet statt

Der Klimawandel findet statt. Und er wird sich weiter verschärfen. Selbst unter den günstigsten Bedingungen rechnen die Wissenschaftler damit, dass die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um 1,8 bis 4 Grad Celsius steigen. Im weniger wahrscheinlichen Extremfall sei sogar ein Anstieg um 6,4 Grad möglich.

Dass diese Aufheizung der Atmosphäre mit natürlichen Temperaturschwankungen zu begründen ist, glaubt mittlerweile nur noch eine verschwindende Minderheit der Klimaforscher. Die Zusammenhänge mit der Entwicklung der Industriegesellschaft sind augenscheinlich.

Deutlich wird das, wenn man die Anteile des Klimagases Kohlendioxid (CO2) im Zeitablauf betrachtet. CO2 gilt als hauptverantwortlich für den Klimawandel und entsteht vor allem bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Ähnlich wie andere Treibhausgase mindert es die Abstrahlung der Erdwärme ins Weltall und verstärkt so den natürlichen Treibhauseffekt.

Zwar tragen neben Kohlendioxid auch andere Gase, etwa Methan oder Ozon, zur Erderwärmung bei. Um die Effekte der einzelnen Gase jedoch besser vergleichen und in ihrer Gesamtheit berechnen zu können, verwenden die Klimawissenschaftler den Vergleichsmaßstab der CO2-Äquivalente: Allen Treibhausgasen werden Werte zugerechnet, welche die Erwärmungswirkung in Relation zum CO2 ausdrücken.

Kohlendioxid: heutiges Niveau höher als in den letzten 650.000 Jahren

Schaut man sich nun den unterschiedlichen Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre, gemessen in parts per million (ppm), zu verschiedenen Zeitpunkten an, kommen deutliche Unterschiede zutage. Im Jahr 1750 – also vor Beginn der Industrialisierung – betrug der CO2-Gehalt der Atmosphäre 280 ppm. Im Jahr 2005 ist der Anteil bereits auf 379 ppm gestiegen. Damit ist das heutige Niveau deutlich höher als jemals zuvor in den vergangenen 650.000 Jahren.

Weltweit steigen die CO2-Emissionen weiter an. Alleine seit 1990 wurde ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent verzeichnet. Derzeit gelangen jährlich rund 27 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre. Daran hat die Bundesrepublik heute schon einen nicht geringen Anteil. Laut Bundesumweltministerium wurden allein im Jahr 2006 nach ersten Schätzungen rund 1.007 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in Deutschland emittiert. Die 82 Millionen Deutschen machen zwar nur rund 1,3 Prozent der Weltbevölkerung aus, zeichnen damit aber für rund 3,7 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Pro Kopf und Jahr sind das rund elf Tonnen CO2.

Gegenüber dem Jahr 1990 konnte hierzulande zwar eine Emissions-Minderung von rund 18 Prozent erreicht werden. Die ist aber zum großen Teil dem Zusammenbruch der Industrie in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung zuzuschreiben. Auch Effizienzmaßnahmen und die Förderung von erneuerbaren Energien haben eine Wirkung gezeigt. Doch mit dem einsetzenden Wirtschaftsaufschwung hat diese Entwicklung bereits erste Dämpfer bekommen: Gegenüber dem Jahr 2005 sind die Emissionen im vergangenen Jahr um knapp 0,7 Prozent gestiegen.

Energie und Verkehr: Sorgenkinder des Klimaschutzes

Insbesondere die Emissionen des Verkehrs- und des Energiesektors bereiten Sorge. Der Anteil der Energiewirtschaft an den gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland beträgt immerhin 40 Prozent. Weltweit ist der Energiesektor sogar für mehr als 60 Prozent der Emissionen verantwortlich. Ausgehend von einem Wachstum der Weltbevölkerung um 1,3 Milliarden und einer Zunahme des Energieverbrauchs um mehr als 50 Prozent bis 2030 rechnet die Internationale Energie Agentur (IEA) im gleichen Zeitraum mit einem Anstieg der CO2-Emissionen von heute rund 27 Milliarden Tonnen auf gut 40 Milliarden Tonnen.

Dafür gibt es im Wesentlichen vier Ursachen: der weiter steigende Konsum in den Industrieländern, die schnelle nachholende wirtschaftliche Entwicklung in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie China und Indien, die zögerliche Umsetzung von Effizienzmaßnahmen in Industrie und Gewerbe sowie die schwache Nachfrage nach ökoeffizienten Produkten und Dienstleistungen.

Ähnlich schießen die Emissionen des Verkehrssektors in die Höhe. In den 15 alten EU-Ländern ist der Verkehr für 21 Prozent der Treibhausgase verantwortlich, die Emissionen des internationalen See- und Flugverkehrs sind noch nicht eingerechnet. Zwischen 1990 und 2004 stiegen die verkehrsbedingten Emissionen um durchschnittlich 25 Prozent. Der Grund ist die steigende Nachfrage: Im selben Zeitraum stieg das Personenverkehrsaufkommen um 20 Prozent, der Luftverkehr verbuchte mit 96 Prozent den größten Zuwachs. Zugleich stiegen dessen Emissionen zwischen 1990 und 2004 um 86 Prozent, wie die Europäische Umweltagentur jüngst ermittelte.

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