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Zukunfts-Szenario
Es handelt sich um eine Methode, die ein Szenario in der Zukunft darstellt, das sowohl sinnlich als auch intellektuell nachvollziehbar ist.
Sozialform: Gruppenarbeit, Plenum.

Materialien

Flipchart oder Plakate, Stifte

Verlauf

Zukunfts-Szenario Mit der Methode wird ein Thema unterschiedlich betrachtet, sowohl von seiner inhaltlichen Vielfalt als auch mit der gleichzeitigen Bewertung.

Phase I - Aufgaben- und Problemanalyse
Ausgangspunkt jedes Szenarios ist ein gesellschaftliches Problem, das als dringend lösungsbedürftig angesehen wird und zu dem kontroverse wissenschaftliche und/oder politische Lösungsansätze angeboten werden. Das Problemfeld muss sachlich , zeitlich und räumlich eingegrenzt werden.

Phase II - Einflussanalyse
Nunmehr sind alle Einflussbereiche zu identifizieren, welche auf das Untersuchungsfeld unmittelbar einwirken. Diese Einflussbereiche werden durch die Bestimmung von Einflussfaktoren für jeden Bereich weiter ausdifferenziert. Um eine Entwicklungsdynamik ermitteln zu können, beschreibt man quantitative und qualitative Messgrößen, sog. Kenngrößen. Anschließend findet eine Reflexion im Plenum statt, ob die gefundenen Faktoren für den Einflussbereich relevant sind.

Phase III - Trendprojektionen und Faktorenbündelung
Für jeden Einflussfaktor müssen jetzt anhand der Kenngrößen Trendprojektionen für die einzelnen Einflussfaktoren nach den Zeithorizonten kurz-, mittel- und langfristig vorgenommen werden. Die Faktoren müssen dann je nach den Entwicklungstrends zu zwei Bündeln zusammengefasst werden, und zwar je ein Bündel für alle Faktoren, die sich gegenseitig stützen und verstärken, d.h. einen positiven bzw. negativen Entwicklungstrend bedingen.

Phase IV - Szenarioentwicklung
Hier werden ganzheitliche "Zukunftsbilder" erstellt, die in anschaulicher Weise mögliche Entwicklungen und ihre Konsequenzen sichtbar machen. In die Szenarien sollen alle in den vorangegangenen Phasen entwickelten Einflussfaktoren, Kenngrößen sowie Trendprojektionen eingehen. Aus diesen Elementen werden durch phantasievolle Anreicherungen stimmige Situationsbeschreibungen zweier möglicher Zukünfte, nämlich einer bestmöglichen sowie einer schlechtestmöglichen Zukunft (Extremszenarien) entwickelt und als lebendige Schilderung allen TeilnehmerInnen vorgestellt. Evtl. kann auch noch ein Trendszenario (wahrscheinlichste Zukunft) erstellt werden.

Phase V - Maßnahmen und Handlungsmöglichkeiten
In dieser abschließenden Phase wird an die Problemanalyse der Ausgangssituation angeknüpft mit der Aufgabenstellung, nunmehr die Konsequenzen aus den entwickelten Szenarien zu ziehen und Handlungs- bzw. Gestaltungsstrategien zu entwickeln. Diese sollen dazu dienen, gewünschte Entwicklungslinien zu unterstützen und zu verstärken sowie unerwünschten Entwicklungen entgegenzuwirken bzw. sie abzuschwächen.

Kommentar: Mit der Szenario-Technik werden quantitative Daten und Informationen mit qualitativen Informationen, Einschätzungen und Meinungen verknüpft, so dass als Ergebnis detaillierte Beschreibungen einer bzw. mehrerer möglichen Zukunftssituationen unter einem ganzheitlichem Aspekt entstehen.

Beispiel: Ablaufschema für ein Methodenseminar zur Szenario-Technik

Phase I:
Problemanalyse. Es findet ein Brainstorming zum Thema statt. Arbeitsgruppen werden gebildet, die Oberbegriffe für die 4 Einflussbereiche bestimmen.
Thema: Gentechnik
· Wissenschaftliches Interesse
· Medizinische Möglichkeiten
· Veränderung des Erbguts
· Genmanipulierte Menschen

Phase II:
Bestimmung der Einflussfaktoren, die die Einflussbereiche kennzeichnen. Welche Informationen sind für die Einflussfaktoren notwendig?
· Was müssen wir für jeden Faktor wissen, um die zukünftige Entwicklung der Gentechnik beschreiben zu können?
· Durch welche Kenngröße lassen sich die jeweiligen Informationsfragen beantworten?
Besonders die Kenngrößen sollten sowohl qualitativ als auch quantitativ messbar sein (mehr/weniger; besser/schlechter):
Genmanipulierte Menschen:
· Eingriff ins natürliche Erbgut (zunehmen/abnehmen)!
· Bald werden Menschen geklont (zunehmen/abnehmen)!
· Krankheiten sind behandelbar (zunehmen/abnehmen)!
· ...

Phase III:
Trendprojektionen:
Anhand der Kenngrößen werden nun die Einflussfaktoren bewertet. Dazu wird die Auswirkung mit positiven bzw. negativen Pfeilen geschätzt und diese auf Flipchart o.ä. gezeichnet. Zusätzlich wird eine Begründung angegeben, unter welchen Bedingungen der geschätzte Verlauf stattfinden wird. Die Trendprojektionen werden anschließend nach dem positiven bzw. negativen Pfeilen durchschnitten und gebündelt. Es sind also 2 positive und 2 negative Szenarien entstanden. Diese sollen nun ausformuliert werden.

Phase IV:
Ausformulierung und anschließende Präsentation der Extremsituationen. Es werden in der Regel drei Grundtypen von Szenarien entwickelt:
· Ein positives Extremszenario: es bezeichnet die bestmögliche Zukunftsentwicklung,
· ein negatives Extremszenario: es bezeichnet den schlechtestmöglichen Entwicklungsverlauf,
· ein Trend-Szenario: es beinhaltet die Fortschreibung der heutigen Situation in die Zukunft.

Phase V:
Entwicklung von politischen Handlungsstrategien. Ziel ist die Erstellung eines Maßnahmenkatalogs:
· Was kann der Einzelne tun?
· Was können wir zusammen in Gruppen tun (Verbände, Parteien, Aktionsgruppen, Bürgerinitiativen, Vereine usw.)?
· Was kann der Staat auf den verschiedenen Ebenen tun (Kommunalpolitik, Landespolitik, Bundespolitik)?
· Was können internationale Instanzen (z.B. Europäische Union, UNO) tun?


frei nach V.i.S.d.P. 2001 Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest

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