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Brief an den Freund
Mit der Methode kann eine individuelle Bewertung und Einschätzung von Situationen gefördert werden.
Geeignet für die Einzelarbeit.

Materialien

Pro TeilnehmerIn: 1 Briefbogen, 1 Briefumschlag

Verlauf

Brief an den Freund Die TeilnehmerInnen werden gebeten, einen Brief an ihren besten Freund/ihre beste Freundin (mit der Überschrift: "Lieber Freund/liebe Freundin") zu schreiben, der Antworten zu folgenden drei Fragen enthält:
1. Was aus diesem Seminar hat mich besonders beeindruckt?
2. Was habe ich vermisst, was fehlte mir?
3. Was werde ich innerhalb des nächsten halben Jahres für mich umsetzen, verändern?
Der Brief wird unterschrieben und in einen Umschlag gesteckt. Dieser wird von den TeilnehmerInnen an sich selbst adressiert und vom Moderatorenteam eingesammelt.
Die Briefe werden den KollegInnen nach einem halben Jahr zugeschickt - oder auf einer nachfolgenden Konferenz verteilt.
Als Variante kann den TeilnehmerInnen angeboten werden, den Umschlag zu verschließen oder ihn offen zu lassen. Dies ist das Signal für das Moderatorenteam, die Rückmeldungen zu lesen.

Kommentar: Mit der Methode kann eine Bewertung von Situationen gefördert werden. Besonders die Erfahrungen in der Abschlussevaluation sind recht positiv. Die Auseinandersetzung mit den Inhalten der Fortbildung unter den drei Zielfragen erleichtert eine abschließende Diskussionsrunde. Die Gedanken sind niedergeschrieben worden und besitzen somit mehr Gewicht als Argument. Das Zuschicken der Briefe nach einem halben Jahr erleichtert eine kritische Reflexion über die Alltagsblockaden, die einer Umsetzung und Institutionalisierung oft im Wege stehen. Manchmal werden eventuell wahrgenommene Diskrepanzen zwischen "guten Vorsätzen" und der Realität übersehen.
Für das Schreiben des Briefes sollte eine relativ kurze Zeit (ca. 20 Minuten) vorgegeben werden.

Beispiel:
Lieber Freund,
ich nehme gerade an einem Seminar zum Thema 'Werbung und Konsum' teil. Hier soll Werbung aus Sicht des kritischen Verbrauchers analysiert werden. Insgesamt ist eine sehr gute Stimmung vorhanden und die Gruppe arbeitet klasse mit. Leider bekommen wir kaum Materialien in die Hand und manchmal herrscht mir zu viel Hektik für wirklich produktive Arbeitsphasen.
Aber in der nächsten Zeit werden ich mir die vielen positiven und interessanten Aspekte bestimmt noch einmal bewusst machen, wenn ich Werbung im Kino oder sonst wo sehe.
Viel Spaß, Dein bester Freund


frei nach V.i.S.d.P. 2001 Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest

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