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Selbstuntersuchung
Diese Methode verlangt von den TeilnehmerInnen eine individuelle Einschätzung einer Situation.
Geeignete Sozialform: Einzelarbeit.

Materialien

vorbereitete Fragebögen, Stifte

Verlauf

Selbstuntersuchung Die Methode wird in der Vorlaufphase eines Veränderungsprozesses durchgeführt, um einen Überblick über die Problemsituation zu schaffen. Hierbei findet die Bewertung in mehreren Schritten statt.

Schritt 1: Das Moderatorenteam bereitet einen Fragebogen vor, mit dem zunächst die individuellen Probleme in Bezug auf das Thema des anstehenden Veränderungsprozesses zu nennen sind.
Es handelt sich um einen offenen Fragebogen, den (möglichst) alle KollegInnen (anonym) bearbeiten. In großen Kollegien ist es sinnvoll, die Zahl der Nennungen auf maximal drei zu begrenzen, auch um es nicht von Anfang an mit einem 'Berg von Problemen' zu tun zu haben.

Schritt 2: Das Moderatorenteam stellt diese individuellen Problemnennungen zu einer gemeinsamen Liste zusammen und gibt sie an die TeilnehmerInnen zur individuellen Gewichtung zurück.

Schritt 3: Die TeilnehmerInnen wählen individuell (und anonym) aus der vollständigen Problemliste drei (fünf, sieben) Aspekte aus und bringen sie in eine Rangfolge. Nachfolgend betrachten sie den wichtigsten Aspekt und beschreiben diesen konkreter: indem sie den Ist-Zustand, den Soll-Zustand und einen möglichen Lösungsweg aufzeichnen.

Kommentar: Die Selbstuntersuchung ist eine Methode, mit der man sehr detailliert die wahrgenommenen Probleme und Schwierigkeiten, aber auch Stärken und Möglichkeiten einer Gruppe erheben kann. Die TeilnehmerInnen urteilen durch die Anonymität in der Regel ehrlicher.
Bei dieser Methode spielt der Zeitpunkt des Einsatzes eine große Rolle. Die Auswertung der Fragebögen erfordert einige Zeit, so dass die einzelnen Schritte in jedem Fall zu unterschiedlichen Zeiträumen stattfinden sollten. Je nach Problemfall kann der erste Fragebogen auch schon im Vorfeld verteilt werden, um eine Evaluation bereits vor der Veranstaltung einzuleiten.

Beispiel:
Schritt 1: Wenn Sie sich an das vergangene halbe Jahr zurückerinnern, welches sind die für Sie zentralen Probleme und Schwierigkeiten gewesen, die Sie in Ihrem Unterricht hatten und an denen Sie im Rahmen des geplanten Veränderungsprozesses arbeiten möchten? Schreiben Sie bitte alle Probleme auf und kennzeichnen Sie die drei wichtigsten mit einem Kreuz (X).

Schritt 3: Im folgenden finden Sie eine Liste mit vielen unterschiedlichen Problemaspekten, die von den KollegInnen genannt worden sind. Diese Liste liegt Ihnen nun ohne eine bestimmte Gruppierung vor.
Ihre Aufgabe besteht nun in den folgenden Schritten:
1. Bezeichnen Sie die drei Aspekte, die Ihnen in der gegenwärtigen Situation besonders am Herzen liegen, weil Sie diese als problematisch empfinden und weil hier etwas zur Verbesserung unternommen werden sollte.
2. Reihen Sie die von Ihnen bezeichneten drei Aspekte nach ihrer subjektiven Wichtigkeit ein.
3. Geben Sie für den wichtigsten Aspekt an, was Sie an ihm als problematisch sehen (Beispiele, Symptome, vermutete Ursachen), was Ihnen selbst als Lösung erscheint (wie soll es sein, warum soll es so sein, in welche Richtung soll es gehen?) und auf welchem Weg die Lösung verwirklicht werden könnte.


frei nach V.i.S.d.P. 2001 Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest

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