Sie sind hier: www.verbraucherbildung.de > Schlaglichter > Artenschutz Vereinte Nationen ziehen verheerende Bilanz
Schriftgröße:

Hier können Sie unseren Newsletter bestellen, um über Erweiterungen der Plattform oder aktuelle Nachrichten auf dem Laufenden zu bleiben.

Artenschutz: Vereinte Nationen ziehen verheerende Bilanz
Die Vereinten Nationen haben im Mai eine Zwischenbilanz zum Zustand der globalen biologischen Vielfalt gezogen. Sie fällt verheerend aus. Die 2002 in Johannesburg von den Staats- und Regierungschefs getroffene Vereinbarung, den weltweiten Verlust an biologischer Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu bremsen, ist demnach gescheitert. Acht Jahre nach dem Beschluss sei nicht ein einziges der 21 vereinbarten Artenschutzziele erfüllt worden. „Die Menschheit hat sich der Illusion hingegeben, ohne biologische Vielfalt schon irgendwie zurechtkommen zu können“, meint Achim Steiner, Chef des UN-Umweltprogramms UNEP. Die Wahrheit aber sehe ganz anders aus.

Nach Ansicht von Steiner ist die weiterhin wachsende Weltbevölkerung mehr denn je auf die biologische Vielfalt angewiesen. Sie gewährleiste „funktionstüchtige Ökosysteme, die von Wäldern über Süßwasserlebensräume bis hin zu Böden, Ozeanen und sogar der Atmosphäre“ reichten. Bis heute hätte die Mehrzahl der Volkswirtschaften diesen enormen Wert der Vielfalt jedoch nicht begriffen, so der UNEP-Chef weiter. Dem UN-Bericht zufolge schwinden natürliche Lebensräume in den meisten Teilen der Welt. Fast ein Viertel der Pflanzenarten sei vom Aussterben bedroht, die Wirbeltierpopulationen seien zwischen 1970 und 2006 um rund ein Drittel eingebrochen.

„Die Menschheit wird allmählich einsam auf dem Planeten Erde“, sagt Günter Mitlacher von der Umweltstiftung WWF mit Hinblick auf den UN-Bericht. Die von Menschen verursachte Aussterberate von Tieren und Pflanzen liege mindestens hundertmal höher als der natürliche Artenschwund, weswegen der WWF einen drastischen Abbau naturzerstörender Subventionen vorschlägt. Nach Berechnungen der Umweltstiftung pumpen die Staaten der Welt jedes Jahr 670 Milliarden Euro Beihilfen in Branchen, die wesentlichen Anteil an der Zerstörung der Natur haben.

Auch die Autoren des UN-Berichts schreiben, Fehlsubventionen, die einen nicht nachhaltigen Ressourcenverbrauch und verschwenderischen Konsum begünstigen, müssten auf eine Minimum reduziert werden. Wichtig sei, den Menschen klar zu machen, dass sie die biologische Vielfalt auch durch Konsum- oder Verhaltensänderungen schützen könnten. Eine der größten Gefahren für die Biodiversität ist dem UN-Bericht zufolge der Klimawandel. Er drohe zahlreiche Lebensräume zu beschädigen.

Wie Verbraucherinnen und Verbraucher klima- und artenschonender konsumieren können, zeigt der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., vzbv, auf seiner Weiterbildungsplattform www.verbraucherbildung.de. Zuletzt hat der vzbv dort zwei kompakte Unterrichtsmaterialien für den Schulunterricht veröffentlicht, die Wege zum nachhaltigeren Konsum ebnen. Die gemeinsam mit der Stiftung Warentest entwickelten Materialien zeigen Möglichkeiten der klimafreundlicheren Ernährung und nennen Gütesiegel, die auch für mehr Nachhaltigkeit stehen. Beide Materialien könne in der Rubrik Unterrichtsmaterial/Nachhaltige Entwicklung kostenlos heruntergeladen werden.

Außerdem bietet www.verbraucherbildung.de anlässlich des Internationalen Jahrs der Biodiversität 2010 einen ausführlichen Hintergrundbericht, der die Gründe des weltweiten Artensterbens beleuchtet und darlegt, wie Umweltschützer, Wissenschaftler und Politiker dem ein Ende setzen wollen. Den Artikel mit dem Titel „Artensterben: Entschleunigung mit Preisschildern?“ finden Sie in der Rubrik Brennpunkt.

Dieser Artikel gibt den Sachstand Mai 2010 wieder.

Druckversion