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GoodWeave: neues Siegel von RugMark zeichnet Teppiche ohne Kinderarbeit aus
Handgeknüpfte Teppiche aus Indien, Pakistan oder Nepal schmücken unzählige deutsche Wohnzimmer. Was man ihnen nicht ansieht: Zu häufig waren es Kinder, die die Teppiche knüpften mussten, oft in Schuldknechtschaft, also ohne Bezahlung. Rund 250.000 Kinderarbeiter soll es allein in Südasien geben, weltweit sind es nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO über 210 Millionen Mädchen und Jungen unter 14 Jahren. Die gemeinnützige Stiftung RugMark International will dagegen etwas tun: Sie hat ein neues Qualitätssiegel für Teppiche entwickelt, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Es soll auch für soziale und ökologische Fairness stehen.

GoodWeave
, so der Name des Labels, wurde im Januar 2010 in Deutschland vorgestellt. Es zeigt einen stilisierten goldenen Teppichknoten auf blauem Grund und ersetzt das bisherige blau-rote RugMark-Label, mit der die Stiftung bereits seit 15 Jahren ohne Kinderarbeit hergestellte Teppiche auszeichnet. Das neue Siegel, schreibt RugMark, sei umfangreicher. Es verlange von den Herstellern nun nicht nur den Nachweis, dass Erwachsene die Teppiche geknüpft haben, sondern auch die Einhaltung zusätzlicher Sozial- und Umweltstandards.

Ziel sei, „Löhne und Arbeitssicherheit für die abhängig Beschäftigten zu verbessern“, sagt der Geschäftsführer des nepalesischen RugMark-Dependance, Ajay Karki. Zudem sollen die Wasser- und Luftverschmutzung durch die Wäsche und das Färben der Teppiche verringert werden. Erreichen will die Organisation diese Ziele mit regelmäßigen Inspektionen an den Webstühlen und rechtlich verbindlichen Verträgen mit Teppichproduzenten, die die Auszeichnung anstreben.

RugMark setzt sich nach eigenen Angaben bereits seit 1995 für das Zurückdrängen von Kinderarbeitern in der Teppich-Industrie ein. Seitdem sei deren Zahl von einer Million auf 250.000 verringert worden. Das neue Siegel wird laut RugMark von den Hilfsorganisationen Unicef, Anti-Slavery International, Brot für die Welt, Misereor und terre des homes unterstützt. In Deutschland können Teppiche mit dem GoodWeave-Siegel unter anderem über den Versand- und Teppichhandel bezogen werden.

Dieser Artikel gibt den Sachstand Januar 2010 wieder.

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