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„Grüner“ Konsum verzeichnet trotz Wirtschaftskrise Rückenwind
Trotz Wirtschaftskrise steht der nachhaltigere und faire Konsum bei deutschen Verbrauchern hoch im Kurs: Der Umsatz fair gehandelter Produkte wie Kaffee oder Schokolade aus Entwicklungsländern stieg in Deutschland 2009 auf 267 Millionen Euro – das ist ein sattes Umsatzplus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bio-Waren konnten zumindest ihren Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres halten, trotz Umsatzrückgängen im Gesamtlebensmittelmarkt. Dass die Krise den „grünen“ Konsum eher befeuert als gedämpft hat, zeigt auch eine aktuelle Umfrage der Dresdner-Cetelem Kreditbank.

Demnach spielen ökologische Aspekte sowie faire Produktionsbedingungen eine wichtiger werdende Rolle bei Kaufentscheidungen – und das nicht nur in Deutschland. Zu diesem Schluss kommt die Bank nach Befragung von fast 8.000 Verbrauchern in zwölf europäischen Ländern. Dem im April veröffentlichten Konsumbarometer 2010 der Bank zufolge greifen bereits 44 Prozent der Europäer gelegentlich zu Waren aus fairem Handel. Besonders Bio-Produkte verzeichnen Rückenwind. Jeder dritte Europäer, schreibt das Kreditinstitut, habe schon öfters ins Bioregal gegriffen.

Dass Bio-Produkte sich unter europäischen Verbrauchern größerer Beliebtheit erfreuen als Lebensmittel aus dem Fair-Trade-Segment, erklären die Autoren mit dem gesundheitlichen Vorteilen, den Bio-Waren böten. Bei Fair-Trade-Produkten fehle dieser Anreiz. Verbraucher nähmen daher bei Bio-Produkten auch höhere Preise in Kauf, während sie diese bei Fair-Trade-Erzeugnissen meist nicht bereit sind zu zahlen. In der Befragung der Bank gaben 69 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie wegen der höheren Preise keine fair gehandelten Lebensmittel in den Einkaufskorb legten.

Wie schon etliche Umfragen und Studien zuvor, kommt auch das Konsumbarometer 2010 der Bank zu dem Schluss, dass nachhaltiger Konsum den Verbrauchern um so leichter fällt, je weniger Aufwand damit für sie verbunden ist, etwa bei der Suche im Supermarkt. Geht es um Komfortverzicht oder größere Investitionen zugunsten der Umwelt, lässt die Begeisterung der europäischen Konsumenten dagegen schnell nach: Nur knapp jeder dritte europäische Befragte gab an, schon einmal aus ökologischen Aspekten den Zug genommen zu haben, anstatt mit Auto oder Flugzeug zum Ziel zu gelangen.


Dieser Artikel gibt den Sachstand Juni 2010 wieder.

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