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Öko-korrekte Mode auf dem Prüfstand: Institut sieht Besserungsbedarf
Nachhaltig produzierte Mode erlebte in den vergangenen Jahren einen kleinen Boom. Wie nachhaltig die Anbieter wirklich arbeiten, wollte jetzt das Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene aus dem nordrhein-westfälischen Siegburg wissen, einem Mitträger der deutschen „Kampagne für saubere Kleidung“, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungs- und Sportartikelindustrie einsetzt. Das Institut hat bei einigen Anbietern nachgefragt, die nach eigenen Angaben nachhaltig produzieren, welche Sozial- und Umweltstandards sie berücksichtigen. Das Ergebnis, schreibt Südwind, sei „ernüchternd“.

Gravierende Mangel gibt es demnach insbesondere bei den Sozialstandards, also etwa bei der Einhaltung von Arbeitsrechten wie der Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit. Zwar gaben fast 70 Prozent der 23 auf die Befragung reagierenden Unternehmen an, alle wichtigen Sozialstandards einzuhalten. Probleme, schreibt das Institut, täten sich aber bei der Überprüfung der Einhaltung dieser Standards auf: Lediglich vier der 23 Unternehmen lassen sich in die Karten schauen. Nicht nur die Festlegung hoher Standards sei wichtig, heißt es in der zur Befragung publizierten Studie. Entscheidend sei, wie deren Einhaltung kontrolliert werde.

Etwas besser schneiden die antwortenden Anbieter nachhaltig produzierter Mode bei den ebenfalls abgefragten Umweltstandards ab. Laut Studie achten alle dieser Unternehmen darauf, dass die Stoffe, die sie einkaufen, ein Öko-Siegel tragen. Mehr als zwei Drittel lassen das auch von unabhängigen Fachleuten überprüfen. Der Autor der Studie, Dominic Kloos, ist damit nicht zufrieden. Die Anbieter, sagt er, sollten „künftig kontinuierlichen Praxistests unterzogen werden“, damit sich Anspruch und Wirklichkeit der Branche annähern. Verbraucher sollten dazu Druck machen.

Das Südwind-Institut hat für die Befragung nach eigenen Angaben 204 Markenhersteller aus mehreren Ländern angeschrieben, 23 antworteten. Zu den Unternehmen, die ihre Standards und deren Einhaltung publik machten, zählen unter anderem der Marburger Anbieter Artgerecht, Hess Natur Textilien aus Butzbach sowie Laissezfair aus Köln.

Dieser Artikel gibt den Sachstand Januar 2010 wieder.

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