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vzbv: Verbrauchertäuschungen und Mogelpackungen bei Lebensmitteln unterbinden
Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., vzbv, hat aus Anlass der Internationalen Grünen Woche 2010 ein Fünf-Punkte-Programm zur Lebensmittel- und Ernährungspolitik vorgelegt. Darin fordert der Verbraucherschutzverband unter anderem mehr Ehrlichkeit und Transparenz von der Lebensmittelbranche und bessere Lebensmittelkontrollen. Gerade in Kantinen und Restaurants, heißt es in dem Papier, seien sie nötig. Außerdem verlangt die in Berlin ansässige Dachorganisation von 41 deutschen Verbraucherverbänden den ökologischen Ballast zu verringern, den die Herstellung von Lebensmitteln nach sich zieht. Verbraucher in Deutschland sehnen sich vor allem nach Informationen, mit denen sie klimafreundlicher konsumieren können.

86 Prozent der deutschen Verbraucher wünschen sich verständliche Klima-Informationen auf Lebensmittelpackungen, um selber klimafreundlicher leben zu können. Zu diesem Schluss kommt eine vom vzbv beauftragte Befragung. In Deutschland fehlen solche Produktinformationen allerdings größtenteils, nur wenige Vorreiter-Unternehmen bilanzieren den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte. Ein klimafreundlicherer Konsum wird so erschwert. Gerd Billen, Chef des vzbv, hält verbindliche Reduktionsziele für die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft für notwendig. Er sagt, die Politik müsse die Lebensmittelindustrie deswegen zur Erstellung von Klimabilanzen verpflichten. Verbrauchern rät Billen dazu, weniger Fleisch zu essen. Das sei gesünder und entlaste die Umwelt. Außerdem sei aus Klimaschutzgründen der Einkauf regionaler, saisonaler und ökologisch produzierter Lebensmittel zu empfehlen und der Verzicht auf eingeflogene Produkte sinnvoll.

Der Verbraucherschutzverband ermahnte die Lebensmittelindustrie anlässlich der Grünen Woche außerdem, nicht weiter mit dem Vertrauen ihrer Kundschaft zu spielen. „Transparenz“, schreibt der vzbv, „schafft Vertrauen“. Die Verwendung von Lebensmittelimitaten wie der Einsatz von Analog-Käse unterliefen diesen Grundsatz. Die „verwendeten Rohstoffe haben selten noch etwas mit dem Lebensmittel zu tun, das sie ersetzen“, urteilen die Verbraucherschützer. Bilder auf Lebensmittelverpackungen, die Zutaten zeigten, die gar nicht im Produkt enthalten sind, gehörten verboten.

Dieser Artikel gibt den Sachstand Februar 2010 wieder.

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