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Bündnis für Verbraucherbildung gestartet

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(c) michaelgaida - pixabay.com CC0 Public Domain

12.03.2013

Mehr Lebenspraktisches in die Schulen

Die Tricks der Werbebranche, der nachhaltige Konsum oder der Schutz der eigenen Daten im Internet – konsumrelevante Themen wie diese sollen künftig einen festen Platz in den Stundenplänen deutscher Schulen finden. Dafür macht sich ein neues Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Verbraucherschützern stark.

Mit dem Ziel, Verbraucherkompetenzen in den Lehrplänen der Schulen zu verankern, startete Mitte März das „Bündnis für Verbraucherbildung“. Ins Leben gerufen wurde es durch die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz, die 2010 vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und seinen Mitgliedsorganisationen gegründet wurde. In dem Bündnis haben sich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden zusammengeschlossen.

Kinder und Jugendliche müssten auch über Waren und Dienstleistungen aller Art Bescheid wissen um sich in der heutigen Welt zurecht zu finden, erklärte der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung und vzbv-Vorstand Gerd Billen. Diese Kompetenzen zu vermitteln sei Aufgabe der Schule. „Sie legt den Grundstein für unsere Alltagskompetenz. Wir brauchen ein Schulfach, das dieses Wissen vermittelt“, so Billen. 

In Deutschland ist das noch die Ausnahme. Lediglich das Land Schleswig-Holstein hat bislang ein eigenes Fach Verbraucherbildung eingeführt. Bayern räumt zudem Fragen des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes Platz in der Schule ein.  In anderen Bundesländern fehlen dagegen verbindliche Konzepte. Die meisten Jugendlichen in Deutschland verlassen die Schule daher, ohne dass ihre Kompetenzen zur Bewältigung des Verbraucheralltags gezielt trainiert wurden. 

Das hat Folgen, wie auch eine neue Studie im Auftrag der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz belegt: Mehr als Dreiviertel aller befragten Lehrkräfte und Experten sehen demnach einen klaren Bildungsauftrag der Schule in Sachen Verbraucherbildung. Gleichzeitig beurteilen sie das derzeitige Angebot als „eher schlecht“.

Das Bündnis will das ändern. Seine Ideen und Forderungen liegen in Form einer Resolution vor. Darin fordert es unter anderem bundeseinheitliche Bildungsstandards zur Verbraucherbildung, deren stärkere Verankerung in den schulischen Lehrplänen und eine stärkere Förderung der Verbraucherbildung in der Lehreraus- und Lehrerfortbildung. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner unterstützt das Bündnis. Für sie ist Verbraucherbildung „das Fundament, um im Alltag selbstbestimmt und selbstbewusst die richtigen Entscheidungen treffen zu können“.

Die Bundesministerin setzt sich mit ihrer Initiative „Verbraucherbildung – Konsumkompetenz stärken“ ebenfalls für die schulische Verbraucherbildung ein. Leuchtturm-Projekt dieser Initiative ist der vom vzbv betriebene Online-Materialkompass, eine Datenbank für Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung, die von unabhängigen Bildungsexperten bewertet wurden. Aigner sagte, der Kompass werde „für immer mehr Lehrerinnen und Lehrer zur ersten Adresse bei der Suche nach geeigneten Unterrichtsmaterialien“. Das allein reiche jedoch nicht aus: „Verbraucherbildung muss möglichst einen festen Platz im Lehrplan erhalten. Dafür haben wir mit dem Bündnis jetzt einen neuen, starken Partner.“

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