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Digitalisierung: „Smart Schools“ und Schul-Cloud auf dem Weg

Digitalisierung smart_schools itgipfel 2016

Schülerinnen und Schüler stellen das Exponat "Smart School" vor

(c) Maurice Weiss / BMWi

17.11.2016

IT-Gipfel der Bundesregierung mit Schwerpunkt „Digitale Bildung“

Die Bundesregierung hat ihren diesjährigen Nationalen IT-Gipfel erstmals ganz ins Zeichen der digitalen Bildung gestellt. Mit Modellschulen, einer Schul-Cloud und weiteren Initiativen will sie diese vorantreiben. Kritik am Gipfel kam unter anderem von Lehrerverbänden.

Als Vorreiter auf dem Weg zur digitalen Schule sollen in Deutschland zunächst zwei saarländische Schulen dienen. Sie wurden auf dem 10. Nationalen IT-Gipfel zu den ersten deutschen „Smart Schools“ gekürt und sollen in den nächsten fünf Jahren technisch aufgerüstet werden, flankiert von neuen medienpädagogischen Konzepten und Weiterbildungen für Lehrkräfte. Unterstützt werden die „Smart Schools“ von zahlreichen IT-Unternehmen, darunter Google, Microsoft, SAP und die Telekom.

Das Bundesbildungsministerium hat auf dem IT-Gipfel zudem sein Konzept einer Schul-Cloud vorgestellt, in der perspektivisch digitale Lehr- und Lernangebote vorgehalten werden sollen, und zwar schul- und fächerübergreifend. An Drittklässler soll außerdem künftig kostenlos der Mini-Computer „Calliope mini“ verteilt werden. Hinter dem Projekt stehen neben Google, Bosch und Microsoft auch der Cornelsen Verlag und die Deutsche Telekom Stiftung. Das Saarland will die Minirechner als erstes Bundesland flächendeckend in der 3. Klasse nutzen.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sagte zum Auftakt des Gipfels, die digitale Bildung könne „zu einer Erfolgsgeschichte werden, wenn wir alle Kräfte und Ressourcen bündeln“. Sie hatte bereits im Oktober eine „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ vorgestellt und in diesem Zug fünf Milliarden Euro für die bessere technische Ausstattung von Schulen in Aussicht gestellt.

Nach Ansicht der stellvertretenden Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB, Elke Hannack, droht diese Ankündigung zur „Luftnummer zu werden, wenn die versprochenen Milliarden nicht schleunigst im Bundeshaushalt verankert werden“. Bei der digitalen Bildung dürfe es auch nicht nur um die technische Ausstattung gehen. Notwendig, so Hannack anlässlich des IT-Gipfels, sei auch eine „pädagogische Debatte um Chancen und Risiken der Digitalisierung“.  

Kritik gab es auch von Lehrerverbänden: Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, bemängelte, dass am „IT-Bildungsgipfel“ keine Vertreter von Lehrerorganisationen beteiligt werden. „Wie kann man dieses so eminent wichtige Zukunftsthema behandeln, ohne die Hauptbetroffenen einzuladen?",m fragte Meidinger. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, warnte vor zu viel Euphorie in der Debatte um die digitale Bildung. Dass es vor allem die großen IT-Firmen und deren Stiftungen seien, die eine Digitalisierung von Schule fordern, sollte man „auch kritisch reflektieren“. 

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