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Distanzlernen als kreativer Schub für digitale Bildung - Tipps und Tricks

Home Office (c) Andrea Piacquadio - pexels - CC0 Public Domain

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20.04.2020

Unterricht in der Corona-Krise

Während in einigen Bundesländern die ersten Schulen zunächst für ältere Schülerinnen und Schüler wieder geöffnet werden, bleiben in anderen Bundesländern alle Bildungseinrichtungen noch bis Mitte Mai komplett geschlossen (eine Übersicht über die individuellen Regelungen finden Sie hier). Das bedeutet auch, dass viele Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler weiterhin auf das Distanzlernen setzen müssen. Wir geben Tipps, wo Sie kreative Ideen finden können - für die Corona-Krise und darüber hinaus.

Das Problem war schon vor der Corona-Pandemie bekannt, aber jetzt lässt es sich wie unter einem Brennglas betrachten: Deutschland hinkt in Sachen digitaler Bildung hinterher. Es fehlen beispielsweise gemeinsame Cloud-Lösungen für Schulen inklusive entsprechende Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer. Viele Schulen haben nach wie vor kein WLAN, geschweige denn eine 1:1-Ausstattung für die Schülerinnen und Schüler. Was die aktuelle Krise aber auch gezeigt hat: Es gibt extrem viele motivierte Lehrkräfte, die sich kreative Lösungen überlegen, wie sie digitale Medien nutzen und ihren Klassen weiterhin Aufgaben zukommen lassen können. So entstehen überall im Internet spannende Sammlungen mit sinnvollen Links, Unterrichtsmaterial, Tools und Videos.

Sinnvolle Übersichten: Anregungen für Anfänger und Profis

Eine erste Übersicht über digitale Lernangebote für das „Lernen von zu Hause“ bietet natürlich die Kultusministerkonferenz (KMK). Sie fasst einzelne Angebote in den Ländern zusammen, wie den Bildungsserver Berlin-Brandenburg oder den niedersächsischen Bildungsserver NiBis, und stellt weitere bundesweite sowie auch fächerspezifische Angebote im Internet vor.

Eine gute und vollständige Zusammenstellung aller Themen, die im Moment wichtig sind, bietet außerdem die Seite „LernenTrotzCorona.ch“ der Pädagogischen Hochschule Schwyz. Zu den dort vertieften Themen gehören beispielsweise die digitale Kommunikation, verschiedene Austauschplattformen, Lerneinheiten, Projektideen oder virtuelle Ausflüge. Auch finden Lehrkräfte Anregungen zu der Frage, wie Corona selbst als Thema im Unterricht behandelt werden kann und wie es eigentlich nach den Schulschließungen weitergeht.

Die Frage, welche Apps im Moment sinnvoll sein können, beantwortet das Deutsche Schulportal. Auf der Webseite können sich Lehrerinnen und Lehrer Empfehlungen inklusive übersichtlicher Erklärungen anschauen. Weitere sinnvolle Zusammenstellungen bieten außerdem die „Bildungspunks“ oder der Deutsche Bildungsserver.

„Digitale Werkzeugkiste“

Besonders beliebt sind in diesen Zeiten sogenannte Padlets. Diese digitalen Pinnwände werden von vielen Lehrkräften genutzt, um interaktive Lerninhalte zusammenzutragen. Die „Digitale Werkzeugkiste“, die der User Arthur Thömmes erstellt hat, ist ein gelungenes Beispiel. Darin finden sich neben Informationen zu Padlets selbst auch Anleitungen für „Learning-Snacks“, den „Book Creator“, QR-Codes und Stop-Motion-Filme sowie Ideen für Podcasts, Erklärvideos, Gamification, kollaboratives Arbeiten und das Arbeiten im „Flipped Classroom“. Weitere aktuelle und hilfreiche Beispiele sind die Padlets „Distanzlernen“ von Ingo Engelhaupt sowie „Remote Learning“ von Kristian Wahl. Eine Erklärung zur grundsätzlichen Idee von Padlets sowie deren Erstellungen gibt zudem die Webseite „Digitales Klassenzimmer“ in dem Artikel „Padlet für Einsteiger“.

Eine weitere Übersicht über digitale Werkzeuge hat außerdem das österreichische Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) veröffentlicht. In einem pdf mit dem Titel „11 Werkzeuge für die Entwicklung von Unterrichtsbausteinen kompakt beschrieben“ gibt es zu jeder der elf Anwendungen nützliche Tipps, technische Details, Links zu Tutorials sowie eine Pro-Contra-Liste. Zu den vorgestellten digitalen Werkzeugen gehören zum Beispiel „LearningApps“, „Tutory“ oder „Wortwolken“.

Vernetztes Arbeiten und digitale Kommunikation

Eine wichtige Frage in der aktuellen Situation und für das Distanzlernen ist stets: Wie kommen Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und ihre Klassen eigentlich zueinander? Wie kann man digital möglichst problemlos, aber sicher kommunizieren? Eine Übersicht über „Tools zur digitalen Kommunikation“ bietet die Internetseite klicksafe – inklusive Hinweise zur Privatsphäre und Datenschutz.

Auch die Werkstatt „Digitale Bildung in der Praxis“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat sich mit Tools für kollaboratives Arbeiten beschäftigt. Expertinnen und Experten empfehlen jeweils ein Tool, geben Einblicke in die Nutzung sowie über Vor- und Nachteile in der Praxis. Darüber hinaus hat die bpb einen Podcast zur Corona-Krise ins Leben gerufen, das „Digitale Lehrtagebuch“. Wer also Wert auf persönliche Ansprache legt oder sich für die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen interessiert, sollte dort reinhören. Inzwischen gibt es bereits mehrere Folgen mit verschiedenen Schwerpunkten, immer ergänzt durch kleine Info-Texte und nützliche Links. In der aktuellen Folge geht es beispielsweise um das wichtige, aber sperrige Thema Datenschutz.

Twitter effektiv nutzen

Es scheint, als hätten in der Corona-Krise viele Lehrkräfte auch Twitter als Austauschplattform und Ideenpool für sich (wieder)entdeckt. Für alle, die sich dort allerdings noch unsicher fühlen, oder sich nicht sicher sind, dieses Netzwerk richtig verstanden zu haben, eignet sich der Blog-Artikel „Twitter als Lehrerfortbildung“ von Jens Lindström. Darin erklärt der Medienberater und Lehrer für Mathematik und Sport nicht nur die Eigenarten von Twitter, sondern gibt auch Tipps, welche Seiten und Hashtags sich als Anlaufstellen lohnen. Dazu gehören beispielsweise der @EdchatDE, @flippedmathe und @vedducation, ebenso wie die Hashtags #twitterlehrerzimmer (oder #twlz), #zeitgemäßebildung, #digitalebildung und aktuell auch #homeschooling. Außerdem gibt es noch diverse Hashtags für die regionale Vernetzung wie #BayernEdu, #EduSH, #MoinEdu, #eduMV, #NDSedu, #NRWedu, #digiHH. Auch Twitter, so beschreibt es Jens Lindström, lässt sich mit den entsprechenden Tools für kollaboratives Arbeiten nutzen, zum Beispiel über einen Twitterchat.

 

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