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Österreich: Neue Richtlinie für Wirtschafts- und Verbraucherbildung

08.07.2015

Grundsatzerlass für alle Schulstufen und -arten

Österreich stellt die schulische Wirtschafts- und Verbraucherbildung auf neue Beine. Ziel sei, dass junge Menschen lernen, „wirtschaftliches Handeln kritisch zu reflektieren und eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft mitzugestalten".

Das sagte Gabriele Heinisch-Hosek, österreichische Bundesministerin für Bildung und Frauen, Anfang Juni bei der Vorstellung des neuen Grundsatzerlasses zum „Unterrichtsprinzip Wirtschafts- und VerbraucherInnenbildung“. Dieser schreibt eine Reihe von Lernzielen, Inhalten und Kompetenzen fest und soll die Lehrkräfte bei deren Umsetzung unterstützen. 

Die Richtlinie, die für alle Schulstufen und -arten gilt, soll sich laut Heinisch-Hosek nicht „im Aufbau einer individuell nützlichen wirtschaftlichen Kompetenz“ erschöpfen. Sie soll Kinder und Jugendliche auch „über ihre Rechte als Konsumentinnen und Konsumenten informieren“ und sie für ihre Verantwortung sensibilisieren. 

„Richtziel“, heißt es wörtlich in dem Erlass, sei „der in einer ökonomisch durchwirkten Lebenswelt orientierungsfähige und in wirtschaftlich geprägten Lebens- und Alltagssituationen handlungskompetente Mensch, der zu einem selbständigen Urteil fähig und bereit ist, welches sich auch moralischen Kategorien verpflichtet fühlt“.

Der Grundsatzerlass führt eine Reihe von Kompetenzen auf, die die Schülerinnen und Schüler dazu mit auf den Weg bekommen sollen. Unter anderem sind dies Grundzüge der Haushaltsführung, Finanz- und Medienkompetenzen, aber auch Kenntnisse von Rechten und Pflichten beim Abschluss von Verträgen. Auch sollen sie lernen, die Folgen ihres Konsum- und Wirtschaftsverhaltens zu bedenken und verantwortlich, politisch bewusst und nachhaltig zu handeln.

Vermittelt werden sollen diese Kompetenzen fächerübergreifend. Einerseits in sogenannten „Trägerfächern“ wie Geografie und Wirtschaftskunde, aber auch im Politikunterricht oder in Deutsch, Mathe oder Chemie. „Durchaus empfohlen“ wird auch die Verknüpfung mit der „Entrepreneurship-Education“, etwa durch Mitmachen bei einer Schülerfirma. Diese, heißt es in dem Erlass, könnten eine „altersgemäße reale unternehmerische Erfahrung“ bieten. 

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