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Rückblick auf HaBiFo - Jahrestagung 2019

(c) crystal710 - pixabay - CCo Public Domain 

01.03.2019

Tagung über Bildung für private Lebensführung

Wie kann ein „gutes Leben“ trotz der Herausforderungen der aktuellen Zeit gelingen? Welchen Beitrag kann eine haushaltsbezogene Bildung für die Lebensführung und Alltagsbewältigung leisten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die diesjährige Fachtagung des Vereins „Haushalt in Bildung und Forschung“ (HaBiFo) mit dem Titel "Zwischen Steigerungslogik und Postwachstum - Bildung für private Lebensführung", die vom 22. bis 23. Februar 2019 in Berlin stattfand.

Referentinnen und Referenten gaben spannende Einblicke in Theorie und Praxis

Die Jahrestagung 2019 wurde am Freitag durch Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, eröffnet. Er hob in seinem Grußwort die Notwendigkeit von schulischer Verbraucherbildung hervor, um Kindern und Jugendlichen Wissen und verständliche Erklärungen zur eigenständigen und verantwortungsbewussten Lebensführung auf den Weg zu geben.

Prof. Dr. Jörn Lamla von der Universität Kassel stellte Verbraucherdemokratie als analytisches Konzept vor und betonte, dass Verbraucherbildung im Idealfall nicht nur ökonomische, sondern auch politische Bildung ist.

Am Beispiel von Gesundheitsdaten machte Prof. Dr. Steffen Mau von der Humboldt-Universität Berlin deutlich, dass die öffentliche Vergleichbarkeit unserer Daten und unseres Status - sei es über unsere Gesundheit und Fitness oder unsere sozialen Interaktionen – dazu führen, dass sich das Selbstverständnis von Menschen und ihr Verhalten verändern. Daher müssen wir unsere eigenen Daten als symbolisches Kapital verstehen und entsprechen sorgsam mit ihnen umgehen lernen.

Dr. Kora Kristof vom Bundesumweltamt Dessau setze sich in ihrem Vortrag für eine transformative Bildung ein. Da sich die Gesellschaft in einem stetigen Wandel befindet, ist das Erlernen eines proaktiven und positiven Umgangs mit Veränderungen und Widerständen für Verbraucherinnen und Verbraucher entscheidend.

Dr. Katharina Witterhold von der Universität Siegen stellte die unterschiedlichen Arten von politischem Konsum vor und gab einen Überblick über die Hürden und Chancen in der Umsetzung.

In ihrem Vortrag zur Nachhaltigkeitskommunikation machte Prof. Dr. Nina Langen von der Technischen Universität Berlin darauf aufmerksam, dass neben einer unabhängigen und transparenten Information über nachhaltige Produktion von Konsumgütern politische Maßnahmen - beispielsweise in Form von Kontrollen und Gesetzen - notwendig sind, damit nachhaltiger Konsum in der breiten Gesellschaft praktiziert werden kann.

Wie die REWE Group Nachhaltigkeitskommunikation umsetzt und Konsumentinnen und Konsumenten zum eigenen Handeln motivieren will, zeigte Nicola Tanaskovic anhand von ausgewählten Kampagnen-Beispielen zur Zuckerreduktion oder zu regionalen Produkten.

Dr. Kristi Dautzenberg von der Verbraucherzentrale Brandenburg stellte den „Marktwächter digitale Welt“ vor und erklärte, worauf man beim Online-Shopping achten sollte, um nicht auf Fake-Shops reinzufallen oder aufgrund von strategischer Preisgestaltung zu viel für ein Produkt zu bezahlen.

Prof. Dr. Angela Häußler von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg verdeutlichte in ihrem Vortrag die Parallelen von Nachhaltigkeit und unbezahlter Care-Arbeit, die in ihrer Definition Hausarbeit, Pflege von anderen und für sich selbst sowie Ehrenamt beinhalten. Bei beiden werden die mit ihnen verbundenen Leistungen nicht ökonomisch abgebildet und so die Ressourcen ausgebeutet.

Im Anschluss an die einzelnen Vorträge und in den Pausen boten sich vielfach Gelegenheiten für Nachfragen, Diskussionen und Austausch untereinander. So konnte die Tagung dazu beitragen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele neue Erkenntnisse in ihre Institutionen tragen und für ihre Arbeit nutzbar machen können.

Der gemeinnützige Verein „Haushalt in Bildung und Forschung“ existiert seit 1994 und setzt sich für eine stärkere Institutionalisierung der haushaltsbezogenen Bildung in Schule, Ausbildung und Studium ein. Die Jahrestagung 2019 fand vom 22. bis 23. Februar 2019 an der Technischen Universität Berlin in Zusammenarbeit mit dem Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre statt.

Alle weiteren Informationen und das gesamte Programm der Jahrestagung sind über den unten aufgeführten Link erhältlich.

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