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Schulessen in der Kritik: Zu viel Fleisch auf den Tellern

Das Schulessen in Thüringen steht in der Kritik. Eine Umfrage zeigt: Die Schüler bekommen zu viel Fleisch auf die Teller. (c) Hans - pixabay CC0 Public Domain

Das Schulessen in Thüringen steht in der Kritik. Eine Umfrage zeigt: Die Schüler bekommen zu viel Fleisch auf die Teller. (c) Hans - pixabay CC0 Public Domain

08.11.2017

Umfrage der Verbraucherzentrale Thüringen

Viermal pro Woche gibt es in Thüringer Schulen ein Fleischgericht zu Mittag, das zeigt eine Umfrage der Vernetzungsstelle Schulverpflegung. Das ist zu häufig, meinen Ernährungsexperten. Und es gibt noch mehr Kritik an der Schulverpflegung.

Spaghetti Bolognese, Hähnchenkeule mit Mischgemüse oder Fischstäbchen mit Kartoffelbrei – all das kommt oft und gerne in den Schulen auf die Teller. Vor allem stehen auf dem Speiseplan von Thüringer Schulen jedoch zu oft fleischhaltige Gerichte. Zu dieser Einschätzung kommt die Vernetzungsstelle Schulverpflegung der Verbraucherzentrale Thüringen, die sich mit dem Schulessen auseinandersetzt.

Eine Befragung an Thüringer Schulen hatte ergeben, dass viermal wöchentlich Fleisch auf dem Teller der Schüler landet. Kritisch sieht die Verbraucherzentrale dabei nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Fleisches. Projektleiterin Alexandra Liening kreidet an, dass Fleisch- und Wurstwaren oft zu fett und salzhaltig seien. Denn häufig wird hochverarbeitetes Fleisch wie Hackfleisch oder Wurstwaren mit hohem Salz- und Fettanteil ausgegeben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt insgesamt nur zwei Fleischgerichte pro Woche – eines davon sollte aus magerem Muskelfleisch bestehen.

Kaum frische Zubereitung

Und Alexandra Liening weist auf ein weiteres Problem beim Schulessen hin: Das Essen wird an den Schulen zu lange warm gehalten. Laut der Befragung gibt es an fast neun von zehn Schulen Warmverpflegung (88 Prozent). Das heißt, dass das Essen nicht in der Schule zubereitet oder dort aufgewärmt wird. Bei der Warmverpflegung liefern Zentralküchen die Speisen warm an die Schulen aus. Das bedeutet, dass die Mahlzeiten zum Teil mehr als drei Stunden warmgehalten werden müssen. „Dem Gulasch tut das nicht weh, aber dem Gemüse", so Liening gegenüber dem MDR. Das Gemüse schmecke danach schlechter und enthalte deutlich weniger Vitamine. Frisch gekocht wird an den wenigsten Schulen (nur 3,8 Prozent).

Insgesamt essen 43 Prozent der Schüler in der Schule zu Mittag, auch das ist ein Ergebnis der Umfrage. Vor allem werden die Essenangebote von Grundschülern angenommen. Einen starken Einbruch gibt es laut Alexandra Liening ab der sechsten Klasse.

Gestiegene Preise – aber immer noch zu wenig

Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung erhebt die Daten seit 2009 alle vier Jahre. Für die Studie wurden 700 Schulen und 35 Schulträger befragt; die Rücklaufquote betrug nach eigenen Angaben der Verbraucherzentrale 40 beziehungsweise 63 Prozent.

Die diesjährige Erhebung zeige auch, dass insgesamt zu wenig Geld in das Schulessen gesteckt wird – so ein Fazit der Vernetzungsstelle. Eine Mahlzeit kostet durchschnittlich 2,68 Euro. Vor vier Jahren waren es zwar nur 2,18 Euro, aber der jetzige Preis sei immer noch zu gering. „Ein vernünftiges Essen muss über drei Euro kosten“, so Liening. Unter niedrigen Preisen litten in der Regel Personal, Qualität und möglicherweise auch Investitionen in die Küchentechnik.


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