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Schulsponsoring in NRW: Retter in der Not oder falscher Freund?

11.02.2016

vzbv-Expertin auf Podium der didacta

Die örtliche Bank gibt Geld zur Abi-Feier, der Handwerker vor Ort unterstützt die Einrichtung eines Werkraums in der Schule. In vielen Bundesländern sind solche Formen des Schulsponsorings Alltag. Wo ihre Grenzen verlaufen, diskutieren Fachleute auf der Bildungsmesse didacta am Beispiel Nordrhein-Westfalen.

Was Schulsponsoring darf und was nicht, hat das Schulministerium des Landes klar geregelt. Die Faustformel lautet: Sponsoring ja, Werbung nein. Sprich: Der Sponsor darf die Schule fördern, wenn das einen pädagogischen Wert hat. Eine Gegenleitung dafür darf er nicht verlangen. Einzig auf ein besseres Image in der Öffentlichkeit darf er abzielen. 

Das läuft oft gut. Aber trotz klarer Regeln lässt sich nicht immer eindeutig sagen, was noch Sponsoring ist und wo schon Werbung für das Unternehmen anfängt. Ist es etwa noch statthaft, wenn Unternehmen oder Verbände unter dem Deckmäntelchen der Verbraucherbildung in den Unterricht gehen und dort wie nebenbei für ihre Sachen werben? Wenn sie eigene Unterrichtsmaterialien publizieren? Und warum muss Sponsoring überhaupt sein? Wie kann es klar von Konsumentenwerbung abgegrenzt werden? 

Darüber diskutieren am 19. Februar Fachleute auf der Bildungsmesse didacta in Köln. Das Podium steht unter dem Titel „Schulsponsoring in NRW: Retter in der Not oder falscher Freund“ und findet ab 12:00 Uhr im Rahmen des „Forums Bildung“ statt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist dort mit seiner Bildungsexpertin Dr. Vera Fricke vertreten.

Fricke erhofft sich von dem Podium klare Signale: „Schulsponsoring braucht eindeutige Regeln“, sagt sie. Es dürfe nicht sein, dass Werbung über diesen Weg Einzug in die Klassenzimmer halte. „Schule muss den Blick von Kindern und Jugendlichen dafür schärfen, wo überall Werbeeinflüsse lauern können.“ Das gelte auch für kostenlose Unterrichtsmaterialien, mit denen einige Unternehmen mehr oder minder verdeckt für ihre Waren oder Dienste werben wollten. 

Ihre Einschätzungen diskutieren wird Fricke mit Udo Beckmann, dem Bundesvorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) und Landesvorsitzender des VBE NRW, Claudia Bremer, die beim Energiekonzern RWE den Bereich Bildung leitet, sowie Eberhard Kwiatkowski, Vorsitzender der Landeselternkonferenz NRW. Moderiert wird das Podium von der Autorin und Journalistin Katja Irle. 

Die Bildungsmesse didacta findet dieses Jahr in Köln statt und öffnet vom 16. bis 20. Februar ihre Pforten. Das „Forum Bildung“ als zentrales Debattenforum der didacta ist in Halle 6, E50/F51 untergebracht. 

Im Gespräch:

Vera Fricke

Dr. Vera Fricke / vzbv
Dr.
Vera
Fricke

Dr. Vera Fricke arbeitet beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Als Referentin für Verbraucherkompetenz engagiert sie sich unter anderem für die bundesweite Verankerung der Verbraucherbildung in den Lehrplänen.

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