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Wanka will W-LAN und Computer für alle deutschen Schulen

(c) Bundesbildungskonferenz 2010 - SPÖ Presse und Kommunikation - flickr (CC BY-SA 2.0)

13.10.2016

Bildungsoffensive des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will Deutschlands Schulen beim Sprung ins digitale Zeitalter helfen und sie mit W-LAN, schnellem Internet, Tablets und Laptops ausstatten. Bis 2021 sollen fünf Milliarden Euro in das Programm fließen.

„Zu guter Bildung im 21. Jahrhundert gehören IT-Kenntnisse und der souveräne Umgang mit der Technik und den Risiken digitaler Kommunikation ebenso wie das Lernen mittels der vielen neuen Möglichkeiten digitaler Medien“, so Wanka am 12. Oktober bei der Vorstellung ihrer „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ in Berlin. Deutschland müsse diese Chancen viel stärker nutzen als bisher.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will die 40.000  Schulen in Deutschland dazu in den nächsten fünf Jahren mit einem Fünf-Milliarden-Euro-Programm fit machen. Das Geld soll nicht nur in die technische Ausstattung fließen. Um Kommunen und Schulen bei der Digitalisierung zu unterstützen, will das Ministerium regionale Kompetenzzentren einrichten. Daneben sollen Studiengänge weiterentwickelt und eine bereits mit dem Hasso-Plattner-Institut konzipierte „Schul-Cloud“ als zentraler virtueller Dienst für Unterrichtsmaterialien aufgebaut werden.

Die für Schulpolitik eigentlich zuständigen Bundesländer sollen sich im Gegenzug zur Milliarden-Hilfe „verpflichten, die entsprechenden pädagogischen Konzepte, die Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern sowie gemeinsame technische Standards umzusetzen“, heißt es aus dem BMBF. Ihre Bereitschaft dazu hätten die Länder bereits im Mai in der von der Kultusministerkonferenz vorgelegten Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ erkennen lassen.

Die Reaktionen auf den Vorstoß der Bundesbildungsministerin fielen unterschiedlich aus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht in dem „Digitalpakt“ zwar einen „ersten Schritt zur Schulmodernisierung“. Die Schulen bräuchten „dringend den Anschluss an das digitale Zeitalter“, so GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. „Aber was nützt uns die Breitbandverbindung, wenn der Putz von den Decken und Wänden der Klassenzimmer bröckelt.“

Bettina Busse, beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. zuständig für das „Lehrkräfteportal Digitale Kompetenzen“, findet den Wanka-Vorstoß prinzipiell begrüßenswert. Er sei „ein erster Ansatz des Bundes, um die Länder im Bildungsbereich zu unterstützen“. Sofern Bund und Länder jetzt gemeinsam tragfähige Konzepte zur Lehrkräfteaus- und -fortbildung anpackten, würde aus der Ausstattungsoffensive auch eine digitale Bildungsoffensive. „Letztlich muss das Kooperationsverbot aufgehoben werden, um digitale Bildung qualitativ hochwertig und ressourcensparend in die Schulen zu bringen.“ Wichtig sei, dass die Qualität der Bildungsinhalte gesichert wird und Unterrichtsmaterialien und Fortbildungskonzepte nicht ungeprüft übernommen werden. Die IT-Branche stehe schon mit entsprechenden Angeboten in den Startlöchern. Busse: „Gute Bildung braucht Neutralität und Unabhängigkeit.“

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