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Wie Schüler zu Produkttestern, Öko-Unternehmern und digitalen Gestaltern werden

Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung, Lubos Houska, CC0 - Pixabay

Lubos Houska, CC0 - Pixabay

31.08.2020

Zwölf neue Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung im Materialkompass

Die Initiative Materialkompass des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) hat zwölf neue Bildungsmaterialien durch Experten nach einem transparenten Schema prüfen lassen und nun auf www.materialkompass.de veröffentlicht. Alle Materialien zeichnen sich durch einen konsequententen Lebensweltbezug und durch handlungsorientierte Methoden aus. Sie befähigen Heranwachsende, eine kritische und gestaltende Rolle als Verbraucher einzunehmen.

Kinder und Jugendliche für ökologische, gesundheitspolitische, wirtschaftliche oder digitale Themen zu interessieren, erfordert einen handlungsorientierten Zugang und einen starken Lebensweltbezug. Auf diese Weise erfahren Heranwachsende, was sie selbst bewirken und verändern können – auch im Kleinen.

Fragen der Verbraucherbildung sind Alltagsfragen

Wie lagert man Lebensmittel sinnvoll, damit sie nicht vorzeitig weggeworfen werden müssen? Wie repariere ich Produkte, anstatt sie wegzuwerfen und immer wieder neu kaufen zu müssen? Welches Produkt ist das Richtige, hält lange und ist möglichst unter umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt worden? Warum ist es von Bedeutung, Plastik zu vermeiden und Müll richtig zu trennen? Oder wie können junge Menschen Falschnachrichten erkennen und ihnen begegnen?

Fragen der Verbraucherbildung sind Alltagsfragen, die auch die jetzt bewerteten Bildungsmaterialien aufgreifen und mit Vorschlägen für eine schülerzentrierte und lebensweltorientierte Thematisierung im Unterricht versehen. Wir stellen 5 der 12 auf www.materialkompass.de veröffentlichten Materialien vor. Sie alle wurden nach einem tranpsparenten Schema von Expertinnen und Experten geprüft:

 

Produkte testen, reparieren und digital kritisch konsumieren

Wenn Influencer auf Instagram, YouTube und Co. Produkte empfehlen, ist der Reiz für Jugendliche besonders groß, diese zu erwerben. Doch steht dahinter meist Werbung. Gerade hier sollten Schüler und Schülerinnen sensibilisiert werden und die Fähigkeit besitzen, den Wert von Produkten zu erkennen und einzuordnen. Das Methodenmaterial „Jugend testet“ bietet hierzu eine leicht nachvollziehbare und gut in den Unterricht integrierbare Anleitung, mit der sich Produkte und Dienstleistungen eigenständig bewerten lassen.

 

 

Der kritische Konsum ist gerade im digitalen Raum besonders wichtig. Nicht immer sind kostenlose Angebote – etwa für ein Handyspiel – wirklich kostenfrei. Abos oder so genannte In-App-Käufe können aus vermeintlichen Schnäppchen schnell eine Kostenfalle machen. Das Unterrichtsmaterial „E-Commerce“, das für den Einsatz im Mathematikunterricht konzipiert ist, geht unter anderem hierauf ein.

 

 

 

 

Nicht immer sind Produktneukäufe die beste Wahl oder alternativlos. Auch aus einer ökologischen Perspektive erscheint eine Reparatur oftmals sinnvoll. Dass dies zumeist nicht allzu schwer ist und sich lohnt, vermittelt das Live-Rollenspiel „Mission possible: Wer repariert gewinnt“.

 

 

 

 

Wirkmächtig in gesellschaftlich unsicheren Zeiten

Die Debatten um den Klimawandel, Fridays for Future und das digitale Urheberrecht haben gezeigt, dass junge Menschen sehr wohl sensibel für gesellschaftliche Herausforderungen sind, Veränderungen forcieren und aktiv begleiten wollen. Zahlreiche der im Materialkompass bewerteten Inhalte unterstützen dieses Anliegen und ordnen diese zudem in den schulischen Kontext ein. So tragen auch Schulen dazu bei, Heranwachsende zu aktiven und kritischen Teilhabern und Gestaltern von Gesellschaft zu befähigen.

Wenn etwa gemeinsame Ziele zur Vermeidung von Plastikmüll aufgestellt und umgesetzt werden, wenn das Abfallproblem an der Schule durch Kompostieranlagen gelöst wird und zugleich auch noch Gewinne durch eine Schülerfirma für ökologische Blumenerde erzielt werden, sind dies ganz konkrete, handlungs- und prozessorientierte Unterstützungsmomente, die Schulen anbieten können.

 

 

 

 

Titelbild Unterrichtsmaterial Meinung im Netz gestaltenDiese Unterstützungsleistungen beziehen sich nicht nur auf Umweltfragen, sondern betreffen ebenso den digitalen Raum. Mit der Corona-Pandemie sind vermehrt Verschwörungserzählungen und Falschnachrichten durch nicht-journalistische Akteure zu beobachten. Wie diese erkannt und eingeordnet werden können, zeigt das Material „Meinung im Netz gestalten“. Dabei lernen die Schülerinnen auch, ihre eigene Rolle im digitalen Raum und bei Prozessen der Meinungsbildung zu reflektieren und einzuordnen. In einer Zukunftswerkstatt erarbeiten sie selbst Lösungswege und Instrumente gegen Shit-Storms, Mobbing, Fake News und Co. und entwickeln ganz konkrete Grundsätze einer demokratischen und offenen Netzkultur.

 

Alle geprüften und bewerteten Unterrichtsmaterialien finden Sie auf der Seite des Materialkompass!

 

Schulische Verbraucherbildung unterstützen und begleiten - die Angebote des Verbraucherzentrale Bundesverbands

Mit dem Materialkompass leistet der Verbraucherzentrale Bundesverband einen Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen und neutralen Bildung hin zu kritischen Verbrauchern – digital und analog. Anhand eines elaborierten Bewertungsschemas prüfen unabhängige Experten Verbraucherbildungsmaterialien, ordnen diese ein und zeigen mögliche Einflussnahmen durch Dritte (z.B. bei wirtschaftlichen Interessen) auf.

 

Wie Themen der Verbraucherbildung sinnvoll in den Schulalltag integriert und dort gelebt werden können, zeigen die zahlreichen ausgezeichneten Verbraucherschulen.

Geprüfte Unterrichtsmaterialien

VERBRAUCHERBILDUNG 
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