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„Wir helfen Schulen ihr Profil mit Nachhaltigkeit zu schärfen“

Schule_Guntersblum-_Carl-Küstner-Grundschule-_Schulhof

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(c) By Wikimedia-User Jivee Blau (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

25.05.2016

Fünf Fragen an … Petra Giebel von der Natur- und Umweltschutz-Akademie Nordrhein-Westfalen

Mit der Kampagne „Schule der Zukunft“ will die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in Schulen des Landes voranbringen. Was die Schulen davon haben, erklärt Projektleiterin Petra Giebel von der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) im Interview. 

1. Frau Giebel, was will die Kampagne „Schule der Zukunft“ erreichen? 

Wir wollen, dass unsere Schulen der Bildung für nachhaltige Entwicklung einen höheren Stellenwert im Schulalltag geben. Dabei unterstützen wir sie. Denn viele Schulen meinen, sie müssten etwas grundlegend Neues zu BNE machen. BNE ist aber ein Querschnittsthema mit vielen Facetten, die sich oft schon im Schulleben wiederfinden, sei es beim Anlegen und der Pflege von Schulgärten oder durch Unterstützung nachhaltiger Schülerfirmen. Wir helfen den Schulen dabei, diese vielen Gesichter von BNE klarer herauszustellen und ihr Profil damit zu schärfen.

2. Wie gehen Sie dabei vor? 

Wir machen unter anderem mit Auszeichnungen transparent, was in den Schulen schon passiert, im Kleinen und im Großen. Unsere Auszeichnungen reichen von Stufe 1 „Wir sind aktiv“ bis Stufe 3 „Wir haben ein BNE-Profil“. Das heißt: Schulen können klein anfangen, sich mit einzelnen Projekten zur „Schule der Zukunft“ qualifizieren, und sich dann zur höchsten Stufe vorarbeiten. Wollen sie dorthin kommen, müssen sie BNE in ihren Curricula und im Schulalltag verankern, auch durch feste Zuständigkeiten in der Organisation.  

3. Sie wollen BNE also auch im Schulmanagement eingebunden sehen?  

Auf der höchsten Auszeichnungsstufe, ja. BNE ist eine Haltung. Und da ist es sinnvoll, Schule so zu organisieren, dass BNE gelebt werden kann: Durch Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler, des Lehrkräfteteams, durch Anpassung des Unterrichts und auch der Nachmittagsgestaltung. Wir wollen den Schulen nicht neue Anforderungen aufbürden, sondern ihnen zeigen, wie sie das, was sie zu BNE machen, auf mehr Schultern verteilen können, um mit weniger Arbeit zu besseren Ergebnissen zu kommen. 

4. Welche Rolle spielt die NUA dabei? 

Wir bieten Schulen, die an unserer Kampagne teilnehmen, zum Beispiel regionale Bildungsveranstaltungen für Lehrkräfte: Unsere BNE-Module, die Themen wie „Klima und Energie“ oder „Konsum und Globales“ aufgreifen und konkrete Anknüpfungspunkte für den Unterricht zeigen. Mit unseren Schülerakademien richten wir uns auch direkt an Kinder und Jugendliche. Wir bilden sie darin zu Multiplikatoren zu einzelnen BNE-Schwerpunkten aus, damit sie das Gelernte in die Schulen tragen können und dort weiter verbreiten. 

5. Brauchen Schulen für ein klareres BNE-Profil diese Expertise von außen?

Wenn wir Schulen für BNE qualifizieren wollen, benötigen wir sachverständige Partner in den Regionen. Die haben wir. Mit ihnen erreichen wir nicht nur die nötige Masse, sondern gewährleisten auch ein inhaltlich hohes Niveau.

Im Gespräch:

Petra Giebel

Petra
Giebel

Petra Giebel arbeitet für die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW, für die sie die Landeskampagne „Schule der Zukunft“ koordiniert. Daneben ist die ehemalige Leiterin einer Grundschule als Projektleiterin für das Netzwerk Finanzkompetenz tätig. 

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