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Wissen gegen Hass: Die Initiative „Helden statt Trolle“ klärt über Hate Speech auf

© Julia M Cameron - pexels - CC0 Public Domain

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19.05.2020

Projekt sensibilisiert Schülerinnen und Schüler

Hass im Netz kennt keine Pause und keinen Shutdown. In sozialen Medien stehen Beleidigungen, Abwertungen und Hass weiterhin auf der Tagesordnung. Die Aufklärungsinitiative „Helden statt Trolle“ hat sich zum Ziel gesetzt, diesem Phänomen des „Hate Speech“ etwas entgegen zu setzen – und arbeitet dafür mit Lehrkräften zusammen.

Die Corona-Pandemie hat wieder einmal gezeigt, wie schnell sich Hass und Hetze im Netz verbreiten können – in diesem Fall richteten sich entsprechende Kommentare vor allem gegen Personen, die verdächtigt wurden, das Virus einzuschleppen oder weiterzutragen. Und es kommen immer neue Verschwörungstheorien hinzu, die wiederum neue Feindbilder schaffen. Auch für viele Jugendliche gehörten in den vergangenen Wochen trotz der Distanz in der realen Welt Beleidigungen, Hass oder Diskriminierung in sozialen Netzwerken weiterhin zum Alltag dazu.

Inzwischen gibt es einige Gruppen und Initiativen, die sich gegen Hate Speech (übersetzt: Hassreden) im Internet einsetzen, wie die Ratgeber-Plattform „HateAid“ oder das EU-Projekt „SELMA“. Seit gut drei Jahren gibt es außerdem die Initiative Helden statt Trolle, die vom Landeskriminalamt (LKA) Mecklenburg-Vorpommern sowie der Landeszentrale für politische Bildung als Verbundsprojekt ins Leben gerufen wurde.

Workshops und Schulprojekte

Ziel des Projekts „Helden statt Trolle“ ist laut eigener Aussage, Hassbotschaften und Lügen im Internet entgegenzutreten und für eine sachliche Diskussionskultur in den sozialen Netzwerken zu werben. Zum einen bereitet die Projekt-Homepage Informationen zu den Themen „Hate Speech“ und „Fake News“ für junge Menschen auf, zum anderen bietet „Helden statt Trolle“ Weiterbildungsmaßnahmen für Schulen an, die der Sensibilisierung und Aufklärung dienen. Laut Angaben des Projekts wurden bisher mehr als 2.300 Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter zu Multiplikatoren ausgebildet. Zudem hätte sich bereits 34 Einrichtungen, darunter Schulen und Institutionen, zu „hassfreien Zonen“ erklärt.

„Letztlich dient der präventive Ansatz des Projekts langfristig auch der Vorbeugung einer möglichen Radikalisierung von Personen und der Verhinderung politisch motivierter Straftaten“, erklärt Annika Jacobs vom LKA die Ausrichtung der Initiative. Denn der Konsum von Hassbotschaften könne das Weltbild junger Menschen langfristig beeinflussen und in eine politische Radikalisierung münden. Deshalb gelte es, jungen Menschen, geeignete Handlungsoptionen bereitzustellen, damit sie Hass und Hetze im Internet nicht nur erkennen, sondern auch angemessen darauf reagieren zu können.

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