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Zum Nachahmen und Einsetzen: medienpädagogische Projekte und Spiele prämiert

(c) kelly sikkema 266805 - unsplash.com - CC0

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20.11.2017

Dieter Baacke Preis und Pädagogischer Medienpreis verliehen

Der Dieter Baacke Preis ehrt bundesweit Projekte, die Kindern, Jugendlichen und Familien kreativ den kritischen Umgang mit Medien vermitteln und ihre Medienkompetenz fördern. 2017 konnten acht von 158 eingereichten Aktionen die Expertenjury überzeugen – darunter fünf Projekte, die sich auch an Schulen wenden oder für Schulen eignen.

Aus aktuellem Anlass wurde dieses Jahr erstmalig ein Sonderpreis zum Thema Medienkritik vergeben. Das Projekt „Trump it!“ vom Institut Jugend Film Fernsehen Berlin-Brandenburg hat an einer Schule eine komplette Wahl inszeniert – mit allen dazugehörigen medialen und digitalen Strategien. So beschäftigten die Jugendlichen neben der Parteigründung schnell Themen wie Populismus und Fake-News. Auf der Homepage des Dieter-Baacke-Preises heißt es dazu: „Hut ab: So schnell, innovativ und nahe dran an den Jugendlichen medienpädagogisch zu (re-) agieren, ist eine Besonderheit der außerschulischen Medienpädagogik. Dies wird zunehmend von Schulen als Partner wahrgenommen und wertgeschätzt.“

„Smarter“ Umgang mit digitalen Medien

Das „Smart“phone-Projekt „Smarte Regeln statt Verbote“ erhielt den Dieter Baacke Preis in der Kategorie „Projekte mit besonderem Netzwerkcharakter“. An diesem Projekt war die Oberschule Findorff in Bremen direkt beteiligt. In Kooperation mit Medienpädagogen erarbeiteten und etablierten Schüler, Eltern und Lehrkräfte neue Regeln für die Handynutzung an der Schule.

Ebenfalls in dieser Kategorie konnten sich das Institut für Erziehungswissenschaften in Mainz mit seinen „Ingelheimer Medientage und Mini-Medientage“ für Dritt- und Fünftklässler behaupten. Dort vermitteln Studenten Kindern, Eltern und Lehrern mithilfe von Workshops breitgefächert Themen wie virtuelle und reale Kommunikation, Apps, Cybermobbing, Hate Speech, Fake News, Soziale Netzwerke sowie Datenschutz und Datensicherheit.

„Durchblick im Netz“ heißt das Projekt aus Bielefeld, das sich in der Kategorie „intergenerative/integrative Projekte“ behaupten konnte. Es zeigt, wie Jugendlichen mit geistigem Förderbedarf sowie Jugendlichen mit Beeinträchtigung der Hörfähigkeit ein risikoarmer Umgang mit Onlinemedien vermittelt werden kann. „Die Ansätze eignen sich auch für Inklusionsklassen“, heißt es von Seiten der Jury. Mit dem Dieter-Baacke-Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2001 jährlich herausragende medienpädagogische Projekte aus.

Pädagogischer Medienpreis

Ebenfalls im November wurde der Pädagogische Medienpreis (ehem. „Pädi“) verliehen, der digitale Spiel- und Lerangebote für Kinder und Jugendliche prämiert, die von einer Jury aus Kindern, Jugendlichen, Eltern und Experten ausgewählt wurden. Im Gegensatz zu anderen Auszeichnungen basiert dieser Preis zu einem wesentlichen Teil auf praktischen Erfahrungen mit dem Einsatz der digitalen Angebote. Seit dem 2. November 2017 stehen die 15 aktuellen Preisträger fest.

Zu den Preisträgern in der Rubrik „Games für Jugendliche“ gehört unter anderem das Online-Spiel „Serena Supergreen und der abgebrochene Flügel“, welches laut Jury das Thema „erneuerbare Energien geschickt mit einer ereignisreichen Story verknüpft“. So gehört es beispielsweise zu den Aufgaben der Spieler, im Repair-Cafe zu helfen oder eine defekte Windkraftanlage zu reparieren.

In der Rubrik „Webseiten für Jugendliche“ konnten sich die Initiative gegen Hass im Netz „No-Hate-Speech.de“ sowie die Seite „so-geht-Medien.de“ vom Bayerischen Rundfunk über Preise freuen. „No-Hate-Speech.de“ liefert umfangreiche Informationen, rechtliche Hintergründe und Tipps zum Umgang mit Beleidigungen. „So-geht-Medien.de“ nimmt vor allem Themen in den Blick, die Medienkompetenz vermitteln: Wie erkenne ich Fake-News? Oder: Wie funktioniert das deutsche Rundfunksystem?

Der Pädagogische Medienpreis wird vom SIN-Studio im Netz e.V. seit 1998 vergeben. Das SIN ist eine bundesweit agierende medienpädagogische Facheinrichtung mit dem Schwerpunkt auf den Bereich „Kinder, Jugendliche und digitale Medien“.


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