Die Kernforderungen des vzbv

Der Verbraucherzentrale Bundesverband stellt konkrete Forderungen an die Bildungspolitik der Länder und des Bundes:

 

Verbraucherbildung an allen Schulen

Verbraucherbildung muss als eigener, prüfungsrelevanter Bestandteil in allen Schulformen verankert werden und zwar bundesweit, am besten mit einem ausgewiesenen Ankerfach und/oder fachübergreifend.

Gut geschulte, motivierte Lehrkräfte

Eine hochwertige Verbraucherbildung braucht verbindliche Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte, die die Erfahrung von Verbraucherschutzexperten wie den Verbraucherzentralen aufgreift.

Werbefreie Schulen

Produkt- und Markenwerbung sowie Akquise müssen in der Schule ausnahmslos verboten sein. In der Schule vermittelte Verbraucherbildung zeigt Kindern und Jugendlichen, wie sie selbstbestimmt und kritisch Konsumentscheidungen treffen. Dafür unabdingbar sind unabhängige Unterrichtsmaterialien und ein Lernumfeld, das frei von wirtschaftlichen Interessen ist.

Kooperationsverbot aufheben

Als präventiver Verbraucherschutz ist Verbraucherbildung von bundesweiter Bedeutung. Der Bund muss in die Lage versetzt werden, die Länder bei ihren Bildungsaufgaben zeitlich unbegrenzt zu unterstützen und zu fördern.

Verbraucherbildung braucht Evidenzen

Verbraucherkompetenzen von Kindern und Jugendlichen müssen regelmäßig erhoben und evaluiert werden. So lässt sich Verbraucherbildung erfolgreich verbessern.

Foto von Klaus Müller im Gespräch

Quelle: (C) vzbv - Gert Baumbach

Klaus Müller
Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband

Verbraucherbildung muss in der Breite ankommen – bundesweit und in allen Schulformen. Dafür braucht es gut ausgebildete und motivierte Lehrkräfte sowie ein offenes Ohr für die Fragen und Sorgen der Kinder und Jugendlichen.

Unser Angebot für Schulen und Lehrende

Auf verbraucherbildung.de finden Lehrende Angebote wie den Materialkompass, der geprüfte und praxisrelevante Materialien für den Unterricht enthält, oder das Netzwerk Verbraucherschulen, das neben aktuellen Informationen und neuen Ideen auch den Austausch mit anderen Schulen ermöglicht.

Verbraucherbildung bundesweit verankern

Verbraucherbildung ist Bildung für eine gewinnbringende und kritische Lebensführung und somit essentieller Bestandteil der schulischen Bildung. Die entsprechenden Empfehlungen der Kultusministerkonferenz verpflichten alle Bundesländer, Verbraucherbildung durch entsprechende Richtlinien, Rahmenvorgaben und Curricula in den Lernalltag von Heranwachsenden zu integrieren. In der praktischen Umsetzung zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede. 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) engagiert sich seit Jahren dafür, dass Verbraucherbildung bundesweit stärker und verlässlich in den Lehr- und Bildungsplänen aller Schulformen verankert wird. Nur mit bundeseinheitlichen Bildungsstandards kann gewährleistet werden, dass alle Kinder und Jugendlichen die gleiche Chance haben, die nötigen Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben zu erlernen. Denn die Konsum-, Medien und Wirtschaftswelt kümmert sich nicht um föderale Bildungszäune, sondern stellt alle jungen Menschen sowie erwachsene Verbraucherinnen und Verbraucher vor die gleichen Herausforderungen.

der vzbv fordert

  • Verbraucherbildung muss eigener, prüfungsrelevanter Bestandteil an allen Schulen sein.
  • Lehrende müssen durch Aus- Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen qualifiziert werden
  • Verbraucherbildung braucht qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien, die frei von werblichen und unternehmerischen Einflüssen sind.
  • Produkt- und Markenwerbung hat an Schulen nichts zu suchen.
  • Verbraucherbildung braucht Evidenz. Die Kompetenzen von Heranwachsenden müssen regelmäßig evaluiert werden

Mit dem Netzwerk Verbraucherschule unterstützt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bundesweit Schulen, die Kinder und Jugendliche fit für den Alltag machen. Wir geben interessierten Schulen Starthilfe bei der Umsetzung von Verbraucherbildung, bieten regelmäßig aktuelle Informationen, unterstützen mit Online-Fortbildungen und bringen Lehrende zusammen. Aktive Schulen können sich zudem um die Auszeichnung Verbraucherschule bewerben. Eine Anmeldung im Netzwerk Verbraucherschule ist jederzeit möglich.

Leitlinienbroschüre des vzbv

Leitlinienbroschüre des vzbv

Für eine neue Verbraucherpolitik: Fair, krisenfest, nachhaltig – Verbraucherpolitische Leitlinien für die Legislaturperiode 2021 – 2025

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Starke Kinder und Jugendliche durch Verbraucherbildung

Starke Kinder und Jugendliche durch Verbraucherbildung

Kernforderungen zur Verbraucherbildung für die Legislaturperiode 2021-2025
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Faktenblatt Verbraucherbildung

Faktenblatt Verbraucherbildung

Zentrale Zielstellungen, Daten, Umfrageergebnisse und Forderungen des vzbv zur Verbraucherbildung auf einen Blick.

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Flyer Verbraucherschule

Flyer Verbraucherschule

Verbraucherschule: Informationen zum Netzwerk und zur Auszeichnung

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Werbefreie Schule

Unternehmen nutzen Schulen immer wieder, um ihre Marke dort zu platzieren und damit die lohnenswerte Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen schon früh zu beeinflussen und ihre Marke bekannt zu machen. Wirtschaft nimmt so schleichend Einfluss auf die Bildungsinhalte in der Schule.

Im Gegensatz zu kostspieliger Medienwerbung ist der Zugang über Schulen für Unternehmen günstig zu haben und Botschaften werden langfristig und besonders glaubwürdig platziert. Die Forschung bestätigt schon seit Langem, dass sich jeder in Kinder und Jugendliche investierte Cent für Marketing sich später um ein Vielfaches in der Markenbindung zum Unternehmen auszeichnet. Unternehmen wissen dies genau und versuchen immer öfter, diese Lücke zu ihrem eigenen Vorteil zu schließen und ihre Logos über Unterrichtsmaterialien und Projekttage im Klassenzimmer zu positionieren. Der Übergang zur Werbung ist dabei fließend.

Der Lern Schule hat einen Bildungs- und Schutzauftrag, Kinder und Jugendliche für werbliche Beeinflussung zu sensibilisieren und einen Raum anzubieten, der Schüler vor werblicher Einflussnahme schützt. Doch bestehende Regelungen in den 16 Bundesländer bieten hier nur unzureichende Grundlagen.

Schulen und Lehrende brauchen deshalb Unterstützung. Der vzbv bietet mit dem Netzwerk Verbraucherschule und dem Materialkompass Hilfe.

der vzbv fordert

  • Einführung eines generellen Werbeverbots an Schulen, um Heranwachsende vor wirtschaftlicher Einflussnahme zu schützen.
  • Einführung eines öffentlichen Registers, das die Aktivitäten von Unternehmen, wirtschaftsnahen Verbänden und Stiftungen an Schule nachvollziehbar macht.
  • Schulen und Unterrichtsmaterialien dürfen nicht als Werbefläche missbraucht werden. Unternehmen sollten über ihre Aktivitäten in Schule sprechen dürfen - aber nur in eigenen Medien (z. B. Internetseite, CSR-Berichte) oder Medien außerhalb der Schule (z. B. Zeitungen). Firmen-Logos haben in der Schule nichts verloren. Als Unterrichtsgegenstand können sie kritisch thematisiert werden.
  • Lehrende müssen durch verbindliche Aus-, Fort- und Weiterbildung befähigt werden, sich mit der Einflussnahme an Schulen kritisch auseinanderzusetzen.
Faktenblatt - Für werbefreie Schule

Faktenblatt - Für werbefreie Schule

Forderungen des vzbv zur Werbung an Schulen auf einen Blick

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Positionspapier: Keine Werbung in der Schule

Positionspapier: Keine Werbung in der Schule

Aktivitäten von Wirtschaft im Bildungsbereich wirksam begrenzen und kontrollieren. Positionspapier der Verbraucherzentralen und des Verbraucherzentrale Bundesverband

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Einflussnahme von Wirtschaft in Schulen - Kurzfassung

Einflussnahme von Wirtschaft in Schulen - Kurzfassung

Ergebnisse einer gemeinsamen Befragung aller Kultusministerien und Forderungen von VBE und vzbv

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Einflussnahme von Wirtschaft in Schulen – Langfassung

Einflussnahme von Wirtschaft in Schulen – Langfassung

Ergebnisse einer gemeinsamen Befragung aller Kultusministerien und Forderungen von VBE und vzbv

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Qualität und Unabhängigkeit von Unterrichtsmaterialien

Auf dem Bildungsmarkt finden sich zahlreiche, frei verfügbare Unterrichtsmaterialien von Unternehmen, Verlagen, Stiftungen und öffentlichen Institutionen. Deren Qualität schwankt erheblich. Je nach Herausgeber können die Materialen interessensgeleitet, einseitig oder schlichtweg inhaltlich falsch sein. Während Schulbücher von den zuständigen Kultusministerien auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor sie zugelassen werden, können Arbeitsmaterialien von Interessensvertretern ohne Umweg auf den Schreibtischen der Schülerinnen und Schüler landen.

Lehrerinnen und Lehrer müssen dabei unterstützt werden, geeignetes und qualitativ hochwertiges Material zu finden und es für den Unterricht einsetzbar zu machen und zu adaptieren. Eine Qualitätsprüfung und das transparente Aufzeigen möglicher Einflussnahme Dritter sind daher unabdingbar. Durch die Vielzahl und Fülle an unterschiedlichen Formaten digitaler Bildungsmaterialien müssen dabei differenzierte und nachvollziehbare Kriterien Anwendung finden. Dabei sind vor allem die fachliche, methodisch/didaktische und gestalterische Qualität von Bedeutung.

der vzbv fordert

  • Die qualitative Bewertung von Unterrichtsmaterialien muss weiter ausgebaut werden.
  • Erfahrungen aus der Erprobung und dem praktischen Einsatz im Unterricht müssen bei der Bewertung von Materialien einbezogen werden.
  • Einbeziehung von Open Educational Ressources in die Bewertung und Entwicklung eines entsprechenden Systems (z.B. durch eine Lehrer-Community).
  • Etablierung einer engen Kooperation zwischen bestehenden Plattformen für Unterrichtsmaterialien.

Der Materialkompass des vzbv dient als unabhängige und neutrale Prüfstelle für Unterrichtsmaterialien der Verbraucherbildung. Auf der Grundlage eines evaluierten Bewertungsrasters prüfen namenhafte Gutachter Inhalte aus den Themengebieten Medien & Digitales, Finanzen, Marktgeschehen & Verbraucherrecht, Ernährung & Gesundheit sowie nachhaltiger Konsum & Globalisierung. Ziel ist es, Lehrenden Sicherheit beim Einsatz von Materialien im Unterricht zu verschaffen. Der Materialkompass hilft Lehrkräften doppelt: Er ist einerseits ein Serviceportal, das eine große Anzahl thematisch passender Unterrichtsmaterialien auflistet, und dient weiterhin als Bewertungsinstrument, mit dem auf empfehlenswerte, aber auch auf weniger gute oder interessengeleitete Materialien aufmerksam gemacht wird.

Folder - Der Materialkompass kurz erklärt

Folder - Der Materialkompass kurz erklärt

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Aktivitäten von Wirtschaft in der Schule

Aktivitäten von Wirtschaft in der Schule

Ergebnisse einer Studie des vzbv

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