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Bundesregierung: Verbraucherbildung ist Grundlage für Nachhaltigkeit

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25.02.2016

Nationales Programm für nachhaltigen Konsum beschlossen

Wohnen, essen, bekleiden, verreisen: Geht es nach der Bundesregierung, sollen öko-soziale Aspekte künftig stärker im Konsumalltag Berücksichtigung finden. Wie das klappen kann, zeigt sie in ihrem Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum. Darin spielt die Verbraucherbildung eine gewichtige Rolle. 

Sie sei eine „zentrale Grundlage für einen nachhaltigen Konsum“, heißt es in dem Ende Februar vom Bundeskabinett verabschiedeten Bericht. Er dokumentiert auf 50 Seiten, wie die Bundesregierung die Konsumwelt in Deutschland auf „grünere“ Beine stellen will und richtet sich unter anderem an Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit Dutzenden bestehenden und neuen Maßnahmen und Projekten will die Regierung ihnen beim „grünen“ Konsum unter die Arme greifen. 

Für das  Programm wurden dazu eine Menge Ideen zusammengetragen: So verspricht die Bundesregierung etwa, dass sie sich für glaubwürdige Umwelt- und Sozialzeichen stark machen will, für die Forschung zum nachhaltigen Konsum und für öko-effizientere Produkte. Daneben will sie beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mithelfen und bei regionalen Bürgerdialogen für mehr Nachhaltigkeit trommeln.

An etlichen Stellen unterstreicht sie in dem Bericht zudem die Bedeutung guter Bildungsangebote für den Schwenk auf nachhaltigere Konsumpfade. Das Wissen über öko-soziale Folgen des eigenen Konsumverhaltens, heißt es an einer Stelle, gelte es „sowohl möglichst früh als auch immer wieder neu zu vermitteln“. Und zwar so, dass sich dies auch in mehr Nachhaltigkeit im Alltag niederschlägt. 

Gelingen soll das zum Beispiel durch mehr Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte. Außerdem will der Bund die Finanzierung unterstützender Angebote wie den Online-Materialkompass des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) sicherstellen. Der vzbv sammelt in dieser Datenbank Unterrichtsideen zu Konsumthemen, lässt sie von unabhängigen Bildungsexperten bewerten und gibt Lehrerinnen und Lehrern so Orientierung im Wust der angebotenen Materialien. 

Dr. Vera Fricke, Bildungsexpertin beim vzbv, freut sich über die in Aussicht gestellte Finanzierung. Auch dass die Bundesregierung die Verbraucherbildung als zentrale Grundlage für einen nachhaltigeren Konsum wertet, sei „eine gute Nachricht“, so Fricke. Allerdings fehle dem Programm an etlichen Stellen noch ein klarer Fahrplan, was seine Umsetzung betreffe. „Konkretere Ansagen wären wünschenswert“, so die Bildungsexpertin.

Ähnlich blickt Ingmar Streese, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv, auf das Programm. Vieles, sagt er, habe die Regierung ohnehin vorgehabt, etwa dass Behörden selbst „grüner“ einkaufen. Gleichzeitig verliere sich der Bericht zu oft im Ungefähren. „Man liest darin viel davon, was die Regierung ‚unterstützen‘, worauf sie ‚hinwirken‘ will“, sagt der Verbraucherschützer. „Aber selten liest man davon, dass sie was durchsetzen will.“

Entwickelt hat das Papier das Bundesumweltministerium. Es hat es am 24. Februar gemeinsam mit dem Bundesverbraucherschutzministerium und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegt.

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