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Stifte, Hefte & Co.: So gelingt der „grüne“ Schulstart

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(c) schultuete - annca - pixabay - CC0 Public Domain

27.08.2015

Nachhaltigkeit im Schulranzen

Zum Schulstart nach den Sommerferien wird jedes Jahr kräftig gekauft: neue Hefte müssen her, Stifte und Mäppchen. Viele dieser Produkte bietet der Handel schon für wenige Cents an. Mit deren Langlebigkeit ist es aber oft nicht weit her, von etwaigen Öko- oder Schadstoffbelastungen ganz zu schweigen. Es geht auch anders: umweltfreundlich, schadstoffarm und klimaschonend. Wie, zeigen die folgenden Tipps.

Papier, Schulhefte und Schreibblöcke

Trotz Whiteboards und Tablets: Das meistbenutzte Material in deutschen Schulen ist Papier. Wer Umwelt und Klima Gutes tun will, greift zu Recyclingpapier. Das kommt schon lange nicht mehr grau daher oder lässt die Tinte verlaufen, sondern ist qualitativ gleichwertig mit Frischfaserpapier. Für seine Herstellung musste aber kein Baum gefällt, kein natürlicher Lebensraum geopfert werden. Laut Bundesumweltministerium verbraucht die Herstellung von Recyclingpapier auch weniger Wasser und Energie als die Produktion von Frischfaserpapier. Das hilft dem Klima. Empfehlenswert ist Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Es besteht zu 100 Prozent aus Altpapier und -pappe. Bei der Herstellung wurde auf giftige Chemikalien verzichtet. Werden Papiersorten benötigt, die nicht als Recyclingvariante zur Verfügung stehen, bietet sich Greenpeace zufolge Papier mit dem FSC-Siegel an. Das Siegel steht für eine nachhaltige Waldnutzung.

Stifte zum Zeichnen und Malen

Da Kinder öfters auf ihren Stiften herumkauen, sollten Eltern Fabrikate aus unlackiertem Holz kaufen. Der Naturschutzbund Deutschland NABU rät außerdem dazu, bei Malstiften auf der Verpackung nach dem CE-Zeichen und der Kennzeichnung DIN EN 71 zu schauen. Diese europäische Norm legt Grenzwerte für Schwermetalle fest. Grundsätzlich empfehlen sich zum Malen oder Zeichnen Stifte, die sich nachfüllen lassen und so weniger Abfall hinterlassen. Als Alternative zu Textmarkern mit Plastikhülle eignen sich dicke, weiche Buntstifte. Sie sind oft preisgünstiger und verursachen ebenfalls weniger Müll. Dasselbe gilt für Dreh- oder Druckminenstifte, die mit Nachfüllminen funktionieren.

Füller und Tintenkiller

Das Umweltministerium Baden-Württemberg empfiehlt, auch bei Füllern auf Mehrweg zu setzen. Besonders umweltfreundlich sind solche aus Holz, Metall oder PVC-freiem Kunststoff, die sich mit Tinte aus dem Fässchen wiederbefüllen lassen. Patronenfüller kann man mit einem Konverter nachrüsten. Plastikpatronen sind dann überflüssig – es fällt weniger Abfall an. Die großen Hersteller stellen für ihre Fabrikate in der Regel Ersatzfedern bereit, sodass im Fall der Fälle nicht gleich der ganze Füller ausgemustert werden muss. Laut Stiftung Naturschutz Berlin ist es ratsam, nur blaue oder schwarze Tinte zu verwenden. Andere Farben können gesundheitsschädigende Substanzen enthalten. Auf Tintenkiller sollte komplett verzichtet werden. Oft enthalten sie problematische Lösungsmittel. Fehler lassen sich durchstreichen oder ausradieren. Tintenspuren können auch mit einem Radierer aus Kautschuk beseitigt werden.

Mäppchen und Federtaschen

Die Stiftung Naturschutz Berlin rät dazu, bei Federtaschen von Komplettangeboten Abstand zu nehmen, also von solchen, die schon Stifte, Radierer und Co. enthalten. Die mitgelieferten Utensilien seien meist billig und umweltbelastend. Mäppchen aus Leder, Leinen oder Jute geben die Fachleute aus ökologischen Gründen den Vorzug vor Plastik- oder PVC-Fabrikaten. Wenn es ein Ledermäppchen sein soll, sollte laut NABU auf pflanzlich gegerbtes Leder zurückgegriffen werden.

Lineale, Radiergummis, Kleber

Lineale aus Holz sind meist langlebiger als solche aus Plastik, eignen sich aber nur bedingt zum geometrischen oder technischen Zeichnen. Wenn es Plastik sein muss, sollte laut österreichischem Verbraucherschutzministerium auf gute Qualität gesetzt werden. Die habe zwar ihren Preis, verspreche aber eine längere Lebensdauer. Radierer gibt es aus Natur- und Synthesekautschuk sowie aus PVC. Letztere sind laut Stiftung Naturschutz Berlin problematisch, da sie Weichmacher enthalten können, die Gesundheit und Umwelt belasten. Kleber sollten auf keinen Fall Lösungsmittel enthalten, die ausdünsten. Besser sind wasserlösliche Papierkleber. Papier und Farbe lassen sich mit ihnen problemlos zum Modellieren vermischen.

Schulbücher und Ranzen

Beim Kauf von Schulranzen sollten Eltern laut Umweltministerium Baden-Württemberg nicht nur auf Gewicht, verstellbare Gurte oder Sichtbarkeit im Straßenverkehr achten. Wichtig sei ebenso, ob sich Einzelteile reparieren oder ersetzen lassen – nicht nur aus ökologischen Erwägungen, sondern auch aus Kostengründen. Dem Ministerium zufolge sind Ranzen aus pflanzlich gegerbtem Leder langlebiger und strapazierfähiger als Kunststoff-Ranzen, außerdem leichter zu reparieren. Vor dem Kauf von Schultaschen lohnt sich ein Blick auf den Second-Hand-Markt. Dort finden sich viele gut erhaltene Rucksäcke, Schulranzen und -taschen, die oft nur einen Bruchteil des Neupreises kosten. Das gilt auch für Schulbücher und Nachschlagewerke. Höhere Klassen der Schule bieten sie auch oft in Bücher-Börsen an.

Nahrhaftes und Leckeres in die Brotbox

Aufwändig in Papier, Alufolien oder Kunststofftütchen verpackte Pausenbrote machen nicht nur viel Arbeit. Sie hinterlassen auch einen Abfallberg, der durch eine Brotdose vermieden werden kann. Was in die Brotbox kommt, entscheiden die Kinder am Besten mit. Die Verbraucherzentrale Berlin empfiehlt reichlich Obst und Gemüse und eher Vollkorn- als reine Weizenmehlprodukte. Außerdem sollte der Belag möglichst fettarm sein und die Brotdose nicht regelmäßig mit Süßem bestückt werden. Zum Durstlöschen eigen sich ungesüßte Früchtetees, Wasser oder ein Mix aus Fruchtsaft mit Tee oder Wasser – abgefüllt in dicht verschließbare, wieder verwendbare Flaschen aus Plastik oder Metall. Übrigens: Verschmähte Pausenbrote müssen nicht im Müll landen. Die vom Bundesverbraucherschutzministerium getragene Initiative „Zu gut für die Tonne“ kennt jede Menge Tipps, wie sich Pausenbrotreste sinnvoll und schmackhaft verwerten lassen.

Dieser Artikel erschien erstmals im August 2013 auf verbraucherbildung.de 

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